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„Ich denke, Ihnen macht es kein Vergnügen, mit mir zu sprechen." , ,
„Verzeihen Sie, daß ich jemals so dachte! Weiter haben Sie also nichts gegen mich?
Ich fühlte förmlich wie mein Inneres emporsprang, gleich den Trollhättawellen, die sich vom Sturm emporrafften-
Minnie senkte ihr liebliches Haupt und schwieg.
„Weiter nichts, liebes Fräulein?" wiederholte ich, gedämpft aber leidenschaftlich.
„Etwas freilich noch; sehr viel sogar!"
Die Brandung stürzte in die Tiefe! Und so schleuderten auch diese bitteren Worte mich von dem Gipfel einer in märchenhaftes Azur ragenden Hoffnung jählings hinab.
„Was denn?'- forschte ich tonlos.
„Das kann ich Ihnen nicht sagen."
„O, Sie m ü s s e n mir es sagen! Ich muß mich vertheidigen! Habe ich mich etwa lächerlich gemacht?"
Minnie seufzte schmerzlich. „Wenn es nur das wäre!"
„Du lieber Himmel, nur das! Welches Verbrechen soll ich denn begangen haben? Was es auch sei, ich bin unschuldig, das schwöre ich Ihnen!"
Wieder ein schmerzliches Achselzucken. Das hieß soviel als: „Ich möchte es wohl glauben, aber ich vermag es nicht-"
Jetzt mischte sich Asmus, indem er wähnte, wir hätten den Trollhättan angeschwärmt, in unser Gespräch: „Einfach großartig, nicht wahr, Fräulein Minnie? Hier in einer Hütte leben und alle Reichthümer der Welt verachten, das wäre so mein Fall!"
„Solo," fragte Minnie, indem sie ihre weißen Zähne zeigte und Asmus einen ihrer schelmisch-freundlichen Blicke zuwarf, die Menschen rasend machen konnten.
Der glückliche Karl antwortete mit einem maßlos verliebten Augenaufschlag. „Himmlisch mit Ihnen!" rief er dann ziemlich laut, wohl im Glauben, daß der Trollhättan diese Unverschämtheit für alle Unberufenen überdonnern würde.
Hastig erhob Fräulein Minnie sich. Was sie für ein Gesicht machte, konnte ich nicht sehen. Karl folgte ihr auf dem Fuß. Herr Saffe und ich schloffen uns an. Ich fühlte mich sehr geneigt, mitten in den Trollhättan hineinzuspringen, um allen Dummheiten, die in mir tobten, ein Ende zu bereiten.
Weiter abwärts säumten Felspartien und schöner Wald die Stromschnellen. Herr Saffe war ganz begeistert von der nordischen Natur. Ich muß mehr davon sehen! „Ich muß auch einmal nach Norwegen!" rief er. „Christiania soll unvergleichlich schön liegen. Meine Tochter und ich werden noch nach Christia- nia fahren! Die Zett wird gerade reichen, um die Rückfahrt mit unserem Dampfer nicht zu verpaffen."
„Selbstverständlich! Auf nach Christiania!" schrie Asmus, indem er seinen stark grau gewordenen Filz schwenkte. „Diese Brillantbrosche der Jungfrau Europa zu schauen, bildete von jeher meinen Herzenswunsch!"
Herr Saffe zog eine sonderbare Miene, schwieg und blickte mich vielsagend an.
Meine Miene war mindestens ebenso sonderbar. Denn mit welchen Mitteln Asmus jetzt nach Norwegens Kapitale reisen wollte, war mir vollkommen schleierhaft- Ich wußte ohnehin schon nicht mehr, wie wir ohne Schwierigkeiten Kiel wieder erreichen konnten, hatte der heutige Tag doch über Erwarten bekümmernde Verheerung unter meinen Finanzen angerichtet.
Ich raunte Asmus zu: „Mensch, bist Du verrückt? Ich pfeife ja auch bald auf dem letzten Loch I"
„Laß mich nur machen!" gab er mit schlauen Augenzwinkern zurück.
Ich ließ ihn also machen. Der Ertrinkende greift nach einem Strohhalm. Wie hätte ich es auch ertragen sollen, mich jetzt von der zürnenden Minnie vielleicht auf immer zu trennen!
Ueber den Trollhättan führt eine stolze, steinerne Brücke, von der man tief hinab in die dahinrauschenden Wasser schaut. Aus einer Ritze der äußeren Brüstung entsproß ein wildes Veilchen, ein Prachtexemplar seiner Gattung.
„Wie süß ist es!" sagte unsere schöne Gefährtin. „Wer es doch pflücken könnte!"
„Ihr Wunsch ist mir Befehl!" rief der tollkühne Karl. Und zu dem Blümlein sich neigend, beugte er sich weit über die Brüstung; so weit, daß Fräulein Minnie einen Schrei der Entsetzens ausstieß.
Sei es, daß dieser Schrei ihn erschreckte, sei es, daß der galante Ritter einen Schwindelanfall bekam, genug, auch er chrie auf, griff nach seinem Busen und gleich darauf stürzte wirbelnd in den schauerlichen Abgrund — nicht Karl, sondern ein schwarzer Gegenstand, um auf Nimmerwiedersehen in den Strudel des Trollhättan zu verschwinden.
Herr Sasse und ich waren hinzugesprungen und hatten den Verwegenen an seinen Rockschößen erfaßt. Während wir ihn an diesen emporzogen, stand Minnie schreckensstarr daneben.
Karl war nicht im mindesten blaß, wahrscheinlich hatte er sich wegen des seiner Lage halber zu Kopf steigenden Blutes nicht entfärben können. Nichtsdestoweniger schien er einige Minuten der Sprache beraubt zu sein, und als er sich endlich erholt hatte, flüsterte er mit Grabesstimme, indem er zum Trollhättan hinabwies: „Döderlein — dort — meine Brieftasche mit dem Gelds — alles fort!!"
Ich athmete erleichtert auf, „Nun, wenn es weiter nichts ist," wollte ich sarkastisch lächelnd erwiedern. Doch ein tragisches „OI Dl" Karls, von der Geste des Stirnschlagnes begleitet, schnitt mir schleunigst das Wort ab.
„War's denn so schlimm? fragte Herr Sasse halb spöttisch, halb mitleidig.
„Für uns ja," gab Karl im niedergeschmettertsten Ton zurück. „650 Mark, unser ganzes Reisegeld bis zum letzten Heller! O Döderlein, theurer Freund, hätte ich doch nimmer auch das Deinige zu mir genommen. Die Verantwortung drückt mich zu Boden! Wie soll ich Dir das Geld jetzt ersetzen! Wovon sollen wir leben?!"
Herr Sasse schaute mich forschend an.
Ich befand mich in unbeschreiblicher Verblüffung. Der Streich meines Asmus grenzte nahe an Hochstapelei. Wahrscheinlich legte Herr Sasse nun meine indignirte Miene und Schweigen als Wahrheitsbeweis aus. Indem er sich hinter« Ohr kratzte, bemerkte er halb ärgerlich: „Donnerwetter ja, eine böse Geschichte! Was soll man denn dabei machen?"
„Ich muß hinunter, um die Menschen in Bewegung zu bringen. Sie muß gefischt werden! Ich setze eine Belohnung aus! Einen anderen Ausweg giebt's nicht!" rief Karl leidenschaftlich, indem er ein paar tragische Schritte machte, als wollte er davon stürzen.
„Unsinn!" schalt Herr Sasse- „Was hier hmein gefallen ist, schafft kein Sterblicher wieder! Das liegt doch auf der flachen Hand!"
Stöhnend bedeckte Karl seine Augen.
(Fortsetzung folgt-)
Der Henußwerth der Zische.
In manchen Gegenden, besonders in Küstengegenden, bilden die Fische die Hauptnahrung; gegenwärtig wird sie auch in manchen Garnisonstädten bei dem Militär mit Erfolg einge» führt. In Folgendem geben wir die quantitative Zusammensetzung des Fleifches einiger Fische:
Fischart
Aal Bückling Hecht Häring (frisch) . . Häring (eingemacht) . Karpfen Lachs Lach (geräuchert) . . Schellfisch . . . • Seezunge . . . • Stockfisch (getrocknet)
Wasser
62,07
Eiweißkörper
13,00
Fett 23,86
69,49
21,12
8,51
77,73
20,36
0,60
80,71
10,11
7,11
48,99
19,45
12,72
76,97
21,86
1,09
77,06
13,11
4,30
51,89
26,50
11,72
80,97
17,09
0,35
86,14
11,94
0,25
18,60
77,90
0,36
Asche 0,77 1,24 1,19 16,33
9,39
1,39
1,64
1,22
1,52


