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Pfeife holländischen Tabaks mit dem Gaste und dem Sohne den Kaffee genoß. Jetzt erst schlug Werther einen Ausflug nach Jrenenstein, einer benachbarten Ruine, vor. Herr Helbig ließ die jungen Herrn gern allein dahin gehen, denn er selbst machte lieber ein kleines Mittagsschläfchen.
„Und nun erst Laura I" meinte Werther voll Entzücken. „Die beiden Damen sind hier mit Pferden und mit Wagen. Die Leute machen ein nobeles Haus."
GeMrsinnNtziges.
Schwarzwurzeln oder Seorzonere-Wurzeln. Man reinige die Wurzeln sorgfältig, zerschneide jede gleich nach dem Abputzen und lege sie sogleich in kalte, süße Milch, damit sie die weiße Farbe behalten. Hierauf koche man sie in sieden» der Milch gar. Kurz vor dem Anrichten thue man etwas Kochsalz und Butter daran und mache sie mit etwas Kartoffelmehl sämig. Man kann diese Wurzeln übrigens auch sehr schmackhaft wie Spargelgemüse zubereiten.
Bei Verletzungen mit Schreibfedern, sowie Bleistift- Verletzungen, welche leicht Blutvergiftung herbeisühren können, lege man sofort oberhalb der Verletzung einen festen Sein« wandstreifen um das Glied und hebe dasselbe hoch, damit bis zur Ankunft des Arztes b« Blutandrang gehemmt wird.
Gegen üblen Mundgeruch ist ein einfaches Mittel, etwas Holzkohle zu kauen und zu,verschlucken.
Fische blau zu kochen. Man nimmt die Fische auf einem naßgemachten Brettchen aus, rührt sie möglichst wenig an, übergießt sie mit kochendem Essig und läßt sie etwa 10 Minuten in kochendem Wasser, Salz und Essig kochen. Um die Farbe zu erhöhen, läßt man sie vor dem Kochen i/2 Stunde zugedeckt in dem Essig stehen, deckt sie auch beim Kochen, sowie nach dem Garwerden zu.
Hausfrau: „Nun, Herr Doctor, wie steht es mit meinem Manne?" — Arzt: „So, so. Ich verschreibe Opium, denn er braucht vor Allem große Ruhe." — Hausfrau: ,Me soll ich ihm denn das Opium-Pulver eingeben?" — „0 bitte, die Pulver gehören ja für Sie, damit — er Ruhe hat.
Sie braucht Geld. Sie: „Nun,Männchen, Du hast ja wieder Deine Hände in den Taschen." — Er: „Das könnte Dir wohl so gefallen. Nein, ich halte blos die Taschen zu.
Vermischtes.
Beim Kaffeeklatsch. Mama: „Else, ich habe Dir schon öfters gesagt, Du sollst nicht immer mitreden, sondern warten, bis wir zu sprechen aufhören — erst dann darf ein Kind reden!" — Else: „Mama, das hab' ich schon oft versucht — aber Ihr hört ja^niemals aus!"
Wörtlich genommen* „Sehen Sie nur die reizende junge Wittwe — der reine Zucker!" — „Ja, und sehr raffinirt!"
„Hol' mich der Geier," meinte Reißner, „wie fangen wir es an, um mit den Damen nach Hause zu fahren?"
Werther zuckte die Achseln, worauf sein Freund in ein iilles Nachsinnen verfiel.
„Samiel hilf!" rief plötzlich Reißner. „Ich hab's! Wir machen ihren Kutscher betrunken!"
„Pfui, Reißner," erwiderte Werther.
„Ei was, pfui! In der Noth frißt der Teufel Fliegen, und die kleine Hexe hat mir's nun einmal angethan!"
(Fortsetzung folgt.)
Tische auf und Herr Helbig ermangelte nicht, Gröhlmann 1 fernten, schaute Werther träumerisch in den gerötheten Abend- Ordre m ertbeilen, wie selbiger die großen Hunde, Hector I Himmel, Reißner aber rief aus: „Die Kieme hat himmlische und Achill aut ru versorgen habe, während er selbst bei einer | Augen, die könnte mich fesseln!"
HP...7 ' A2... „»h hu™ lind nun erst Laura!" meinte Wertster voll Entlüden
II.
Die Ruinen von Jrenenstein waren unbewohnt. Da sich aber der große Wald Osterhagen bis dahin erstreckte, so hatte der gräfliche Förster am Fuße der Ruinen eine Kaffeewirth- schaft eingerichtet, welche sich eines frequenten Zuspruchs er- freute. Die beiden Musensöhne sahen auch bei ihrer Ankunft Helle Damenkleider durch das Grün der Büsche schimmern, deren Trägerinnen beide Studenten auswichen, indem Reißner dem Wirthe bemerkte: m m »
„Wir huldigen, mein Lieber, zwar Gott Gambrmus, aber nicht Gott Amor!" _ n
„Die Damen sind aber schön!" versicherte der Förster, mit den grauen Aeuglein blinzelnd.
„Schön oder nicht schön!" gab Werther darauf burschikos zurück. ,.Zwar opfern wir manchmal Dame Fortuna und besingen im Allgemeinen die Damen, aber jene Mädchen dort anzubeten, überlassen wir den Herren in Schwalbheim. Nicht wahr, Reißner?" r , , ,
„Gewiß!" meintet dieser und er warf sein Taschentuch den steilen Abgrund den Hunden zum Apportiren hinunter.
„Wie heißen denn diese Wunder der Schönheit? fragte Weither und reichte dem Wirth das Seidel zur frischen ^""Ißie sie heißen?" Es sind die Töchter des Herrn Woland aus Schwalbheim, die Sie wohl kennen!" — gab der Wirth zur Antwort. , , L m ,
„Backst, chchen!" warf WertherMn und rief dannj: „Armin vorwärts, der Weg ist weit!"
Die viel?" Goldstücke in der grünseidenen Börse Reißners hatten dem Wirth gewaltig imponirt, und zu seiner Freude kehrten gegen 6 Uhr Abends nach einem weiten Wege die beiden Herren nochmals zurück.
Diesmal entgingen sie den Damen nicht, denn plötzlich standen sie vor hellen Sommerkleidern. Hektor umschmeichelte als alter Bekannter die Damen bereits, während Achill ein lautes Gebell ausstieß. —
Die Herren Studenten lüfteten letzt höflicherweise die ^^„Alle Wetter," brummte jetzt Werther leise, „welche Schönheit ist die Laura geworden!"
„Und erst die kleine Hexe!" replicirte Reißner halblaut.
„Die ist mir noch lieber!"
„Ihre Schwester Sophie!"
„Kennst Du sie, Werther? Dann vorwärts, stelle mich vor!'
Die Damen, von denen soeben eilig sich ein Herr entfernte, hoben verwundert die Köpfe empor.
„Ach, Herr Helbig!" warf die größere hin.
Die beiden Studenten traten darauf näher und Weither bemerkte verbindlich: „Fast hätte ich sie nicht wieder erkannt, Fräulein Laura, so sehr haben Sie sich zu Ihren Gunsten verändert!" , „...
„Ich gebe Ihnen das Compliment zurück!" erwiderte die junge Dame erröthend.
Weither lächelte und stellte die Damen seinem Freund vor, der alsobald die jüngere Schwester Sophie in ein intet» essantes Gespräch über das Genie Goethes verwickelte.
Laura erzählte indeß dem Jugendfreunde vom Vater, von der längst verstorbenen Mutter und daß sie zu Wagen hier seien, wobei die Musensöhne reichlich das Schwalbheimer Bier tranken. Als sich die Damen für einen Moment ent«
Ncdaction: N. Scheyda. — Druck und Verlag der Vrühl'schcn Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


