Ausgabe 
1.3.1894
 
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äü breitete sich das Dorf gleichen Namens aus; tiefer tm Tbale log der einsame Schwarzsee. Die Gegend bot zu den schönsten Ausflügen Veranlassung, welche die beiden Mädchen in Gesellschaft des jungen Arztes machten. Bei dieser Gelegen­heit bemerkte Ruths durch die Erfahrung sMst« Augr, daß der junge Arzt, ein überaus feiner und gebildeter Mann, ihr eine größere Aufmerksamkeit widmete, wie ihr sonst zu gekommen Sie beschloß, vorsichtig zu handeln, denn so viel sie sich auch bemühte, Edgar von Bach zu vergessen, so stand doch sein Bild unverblaßt in ihrer Seele; sie hätte über sich selbst erzürnt werden können! .

Der nächste Tag war ein arger Regentag; man war da­durch an's Haus gefesielt, und die beiden Mädchen waren viel zusammen und aMn. Alma,Du bist seit einigen

Tagen verstimmt; ich sehe es und sichle es, was ist Di

Da nickte Ruth ernst und sagte:Komm her, Alma, ich muß Dir eine lange Geschichte erzählen. Setze Dich zu mir!

Und Ruth berichtete, ohne jedoch Namen zu nennen, von ihrer ersten und unglücklichen Liede, dre einem Unwürdigen zu Theil geworden. Herzlich fuhr sie dann fort:Und dennoch, meine liebe Alma, kommen Stunden, worin ich mcht an seme Schuld glauben kann und mir sage: Es ist mcht möglich!^So kann ein Auge, kann des Menschen Gesicht, nicht Ilugen! Und doch! Steh', sein Bild steht wie gemeißelt fest in meinem Herzen! Dein lieber Bruder Norbert, den ich Hochschatze, hat nun auf mich Aermste ein Auge geworfen Noch ist es Zeit, ihn zu warnen, ehe er so elend wird wie ich selbst, denn nie­mals vermöchte ich es, einen andern Mann zu fteben ! Wie der Lenz wird die Liebe einmal geboren; nach diesem folgt wohl noch ein kühler Herbst, aber bis zu jenem bm ich noch nicht gedieh^Arme Ruth," bedauerte sie Alma darauf,ich will Nor­bert schon von Dir fortscheuchen; aber was soll in Deinem Herbst, um bei dem Bilde zu bleiben, aus Dir werden?

Weißt Du, Alma, was ich gedacht habe? suhr hier Ruth fort,ich will mich der Erziehung der Jugend widmen, ich will Lehrerin werden!" m .

Aber Alma schüttelte den Kopf und fagte:Ber Deiner angegriffenen Gesundheit? Das leide ich nicht, das oll auch Deine Mama nicht leiden!" (Schluß folgt.)

Gemeinnütziges«

Den Zimmerpflanzen ist eine Temperatur von 7 bis 12 Grad am zuträglichsten- Man öffne die verstopften Ab­zugslöcher der Topfes, gieße wenig und dünge jetzt Niemals.

*

Die japanische Mettergurke. Bezüglich der japa» Nischen Klettergurke theilt Herr Grashoff in Quedlinburg folgendes mit: Ich habe meine Aussaaten in drei verschie­denen Zeiträumen gemacht: sehr früh, mittelfrüh und spät, und habe dabei gefunden, daß der sehr srühen Aussaat un» bedingt der Vorzug gebührt. Der Fruchtansatz wahrte bis in den October hinein, und sind die Pflanzen erst durch den eingetretenen Herbstsrost zerstört worden- Der Fruchtansatz von September ab ergab zu meiner freudigen Überraschung die schönsten, formgerechtesten sogenannten Pfeffer- oder Pickle- Gurken, wie solche vordem nicht schöner gezogen worden sind. Ich habe davon scheffelweise bleistiftdünne, feingewarzte, 6 b-s 10 Centimeter lange Früchte abnehmen losten und siar gut verwerthet. Gerade dieser Umstand gibt meiner Memung nach der Klettergurke einen besonderen hervorragenden Werth. Wenn der vielseitige Anbau dieser Gurkenneuhert rm ver­gangenen Jahre zu den verschiedensten widersprechenden Urtheilen gesührt hat, so kann das eigentlich nicht weiter Wunder nehmen. Man muß nur- bedenken, 'wer alles pcy

mit dem Betriebe der Klettergurke besaßt hat und was aller wohl als Klettergurke zum Verkauf gekommen sein magk Wenn ferner über das Fehlschlagen der Kultur selbst geklagt wird, so dürfte das in der theils sehr mangelhaften Ausfüh. runq derselben zu suchen sein. Der Laie glaubte schon genug qethan zu haben, wenn er die Samenkerne neben einem dicken Holzpfahl oder einer Bohnenstange in die Erde gebracht hatte. Ich habe jedem Auftrage, auch selbst dem kleinsten, eine kurze gedruckte Culturanweisung beigefügt, deren Inhalt ich heute noch nach den mittlerweile weiter gemachten Erfahrungen auf­recht erhalten kann. Diefe Kulturanweisung setzt aber echten Samen voraus und nicht etwa auch gefälschten. Sie lautet: Neue Japanische Klettergurke (auch kletternde Delicateßgurke genannt). Diese neue Gurkensoite wird an Stangen, Ruthen, Reisig, Spalier oder Drahtgeflecht hochgezogen, wächst sehr üppig und kräftig circa 2 Meter hoch- Eine Pflanze liefert vom Juli ab bis spät in den September hinein durchgehends 20 bis 25 sehr schön geformte, seinfchm eckende, 20 bis 30 Centimeter lange, sehr fleischige, dicke, dunkelgrüne Früchte (Gurken); sür den Küchengebrauch, als Einmach-, namentlich auch als Salatgurke besonders geeignet. Diese Gurkenneuheit ist besonders allen Gemüsezüchtern wegen ihrer außerordent- lichen Widerstandsfähigkeit gegen naste und kalte Witterung zum Anbau zu empfehlen, weil sie unseren einheimischen Sorten gegenüber dennoch sichere Erträge liefert- Die Aus­saat ist nicht zu spät an recht sonnigen, warmen Lagen in gut gedüngtem lockeren Boden auszuführen. Die Mge Pflanze bedarf nothwendig Reisig oder Drahtgeflecht, um sich an- klamwern zu können, nöthigenfalls muß hier künstlich> geholfen weiden. Eine spätere Düngung durch Dungausguß ist fehr anzurathen.

Vermischtes.

Engländer:Italien! Sehr schönes Land, sehr schön!" _ Deutscher:Nicht wahr, diese Kunstschätze in Rom, diese Landschaft in Neapel" Engländer:3$_^ar n <L Rom und Neapel, nur in Venedig." - Deutscher : ,,Sod Was zog Sie denn dort besonders an? Engländer. Kann man dort in Hotel bleiben und vom Fenster aus angeln in der Uasserstraße" * ,

Aha! Fräulein:Ich bitte sür zwanzig Pfennige kalten Aufschnitt." Fleischermeister:Sehr germ" Mülern. , Haben Sie die Güte, recht dünn zu schneiden, wir haben heute Abend große Gesellschaft." *

Frage. Gr:Für das*Leben an Ihrer Seite würde ich Alles opfern, Eltern, Adel, Vermögen." ^re:Und was bliebe dann noch für mich?^ *

Richtige Antwort. ,*Jst es wohl wahr, Herr Pro- feffor," fragte der Backfisch einer böheren Töchterschule seinen Lehrer,daß Ihr Vater ein gewöhnlicher Hirte wahr? - Gan; gewiß, mein Fräulein; ich selbst muß ja letzt noch Gänse hüten!" * ,

Sonntagsjäger, der auf einen Hasen zielt:Jetzt muß ich mir einbilden, es sei ein Treiber, dann treff ich >yn sicher!" # .

Kasernenhofblüthe. * Unteroffizier (zu einem Re­kruten, der mit effenem Munde dasteht):Machen Sie ma jefälligst Ihren Rapport-Apparat zu!"

Schlimm.Also auch Dein neuer Hausarzt hat Dich nicht kuriren können?"Bewahre, der war auch sch verlobt!"

Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Meßen.