— M -
rathr Ohren, und da konnte er die nie verstechte Liebe zu dem wackeren Sohne nicht mehr im Herzen unterdrücken, er fuhr am anderen Vormittage nach Hülsernann's Landhause, versöhnte sich dort mit Ludwig und schloß besten Braut in seine Arme.
Vier Wochen später fand die glänzende Hochzeit Ludwigs und Käthchens statt, wobei auch den Beamten und Bergleuten der Felix-Grube von Ludwig Malten ein Fest gegeben wurde, denn Ludwig Malten war jetzt der alleinige Besitzer der Felix- Grube, da der alte Herr Hülsemann am Tage vor der Hochzeit seinen Schwiegersohn als Besitzer des Bergwerks gerichtlich hatte eintragen lasten, obwohl Ludwig sich dagegen gesträubt hatte.
Nur einer stand jetzt grollend fern, das war der verschlagene Bankier Buchhold, den der Commerzienrath Malten dadurch befriedigt hatte, daß unter der Mitwirkung Ludwigs und seiner einflußreichen Freunde die Malten'sche Maschinenfabrik in eine Art Aktien-Unternehmen verwandelt war, wobei der Commerzienrath einen ansehnlichen Theil seines ehemals großen Vermögens rettete.
Gemeinnütziges*
Um bei wollenen Strümpfen das Einlaufen zu verhüten, weite und dehne man ste vor dem Trocknen so viel als nöthig ist.
♦ * •
Wäsche zu parfümiren. Es ist gebräuchlich, mit getrockneten Lavendelblüthen oder mit anderem wohlriechenden Material gefüllte Leinwandsäckchen in den Kasten zwischen die Wäsche zu legen. Zu diesem Zwecke stnd auch Rosensäckchen zu empfehlen, denn das Parfüm, welches diese dem Weißzeug mittheilen, ist ungemein lieblich. Die Herstellung ist sehr einfach: man mischt ca. 125 Gramm im Schatten getrockneter pulveristrter Rosenblätter, 24 Gramm Sandelholzspäne, sowie zwei Gramm Rosenöl bei und füllt die Mischung nach Verlauf von fünfzehn Minuten in die dazu bestimmten Leinwandbeutelchen.
* * ♦
Risse in Möbeln zu verkitten. Ein Theil zu Mehl verfallener gebrannter Kalk und zwei Theile Roggenmehl werden mit Leinöl zu einem Teige zusammengeknetet und die vorher vom Staube gereinigten Risse damit ausgefüllt.
♦ »
Nützlicher Kitt für die Haushaltung. Man nimmt irgend einen alten Käse, schlägt ihn tüchtig in einem Mörser und wäscht ihn hierbei gründlich mit heißem Master. Nachdem die lösliche Materie weggewaschen ist, wird eine weiße Maste von fast ganz reinem Käse übrig bleiben. Diese muß hierauf in einem Tuche ausgequetscht werden, um alle Feuchtigkeit daraus zu entfernen. Getrocknet, wird sie dann zu Pulver verrieben und in einer gut verstopften Flasche aufbewahrt. Will man Gebrauch davon machen, fo wird eine kleine Quantität dieses Pulvers mit sehr wenig Master zerrieben, um einen dicken, zähen Teig davon herzustellen, der sofort gebraucht werden muß, da er schnell hart wird. Man mischt daher nur gerade so viel, als man braucht, denn wenn der Kitt einmal hart geworden ist, läßt er sich nicht mehr auflösen. Er wird weder von Master noch von Hitze ungegriffen.
* * #
Blurnenkohlsalat. Der Blumenkohl wird in Stücke geschnitten, rein abgeputzt, gewaschen und mit siedendem Master und Salz an das Feuer gesetzt; wenn er weich ist, gießt man das Master ab und läßt ihn erkalten. Dann legt man ihn zierlich in die Salatschüssel und gießt Weinessig mit Provenceröl, Salz und Pfeffer darüber.
vermischtes.
Ermahnung an die Herren Einjährigen. Oberst: „Hüten Sie sich vor den sogenannten noblen Passionen. Mancher hat sich dadurch vorzeitig zu Grunde gerichtet, daß er als Cadett Schulden machte wie ein Stabsoffizier I" ♦ *
Unerwartet- Professor: „Meyer, die letzte Arbeit können Sie unmöglich allein gemacht haben. Sagen Sie mir einmal, mit westen Kalbe Sie gepflügt haben." — Meyer: „Ihr Sohn hat mir geholfen." » *
Gewichtigste Bestätigung. Rath (auf dem Juristenball): „Selten hübscher Abend heute, nicht wahr, Herr Astestor?" — „Allerdings, Excellenz! Eines so gelungenen Ballfestes können sich selbst — die ältesten Astestoren nicht entsinnen." ♦ *
Ein Bettler macht in seinen alten Tagen eine ansehnliche Erbschaft. Als er hiervon gerichtlich verständigt wird, ruft er freudig aus: „Jetzt bettle ich nur noch um Thaler!"
Literarisches
Pierers Conversations «Lexikon. Siebente Auflage. Herausgegeben von Joseph Kürschner. Mit Universal-Sprachen- Lexikon nach Prof. Joseph Kürschners System. Zwölfter Band. Union, Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart. 1893. Was wir in unserer letzten Besprechung in Nr. 14 dieser Blätter vom 2. Februar 1893 in baldige Aussicht stellten, ist seit kurzem erfolgt. Mit dem vorliegenden Band hat das im Jahre 1888 unter mancherlei Schwierigkeiten in’ä Leben getretene Unternehmen dem damals aufgestellten Programm gemäß seinen Abschluß gefunden, so daß nunmehr eine vollständige und bequeme Benutzung deS ganzen Werkes möglich ist. lieber Charakter und Werth desselben im Allgemeinen und Besonderen haben wir uns in den „Familienblättern" schon so vielfältig ausgesprochen, so daß wir bei dieser Schluß abtheilung, die ja in Bezug auf Ton und Behandlung des Materials den früheren selbstverständlich vollkommen gleich ist, nichts hinzuzusetzen finden, sondern unser empfehlendes Gesammturtheil, daß das Pierer'sche Conversations- lexikon in seiner neuesten Gestalt wegen seiner großartigen Stofffülle in gedrängter Form und der eigenartigen, zweckmäßigen Verbindung des sprachlichen Elements mit dem sachlichen neben den größeren Nachschlagebüchern der Gegenwart einen hohen Rang beanspruchen darf, nur wiederholen müßten. Band XII umfaßt 1670 Halbfetten, beginnt mit dem Worte Symmachie und endigt bei Zz (der im Mittelalter gebräuchlichen Bezeichnung der Aerzte für Ingwer, Zingiber), während das Sprachenlexikon am Rande ein das ganze Alphabet umfassendes Wörter- verzeichniß der russischen Sprache bietet. Neben der unübersehlichen Fülle kürzerer Artikel und der großen Menge von deutschen Wörtern im Text, bereit Uebersetzung in zwölf Sprachen angegeben wird, finden sich ausführlichere Erörterungen über: Syrien, Tabak, Takelage, Taue, Taube, Telegraph (mit vier Erläuterungstafeln), Theater, Thee, Thermometer, Thonwaaren, Thorwaldsen, Thüringen, Tieck, Tiefseeforschung,' Tinte, Tintenschnecke, Tirol, Tod, Tollwuth, Tonmaß, Torf, Torpedo, Triasformation, Trient, Tschechische Literatur und Sprache, Türkische Literatur und Sprache, Türkisches Reich (S. 454—467), Tunnel, Turnkunst, Typhus, Uhr, Unfallversicherung, Ungarische Literatur, Ungarn (S. 565—579), Universität, Uruguay, Venedig, Venezuela, Vereinigte Staaten von Amerika (S. 724- 738), Viehzucht, Vögel, Volksschule, Voltaire, Voß (I. §.), Vulkan, Wärme, Waldeck, Wallenstein, Warschau, Wasser, Wasserrad, Weben (Webstuhl), Wechsel, Wein, Weinstock, Westfalen, Wetter, Wettrennen, Wieland, Wien (S.1237—1251), Wilhelm (Fürsten dieses Namens), Wind, Wohnhaus, Wolle, Worms, Württemberg (S. 1405 bis 1415), Würzburg, Zähne, Zahnheilkunde, Zeitungen, Zeitschriften, Zelle, Zend, Zeus, Zivilprozeß, Zölle, Zoologie, Zoolog. Gärten, Zoroaster, Zucker, Zürich, Zwerg. Dazu bemerken wir außerdem, daß das Verständniß des Textes durch 50 schwarze und 2 buntfarbige Illustrationen, sowie 2 Karten unterstützt wird. Das Angeführte. läßt erkennen, daß dieser letzte Band noch durch besondere Reichhaltigkeit sich auszeichnet. Manchem Artikel in demselben mußte wohl nur deshalb eine so kurze, gedrängte Faffung gegeben werden, weil der im Voraus für das Ganze in Aussicht genommene Raum nicht überlchritien werden konnte.
Wir wünschen schließlich, daß das mit viel Mühe, Sorgfalt und Kostenaufwand hergestellte werthvolle Werk recht viele befriedigte Benutzer finde.
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.
Nr. 6
Uni
In Ausstellu allsominei tigen grii sich für i den, star Kühle hc um so tu Publikum stellung t Eintritts, Ein
Werner <e Stockholn er sich zu Trauerm Die
Augen sp rief sie ei „Ne energisch
Glei gegebenen
Die herablaffe kann's," 1 blutes in stens eine etwas ein sehen, nu verstandet Seite uni
„Da von Schä und Leoni ihm nicht in der ga _ „Abi Wort. auf dem § den ewigei auffallen


