Ausgabe 
28.10.1893
 
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GEeinnütziges

ist die Perrücke auch

sofort.

Haferstrohthee. Manchen wird dies wohl anlächeln, doch man probiere und freue sich dann über die großartige Wirkung dieses einfachsten und billigsten aller Thees gegen Husten, Kehlkopf, und Rachenkatarrh. Das Stroh vom ge, wöhnlichen Hafer (Avena sativa) wird zu Häcksel geschnitten und wie jeder andere Thee verwandt, tüchtig gekocht. Die dunkelbraune, kaffeeähnliche Brühe wird taffenweise Morgens und Abends getrunken (mit Zucker) und oft soll schon der stärkste Katarrh (?) in einigen Tagen verschwunden sein.

Robertfauee. Mehrere Zwiebeln schneidet man in feine Würfel und röstet sie in etwa 80 Gramm Butter goldgelb, schüttet sie alsdann auf ein Tellerchen, fügt zu der Butter noch etwas frische hinzu und schwitzt darin zwei Eßlöffel Mehl gelb. Man verkocht diese Schwitze mit einem Achtelliter Rheinwein, einem Achtelliter Jüs aus Liebigs Fleischextract oder einem Viertelliter Waffer, in dem Kräuter ausgekocht wurden, und 10 Gramm Fleischextract, einem Löffel Weinessig, Citronen- schale, etwas Zucker und weißen Pfefferkörnern zu sämiger Sauce, gibt sie durch ein Sieb, fügt die Zwiebel und einen Theelöffel Senf hinzu, läßt sie wieder aufwallen und erhitzt sie

Herr Nachbar, wenn Hause erwische, dann

geschehen, so hängt man jede Blume einzeln und frei schwebend an einer aufgespannten Schnur auf und ist nun, wenn diese getrocknet sind, im Besitze von wunderhübsch aussehenden, dauer, haften Blumen, welche sich selbst einige Jahre schön erhalten.

Seidenzeuge zu reinigen. Man schält drei Kar­toffeln von mittlerer Größe, schneidet sie in dünne Scheiben und wäscht sie gut ab. Dann gießt man ein Liter siedendes Waffer darauf und läßt es stehen, bis cs kalt ist. Von, diesem Wasser, welches geseiht werden muß, nimmt man so viel, als man bedarf und gießt eine gleiche Menge Weingeist dazu. Mit dieser Flüssigkeit reibt man durch Anwendung eines Schwammes das Seidenzeug auf der rechten Seite ab und bügelt es, wenn es halb trocken, auf der Rückseite. Auf diese Weise läßt sich Seidenzeug mit den zartesten Farben reinigen. Ebenso Sammet, Taffet und andere Zeuge. ' *

nm Rostflecken aus Leinwand zu entfernen, ist es nöthig, die Flecken erst mit lauem Waffer zu behandeln; dann bestreut man die Flecken mit einigen Körnchen unter­schwefeligsaurem Natron; auf diese wird ein wenig gestoßene Weinsäure geschüttet. Fügt man noch ein paar Tropfen Waffer hinzu, so erfolgt unter leichtem Schwefelgeruch die Zersetzung, und die Flecken sind entfernt.

Russischer Salat. Kalbsbraten, weich gekochtes Ochfen- maul, entgrätete, in Stückchen geschnittene Fische und entgrätete Häringe werden mit Pfeffergurken, Perlzwiebeln, Kapern, Essig, Oel und Pfeffer vermischt und die Schüssel mit geviertelten Bricken, Scheibchen von Cervelatwurst, rothen Rüben und Cham- pignons garnirt. *

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Dauerhafte Papierblumen, die sich auch zum Schmuck der Gräber im Freien eignen und etwaigen Regen

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brtthl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Eießen.

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Unverfroren. Gläubiger:Ich muß unbedingt mein Geld von Ihnen haben; ich habe eine größere Zahlung 3 machen und befinde mich in der größten Verlegenheiti Schuldner:Nun sehen Sie, mein Lieber, jetzt merken ew doch selbst einmal, wie es thut, wenn man zahlen sott um kann nichtl"

Höchste Natur. Herr:Aber ist die Perrücke auw gut?" Friseur:Ich sag' Ihnen, wenn S' erschrecken, sträubt sich Ihr Haar!"

Ein findiger Wirth.Sie, ich Ihre Katze noch einmal in meinem---

gibt'« am andern Tag für meine Gäste Hasenbraten! ° * *

V-rnnischtes.

Die Hauptsache. Concertdiener:.Herr Klimpermann, das Publikum wird schon ungeduldig; wollen Sie nicht mit dem Concert beginnen?" Claviervirtuose (sich durch du Haare fahrend):Ja, ja! Ich muß nur meine Locken noch etwas in Unordnung bringen!" *

Viel verlangt. Rechtsanwalt (beim Plaidoyer): Meine Herren, denken Sie sich in die Lage meines Clienten und urtheilen Sie so, als wenn Sie die Strafe zu verbüßen hätten!"

Das größte Opfer. "Aber, Herr Lieutenant, bei diesem schlechten Wetter wollen Sie mich nach Hause begleiten i D, mein Fräulein, für Sie ging ich bis an's Ende der Welt sogar in Civil!" * ,

Sein Glück. A.:Ein kolossales Glück hab' ich Ml in Schweden auf der Löwenjagd gehabt!" 93.: Schweden gibt es ja gar keine Löwen." A.:Ja, stym Sie, das war eben mein Glück!"

Die Fische stehen als Nahrungsmittel ihres größeren oder Schnee am Allerseelentage ertragen können, stellt man her,

Wassergehaltes wegen dem Fleische der Landthiere nach, wäh- wenn man dieselben mit einer Wachsschrcht versieht. Zu diesem

rend sie im Allgemeinen eine nahrhafte und leicht verdauliche Zweck wird Stearin Abfälle und Reste von Kerzen so-

Speise bilden; großer Fettgehalt macht die Fische schwer ver- wie weißes Bienenwachs m einem kleinen Tiegel auf dem Herde

baulich und ist dies auch im gebratenen Zustande der Fall. geschmolzen Md in diese heiße Flüssigkeit l^e Mume, welche

Beim Einkäufe der Fische ist namentlich darauf zu sehen, man am Stiel gefaßt Hält, einzeln hinemgetaucht. Ist dies daß man gesunde Waare erhält; aus diesem Grunde kaufe 1 - -------

man niemals tobte Fische, und wenn dieses, wie gewöhnlich bei Seefischen, nicht zu umgehen ist, so sehe man darauf, daß sie ihre natürliche Farbe haben und nicht riechen. Fische, welche schleimiges und fettes Fleisch besitzen, sind schlecht; gesunde Fische haben zwischen den Muskelschichten einen weißen, ge­ronnenen, eiweißähnlichen Stoff. Karpfen, welche eine bleiche Farbe und eingesunkene Augen besitzen, sind zu beanstanden;

Karpfen, welche fleckig oder auf dem Rücken mit Schleim über­zogen sind, kaufe man unter keinen Umständen, denn solche Thiere sind krank. Unter den Fischen kommen öfters Krank- Helten vor, z. B. Pocken; letzterer Krankheit ist häufig der Lachs ausgesetzt. Während der Laichzeit sind manche Fische ungenießbar, ja bisweilen giftig, z. Ä. der Hecht; fettreiche Fische, wie der Stör und Aal, entwickeln manchmal em Gift, das in seinen Wirkungen dem Wurstgift ähnlich ist. Auch ge­salzene Fische sind hin und wieder giftig, ebenso geräucherte, und hat man in erster Linie vorsichtig bei den sogenannten Bücklingen, das sind geräucherte Häringe, zu sein. Eingewäffer- ter Stockfisch ist völlig zu verwerfen, denn in vielen Fällen ist derselbe bereits verdorben; um ihm seinen fauligen Geruch zu benehmen, weicht man ihn daher in Kalkwaffer ein; Stockfisch, welcher eingesalzen und an der Luft gedörrt wurde, muß weiß und nicht röthlich fein; auch darf er keinen Schimmel, keine Flecken besitzen, sowie keine weiche Beschaffenheit haben.

(Hausfrauen-Ztg. d. Ldwth.)