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Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.
Wiederherstellung von rauh und hart gewordenem Sammet. Man befeuchte den rauh und hart' gewordenen Sammet auf der Rückseite und ziehe ihn über ein , heißes Eisen. Bügeln darf man den Sammet nicht, vielmehr „ muß das Eisen gehalten und der Sammet mit seiner Rückseite,) darüber hinweggeführt werden. "
Leim, der sich im Wasser nicht auslöst, kann man nach dem „Holzarb." in folgender Weise leicht selbst her« stellen. Man übergießt gewöhnlich guten Leim mit Waffec und läßt ihn eine Zeit lang ziehen, dochZnicht so lange, daß er in einen gallertartigen Zustand übergeht. Dann gießt man Leinöl über denselben, bringt ihn überMwaches Feuer und läßt ihn darüber, bis er vollkommen aufgelöst ist, worauf man ihn in Gebrauch nehmen kann. Dieser Leim wird nach beir Trocknen außerordentlich hart und widersteht jedem Einfluß von Feuchtigkeit.
. Kartoffelkrusten. Man kocht zwanzig mehlige Kar-. 'toffeln, läßt ste völlig erkalten und reibt sie dann fein.Ja 100 Gramm Butter werden hierauf zu Schaum gerührt, drei ( Eier, ein Eßlöffel Mehl, Salz, Pfeffer, geriehene Muskatnuß, J sowie die Kartoffelmaffe hinzugefügt und nun kleine Röllchen aus dem Teige geformt. Man wendet sie in Ei und geriebener Semmel und bäckt sie in Schmalz-Butter goldbraun. Diese Krusten werden besonders gerne um Wild- oder Lammbraten garnirt.
Touristin: „Ach, dieses wunderbare stundenlang daran weiden!" — ungeniert zua, meine Küah freffen
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Reh glitten a schmerz, Knöchelgl sich auf, sobald stl Der Fuß gefunden.
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Auf dem Lande. Grün! Man möchte sich Bauer: „Weiden S' nur do net Alles ab."
Gemüthlich. Vermiether: „Dös is scho' 's zehntemal, daß i weg'n dem Hauszins komma muß!'! — Miether: „Ja, haben Sie denn sonst gar nichts zu thun?"
„Ist achtzehn gewesen!"
„Ja, doch!" der Oberamtmann kratzte sich den mit kurzen straffen Haaren noch immer voll besetzten Kopf. „Halt' mal eine Lieblingsidee mit dem Mädel und dem Hinrik —"
„Alter!" jetzt lachte die Frau Oberamtmännin hell heraus. „Der und unser Kind? Wo hast Du denn,Deine Augen, Alter? Haben wir darum unser Kind erzogen, um es an der Seite eines Hypochonders versauern zu laffen? Und der Hinrik? Der denkt nicht an's Heirathen. Der lebt und stirbt ja nur für seine Feldwirthschaft da draußen und für seine Imkerei da in der Heide. Gott behüte, baß ich meine Tochter dahineinsetzte!"
Der Oberamtmann trank hastig sein Glas aus und setzte es derb auf den Tisch: „Der Wein schmeckt heute nach dem Proppen!" brummte er. „Gesegnete Mahlzeit!" —
(Fortsetzung folgt.)
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Auch einSchuldner. *„Sieh, Adolf, dort drüben sitzt Dein Schneider!" — „Bitte, schau' nicht hinüber, sonst grüßt er!" — „Steht Ihr nicht gut miteinander?" — „O doch — aber er ist mir noch die Quittung über zwei neue Anzüge schuldig!"
„Schrullen", wie er das stille Wesen Hinrik's bezeichnete, sehr schätzte, in seine Kalesche geklettert und ärgerlich davongefahren. So sah er wenigstens nicht, daß es in den Schläfen Hinriks glutroth sich färbte und daß es um feine Lippen so seltsam zuckte, als es wie ein Hauch darüber hinglitt: „Bienen- Vetter!"
„Ich traf Hinrik", erzählte der Oberamtmann eine Stunde später beim Mittageffen- „Er wollte nicht mit herauskommen."
„Aah", machte seine Frau überrascht, „weshalb denn nicht?" „Weiß ich's?" entgegnete ärgerlich der Oberamtmann. „Er mochte nicht. Es wird alle Tage ärger mit ihm. Und wenn ich denke, wie flott und lebenslustig er früher als Student war — —"
„Was? Der Bauer hat studirt?" warf Fritz Gerding überrascht ein.
„Und ob, sag' ich Dir. Ich glaube, er hat sogar sein Doctordiplom in der Tasche. Philosophie war's, glaub' ich. Und was den „Bauer" anlangt, mein lieber Junge — so nenn' ihn lieber nicht zum zweiten Male so. Weiß der Kuckuck, was ihn dazu gebracht hat, sich draußen auf seinem väterlichen Erbtheil zu vergraben — aber für den Hinrik leg' ich beide Hände ins Feuer---"
„Und läßt darüber das Esten kalt werden," schalt ihn seine Gattin. „Hier tranchier' die Hühner."
Der junge Referendar kämpfte eine leichte Verlegenheit nieder und sah auf Cousine Mariechen. Aber einen Blick aus ihren Augen, den er suchte, fand er nicht, sie waren auf den Teller gerichtet, der vor ihr stand.
Grundverschieden waren ste, Mariechens beide Vettern, darüber war kein Zweifel. Fritz Gerding war die Lebenslust selber. Er hatte einige Semester länger studirt, als nöthig gewesen — aber das war er seinem Corps schuldig. Und wenn er so dastand, im modischen Hellen Jaquetanzuge, den feinen Strohhut auf dem dunklen Haar, mit dem lachenden Gesicht, dem ein schnurgerader „Durchzieher" und ein flaumiges Bärtchen auf der Oberlippe gar so gut stand, dann unter- schied er sich freilich sehr zu seinem Vortheil von dem „Bauer" Hinrik mit seiner grauen Jagdjoppe, dem verblichenen Filzhut und den derben hohen Stiefeln. Es gehörte schon ein aufmerksames Auge dazu, um in dem vom blondem Bart umwallten Antlitz Hinrik's lesen zu können. Aber dann sprach diese hohe freie Stirne, sprachen diese Augen, die sich gewöhnt hatten, von den Menschen hinweg sich der Natur zuzuwenden und auch dieser festgeschlossene Mund sprach — und dem Kundigen sprach er von herbem Leid, das einst dem stillen Manne widerfahren. —
Das Mittagesten war vorüber. Fritz und Mariechen waren aufgestanden und auf den großen, mit alten Kastanienbäumen bestandenen Vorhof herausgetreten. Marie wollte dem Vetter die jungen Puten zeigen, für die der junge Rechts- beflissene ein großes Interesse an den Tag zu legen schien. Der Oberamtmann und seine behäbige Gattin waren noch an dem Tische sitzen geblieben; der Alte wollte den Rest der Rothweinflasche in Ruhe austrinken.
„Da gehen sie!" sagte die würdige Frau, auf Marie und Fritz deutend, die plaudernd unter den breitästigen Kastanien dahinschritten. — „Hm —was meinst Du eigentlich dazu, Alter?"
„Wozu?" fuhr dieser auf, dem eben wieder der „vertrackte Hinrick" durch den Kopf gegangen war.
„Ra, fahr' mich nur nicht gleich an, Du Brummbär! Die da draußen mein ich, unser Mariechen und Vetter Gerding. Es ist ein stattliches Paar!"
„Ja, soll's da hinaus? der Junge ist ja noch nichts!"
„Wird's aber!" erwiderte die Oberamtmännin eifrig. „Der Präsident meinte neulich, in dem Fritz stecke ein tüchtiger Jurist. Na, und was die Vermögen hüben und drüben anlangen — pauvre ist er doch nicht, das weißt Du und wir--
„Frauenzimmergeschichten," unterbrach der Alte sie unwirsch. „Er ist noch jung und unser Kind —"
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