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Horloff kommen."

Bardenstein kleidete sich um; Justinchen erschien in ihren ; gütigst gestatten, den Garten zu betreten - eigenen Kleidern. Von dem Schultheißen und seiner Frau i Die Sopranstrmme im Zimmer brach heiser ab die A bis zur Nothbrücke geleitet, nahmen Retter und Gerettete mit stimme sang noch einige Silben ^ier,dann schwieg auch!^ herzlichem Dank, Gruß und Handschlag Abschied von den gast» ! Justine ah d.e Partner,» und fragt-.Was ist? Woli n freundlichen Leuten. wir nicht die Strophe zu Ende bringen? Du wirst map, m

Achtes Kapitel.

gsAg Ri-pnnen fätifli wieder an!" hieß es im September ! Die klaren, hellen Augen Justinens richteten sich sorscheno 1658''p'.ötzlich unter den^Bewohnern der Landgrafschast Hessen- ; auf Sibillens schöne Züge. Heiß stieg dieser eme Blutw ±uuu 8 tu* Mino föhrnnftAt.

zu Echzell, starb am 1. Mai 1657; es soll von Hexen und

Gemüther der Menschen und unterbrach jäh die Ruhe, welche zwanzig Monate so wohlthuend im Horloffthals gewaltet.

Warum soll wieder gebrannt werden?" fragten dre Leute.Was ist geschehen? Wen wird es treffen?"

Das Söhnlein des gestrengen Herrn Commiffarius Caspari,

Also kamen die Häscher, fingen Hirtz den Juden und sperrten ihn in'« Rathhaus. Dort waren die Fenster und Thüren wenig gestchert; als es dunkel und ruhig geworden des Abends auf der Straße, brach Hirtz aus, schlich sich glücklich durch, kam über die nassauische Grenze gen Reichelsheim und war gerettet. Ueber Hirtz enthält das Verzeichniß des Schult­heißen Schöffer die Nachricht:

NB: Hirtz Jud ein Gotteslästerer Ist auch Entloffen vom Rathhauß. 1658, nachrichtlich. --

Das Verzeichniß über Einnahmen aus der Hinterlassen, schäft von Hingerichteten und verurtheilten Personen, das wir früher mittheilten, besagt, daß das Haus des Hirtz Stangen an Gasthalter Oberländer verkauft und der Betrag an die herrschaftliche Kasse abgeliefert worden ist.---

Frau Hofprediger Meles, eine viel ehr» und tugendsame Dame, zu welcher alle Pfarrkinder ihres Mannes gerne kamen, hielt große Stücks auf schönes Weißzeug und Trschgeräthe. Alljährlich im September, bevor es kalt wurde, räumte Maria Barbara, so hieß die Gute, alle Schränke aus, prüfte jedes Stück, setzte die schadhaften Sachen zum Ausbeflern nebenan und ließ für die abgängigen neue anfertigen, welche zierlich durch blaue und rothe Fäden mit ihres Mannes und ihrem Namenszuge, geschmackvoll verschlungen, gezeichnet wurden.

Das waren Arbeiten für die geschickten Hände Siblllenr; ! auch Justine, des Kerkermeisters Tochter, wurde herbeigerufen, I wenn es länger zu thun gab, denn Justine verstand ebenfalls mit Scheere und Nadel fein zu schaffen. Eine andere Gabe I war den beiden Mädchen noch verliehen, welche der Frau Hof- | prediger und ihrem würdigen Hausherrn absonderlich noch ge­fiel: die Kunst zu singen. Sibille besaß einen hellen, hohen Sopran; Justine hatte eine Altstimme. Wenn sich die fleißigen Hände der beiden Mädchen, die sich seit Justinens Unfall be dem Wolkenbruche öfter gesehen, regten und die Arbeit flmk von statten ging, stimmte die Frau Hofprediger leise, em Volks­liedlein oder ein geistlich Lied an. Alsbald fielen dre Mädchen ein und der schöne Klang stieg empor und drang weit hmaus durch das offene Fenster, daß sich Alle ergötzten, die es ver-

Dir etwas geschehen?" .,

Ich kann nicht weiter, Justine," antwortete Sibille mit gepreßter Stimme;mir ist plötzlich ein Körnlein oder sonst ein Gegenstand in die Lunge gerathen, daß ich nicht weiß.

" ^Gegen Abend hatten die Mädchen das schöne Lied: Schmücke Dich, o liebe Seele" angestimmt. Die Frau Hof- predigerin stand auf.Singt weiter, Kinder, ich gehe nebenan in den Garten, allwo ich Euren lieblichen Gefang besser ge* meßen kann," sprach sie, nickte den Sängerinnen zu und schlüpfte leise hinaus. Das that sie öfter.

Drei Strophen waren gesungen und die vierte zur Hälfte, da ließ sich im Garten die klangvolle Stimme Bardenstems vernehmen:Wenn Herr Hochwürden und Frau Gemahlm gütigst gestatten, den Garten zu betreten"

Ich bleibe Eure Schuldnerin für immer!" fprach Justine beim Abschiede von ihrem Retter.

freundlos I"

Doch, mein Kindl Ich weiß es sehr wohl," fielBarden- tzein eifrig ein.Mir hat das Schicksal keine Rosen in die Wiege gelegt, auch ich mußte mich durchkämpfen. Darum ver­stehe ich Deine Worte und Gedanken recht gut. Fahre fort und sprich, was Du noch auf dem Herzen hast."

Es fei; ich thue es offen und aufrichtig, von der Ueoei* I zeugung getragen, daß mir in dieser Weise niemals wieder Ge- j legenheit werden kann, das zu sagen, was ich denke. Ihr habt mir stets auf meinen Gruß gedankt, habt mich oft eher gegrüßt, s als ich Euch. Das that meinem Herzen wohl. Hundertmal wünschte ich, Euch sagen zu dürfen, wie dankbar ich für dre Freundlichkeit und Güte bin. Heute wünsche und bete ich, daß mir Gelegenheit geboten werden möchte, meinem Retter dereinst durch die That danken zu können."

Na, Kleine, Du kannst sprechen wie ein Buch," sprach der Schultheiß, welcher aufmerksam zugehört hatte.Sollst ja auch große Wissenschaft besitzen, wie der Herr Hofprediger kürzlich sagte. Du und die schöne Sibille hättet fast den ganzen Bücherhaufen des hochwürdigen Herrn durchgelesen. Das wäre mir zu viel, meiner Treu!"

Die Schultheißin erschien mit einer Schüssel dampfender Suppe.Nach einem kalten Bade und heftigem Schrecken stellet sich nicht selten Hunger ein, denke ich," sprach die statt­liche Frau.Also esset einen Bissen mit uns, inzwischen werden die Kleider trocken." t

Schüssel, Teller und Löffel waren von Zinn, das blinkte wie Silber; der Schultheiß brachte einen großen Zinnkrug mit trefflichem Apfelwein gefüllt. Hausmachender Schinken und selbstgemachte Wurst vervollständigten das Mahl. Als es be­endigt, meldete die Schultheißin, daß Justinens Kleider getrocknet und zum Anziehen bereit seien. Auch kam die Nachricht, die Fluthen hätten sich verlaufen und mit Brettern und Balken sei eine Nothbrücke über die Horloff hergestellt worden. Der Diener Bardensteins erschien und brachte Kleider.In Bingen­heim hat es geheißen," berichtete Valentin mit strahlendem Gesichte,der Herr Rentmeister wäre mit Kerkermeisters bucke­ligem Justinchen erso--ertrunken. Gleich hat man ihn

hernach von Bingenheim aus an's Land steigen sehen und da rief Postschreiber Quaffel:Ei, da steigt Herr von Barden­stein eben aus den Wellen, wie Prometheus aus der Unter­welt, und hat das Justinchen am Schlaffittchen." Wie ich das hörte, holte ich gleich Kleider, die Leute fuhren Balken und Bretter herbei und wir können trockenen Stiefels über die

Btnaenbetm Wie ein Mehlthau auf die Frühlingspflanzen | bis hinauf in das lockige Stirnhaar. »sXtNiusi

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die feine Arbeit in ihren Händen. . .

Hospredigers kamen mit ihrem Gaste m s Haus und traten zu den Mädchen in's Zimmer:

Hier sitzen unsere lieben Sängerinnen!" sprach Frau Anto^M^itz," geboren^den "14.' Januar 1657, dessen Pathe | Maria.Warum habt Ihr die Strophe mcht zu Ende g - der hochwürdige, hochgelehrte Pfarrherr und Magister Soldan | bracht? f { . Sinnen

»u Eckrell. starb am 1. Mai 1657; es soll von Hexen und i Beide Mädchen erhoben sich. Das weiße, feme

mant, Rubin oder ein ander köstlich Gestein, das ich in dem I Zauberern angegriffen worden sein, hieß es. Juden wären Schreine meines Herzens verwahren müßte. Ihr seht mich l dabei gewesen, welche dieses Teufels«erkverrichteten,das sei groß an und lacht vielleicht über mich. Thut es nicht, Herr. | jetzt erst »errathen worden und zum Vorscheine gekommen- Ihr vermöget nicht zu fühlen, was es heißt: zwanzig Jahre durch's Leben zu gehen, von Spott verfolgt, freud- und