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der Viehzucht, die ich fleißig betreibe, hatte ich besonderes Glück. Sie brachte mir ein schönes Geld ein, ich habe alle meine Schulden davon bezahlt und noch ein paar Tausend Gulden erübrigt. Und da konnte ich nun keinen Tag länger warten. Ich bin vorgestern Abend mit dem Schnellzug aus dem Süden abgereist und in den Winter in das fremde nordische Land, um mir mein Bräutchen heimzuholen. Ich biete Dir nur ein bescheidenes Loos, meine Annie, viel Arbeit und ein stilles, einsames Leben - aber auch viel, viel Liebe und Treue bis in alle EwigkeitI Willst Du damit zufrieden fein?"

Ob sie es wollte?

Sie schmiegte sich noch fester an seine Brust und sagte: Ja, mein lieber Franz, das will ichl"

In überwallender Liebe umarmte er jetzt nochmals seine Braut. Es dmchfluthete ihn heiß, als er zu ihren blauen Augen herniederblickte, den Sternen, die ihn hinübergeleitet hatten in ein neues, segensreiches Leben.

Und draußen tobte der Wintersturm über das Land und der Schnee fegte in großen weißen Flocken gegen die Fenster­scheiben- Es war ein Brausen und Tosen in den Lüften, ein Wüthen in der Natur, als wäre der Welt Untergang.

Aber in der Stube der Frau Rath war heilige Ruhe und seliger Frieden.

Das junge Paar hatte viel erduldet, viel gelitten, jetzt war Alles überwunden. Sie waren vereint und in der süßen Wonne des Wiedersehens schwanden ihnen die langen Jahre der Trennung wie ein Traum dahin. Und als dann die Freundinnen des Hauses kamen, blickten sie mit Staunen auf ein glückliches Paar und die Frau Rath erklärte, daß bereits in vier Wochen die Hochzeit stattfinden müsse, denn ihr Herr Schwiegersohn, der Gutspächter in Ungarn sei, brauche für seine Wirtschaft sehr nöthig eine junge Frau.

Gemeinnütziges.

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Zum Mästen der Hühner besitzt der Bruchreis alle günstigen Eigenschaften im höchsten Grade. Zunächst ist feine mehr rundliche Form dem leichten Durchmengen und Durch- einanderarbeiten, sowie Anfeuchten in Kropf und Magen förder­lich, es entleeren sich sonach diese Organe rascher und leichter wieder und sind dann zu erneuter Nahrungsaufnahme befähigt. Zu dieser leichten mechanischen Vorarbeit im Magen des Huhnes gesellt sich noch eine außerordentlich leichte Verdaulich­keit, in welcher Hinsicht keine Getreideart dem Reis gleich­gestellt werden kann. Es erlaubt sonach der Reis die reich­lichste Fütterung in der kürzesten Zeit, auf welchen Punkt es gerade bei der Mästung eigentlich ankommt. Bruchreis kann auch sehr billig bezogen werden und verwerthet sich sonach zur Mast vorzüglich, jedoch muß ein Punkt wohl beachtet werden. Der Bruchreis ist nämlich häufig, besonders in seinen Ecken, durch längeres feuchtes Lagern stark verschimmelt; man muß ihn deshalb vorerst durch den Geruch und Geschmack prüfen, und wenn dieser auf starke Verschimmelung weist, muß man ihn vor der Verfütterung gelinde rösten, was am besten in Trommeln geschehen kann, wodurch die Schimmelbildung zer­stört wird. *

Feuchte Zimmer. Um zu untersuchen, ob ein Zimmer feucht ist, hat man folgende Vorkehrungen zu treffen: Das Zimmer wird gut verschlossen, nachdem man in demselben eine ganz genau abgewogene Menge frisch gebrannten und fein­gestoßenen Kalk aufgestellt hat. Erst nach 24 Stunden wiegt man den Kalk wieder ab und stellt den Unterschieb fest. Be­trägt die Gewichtszunahme mehr als 1 pCt , so ist das Zim­mer wegen großer Feuchtigkeit für die Gesundheit der Men­schen nachtheilig.

Um die so lästigen Lhrgewürmer in Garten­lauben von Menschen serne zu halten, lege man bei trockenem, warmem Wetter auf den Boden der betreffenden Stelle in Wasser geweichte Pappe und auf diese, die man ringsum etwas vorstehen läßt, eine Ziegelplatte. Nach je 12 Stunden nimmt man das unter der Fangvorrichtung angesammelte Ungeziefer hinweg, außerdem verstreiche man alle Schlupfwinkel in der Laubs sorgfältig mit Cement- *

Ein empfehlenswcrther Trauerbaum für Grabstätten. Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß die Sitte, Trauerbäume auf die Gräber unserer Dahingeschiedenen zu pflanzen, eine schöne und sinnige ist, doch gibt der Umstand, daß viele dieser Bäume nicht für diesen Zweck so recht geeig­net, Veranlassung dazu, einen Trauerbaum zu empfehlen, der in jeder Beziehung der Anpflanzung werth ist. Es ist dies die Trauerkirsche. Sie ist neueren Ursprungs und macht in keiner Weise größere Ansprüche an Boden, Lage und Be­handlung, als unsere so vielfach verwendeten Trauereschen oder Trauerweiden. Sie wird hochstämmig auf gemeine Kirsch­stämmchen veredelt, hat schmale, glänzend dunkelgrüne Blätter und hängende, kugelsörmige Krone. Als ein besonderer Vorzug der Baumes möchte noch genannt werden, daß er zu voll­kommener Ausbildung seiner Krons nur geringen Raum be­darf. Er eignet sich deshalb auch zur Anpflanzung für solche Gräber, welche zwischen schon älteren Trauerbäumen (Trauer­weiden oder Trauereschen) belegen sind und von deren Be­pflanzung mit Trauerbäumen aus diesem Grunde bisher ab­gesehen werden mußte- * ,

Den Gänsen darf es* nie an frischem Trinkwaffer fehlen, da stehendes Wasser gern taub und faul wird. Schon häufig ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß Gänse, welche mit solchem Wasser getränkt wurden, erkrankten und starben. _____________

Vermischtes.

Umschreibung. Rechtsanwalt:Ihr leugnet also gar nicht, den Kläger geschlagen zu haben; könnt Ihr denn nichts zu Eurer Entschuldigung anführen?" - Klient:Ei freilich, Herr Rechtsanwalti Sehen Sie, wir haben in unferm Dorf gerade Kirmes, und da bin ich die ganze Woche hindurch in mildernden Umständen gewesen."

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Die Entführung. Braut (die sich von ihrem Ver­ehrer hat entführen lassen):Hier ist ein Telegramm von Papa." Bräutigam:So, was schreibt er denn?" Braut:Komm' nicht zurück und Alles ist vergeben."

Durch die Blume. Untersuchungsrichter:Wie alt sind Sie?" Zeugin:Achtzehn Jahre." Untersuchungs- richter:Nunmehr werde ich Sie vereidigen. Sie haben von jetzt an die reine Wahrheit zu sagenI"

Ausrichtig. Mutter:Mit den kleinen Kindern hat man voch ein rechtes Kreuz . . . wenn sie nur erst ein wenig größer sind, dann geht es schon leichter I" Besuch (ohnehin schon ergrimmt über das ungezogene Benehmen der Buben): Da haben Sie recht, gnädige Frau dann kann man sie wenigstens alle Tage ein paar Mal durchhauen!"

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Ach so! A-:Sie verfehlen aber auch jeden Hasen!" B.:Ich kann ganz gut schießen, ich verliere nur zu leicht die Ruhe." A.:Ah, Sie bekommen Lampenfieberl"

Scherzfrage. Worin *übertrifft der Dieb den Arzt? Der Dieb weiß stcher, was den Leuten fehlt, wenn er weggeht.

Redaction: I. V-: Hermann Elle. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.