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Mit seiner Einwilligung natürlich! Nun, das ist zwar nicht ganz correct; doch wenn es auf Veranlassung des Herrn Stadtraths geschehen ist"

Aber so begreifen Sie mich doch endlich, bester, theuerster Freund! Nicht auf seine Veranlassung und mit seiner Ein» willigung, sondern aus eigenem Antrieb und ohne sein Wissen habe ich mich zu jener unglückseligen Handlung hinreißen lassen. Ich gebe mich diesem Geständniß auf Gnade oder Ungnade in Ihre Hände; denn ich weiß ja, Sie werden mich nicht ver­derben!" (Fortsetzung folgt.)

Gemeinnütziges«

Die Feinde des spielende« Kindes. In der Kinderstube und im Freien läuft das Kind beim Spielen allerlei Gefahren, da es unbedachtsam Alles berührt und in den Mund oder die Ohren steckt, was ihm zur Hand liegt- Einige Ver­haltungsmaßregeln, die Harriet Friedeberg veröffentlicht hat (Berlin, Max Posch), werden daher den Eltern willkommen sein: Stecknadel oder scharfen Gegenstand ver­schluckt. Gib dem Kinde eine harte Brodrinde oder rohes Eiweiß zu schlucken. (Keine Abführmittel.) Münze ver­schluckt. Wenn die Münze im Hals stecken bleibt und nicht mit den Fingern zu erreichen ist, halte das Kind an den Füßen herunterwärts und gib kurze Schläge auf den Rücken zwischen den Schultern. Wenn dies mißlingt, gib Rtcinusöl. Erbse oder Brod im Ohr. Versuche auf keine Weise den Fremd­körper, zu entfernen, sondern warte, bis der Arzt kommt oder das Kind zu ihm gebracht wird. Es ist ungefährlicher, den Fremdkörper einige Stunden im Ohr zu laffen, ohne ihn zu berühren, als vergebliche Versuche mit unkundiger Hand vor­zunehmen. Fremdkörper im Auge- Nicht reiben! Ziehe vorsichtig das untere Lid vom Augapfel ab. Siehst du den hineingeflogenen Gegenstand, so versuche, ihn mit dem Zipfel eines reinen Taschentuches fortzufischen. Siehst du ihn nicht, so ziehe das obere Lid vorsichtig über das untere, wobei sich der Fremdkörper leicht abstreift. Wische stets von dem äußeren zum inneren Augenwinkel. Ist der Körper entfernt, so mache Umschläge mit kaltem Wasser (Bleiwasser). Ist der Fremdkörper nicht entfernt, so mache kalte Umschläge, bis der Arzt kommt, und quäle das Kind nicht unnütz. Gegen­stände in der Nase. Bohre und stochere nicht! Eine Prise Schnupftabak in den anderen Nasenflügel bringt ihn gewiß zum Vorschein. Käfer im Ohr. Lege das Kind mit dem leidenden Ohr nach oben und träufele mit einem Thee- löffel warmes Wasser hinein, der Käfer wird zur Oberfläche steigen. Rühre das Ohr sonst nicht an.

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Zur Vertilgung des Schimmels in Kellern eignet sich sehr gut der ungelöschte Kalk. Derselbe wird in der Form eines feinen Pulvers mittels eines Blasebalges an die Wandungen des Kellers und in die Fugen und Ritzen ge- blasen oder auch mit der Hand gestreut. Die Wände müssen feucht sein; trockene Keller werden zuvor tüchtig angenetzt. Der Kalk löscht sich und tödtet hierbei alle Organismen. Am fol- genden Tage läßt man die Wände, die dann wenigstens zwei Jahre schimmelfrei bleiben, abwaschen.

Griesmehlklötze. 1 Liter Milch, 1 Pfund feines Griesmehl, ein etdick Butter, etwas Citronenfchale, vier bis fünf Eier. Die Milch wird mit der Butter und etwas Salz gekocht, alsdann unter stetem Umrühren das Griesmehl hinein- gethan, bis es ganz trocken geworden. In diese erkaltete Masse gibt man die Eier und die Citronenfchale und sticht mit einem Löffel Klöße aus, die man in Salzwasser 10 Minuten kochen läßt. Beim Anrichten etwas gebräunte Butter darüber ge­geben, bilden sie mit Backobst oder Eingemachten eine angenehme Speise.

Vermischtes«

Speise« als Ursache« vo« Hautausschlägen. Schon der größere Blutreichthum und das erhöhte Wärmegefühl in der äußeren Haut nach einer guten Mahlzeit ruft im Ge. sicht eine frischere Farbe hervor und läßt eine Abhängigkeit zwischen dem Füllungszustande der Blutgefäße der Bauchhöhle und denen der Haut erkennen. Aber wie manche Arzneimittel, z. B. Antipyrin, Chinin, Bromkalium, Jodkalium u. s. ro., sobald sie im Blut kreisen, auf der Haut Ausschläge Hervor­rufen, so geben auch bestimmte Speisen und Getränke bei ein­zelnen Personen Anlaß zum Ausbruch von Neflelausschlag (Urtikaria), Rötheln und anderen Hautleiden. Man kann diese auffällige und ost sehr lästige Erscheinung nur als die Wirkung einer rein reflectorischen Nervenreizung erklären, wie sie am häufigsten durch Reizung der Geschmacksnerven und des Ver­dauungscanals bedingt wird, da manche Personen gegenüber bestimmten Speisen und Getränken eine derartige Empfindlich­keit zeigen, daß nicht selten, wenn der Stoff bloß in den Mund gebracht wird, schon Nesselsucht auftritt, ohne daß inzwischen das Geringste davom in die Körpersäfte übergegangen sein kann. Es gibt eine ganze Reihe von Speisen, die regelmäßig oder zeitweise Nesselausschlag veranlassen können, so z. B. Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Fische aller Art, besonders See­fische, Hummern, Austern, Krebse, Schnecken, Würste, Schinken, Champagner, Schweinefleisch, manche Sorten Käse, Gefrore­nes u. s. w. Ekel und Einbildung tragen an dieser Wirkung nicht immer die Schuld, da auch in Fällen, wo man Jemandem ohne sein Wissen eine Speise beibringt, gegen die er empfind­lich ist, doch die Erscheinung zum Vorschein kommen kann. Neben dieser Empfindlichkeit der Gefäßnerven, die auf reflec- torische Erregung oder auf einen bestimmten chemischen Reiz in so eigenartiger Weise reagiren, können auch im Verdauungs­canal Mikroben und Fermente vorhanden sein, welche aus den Speisen Gifte bilden, die in der angedeuteten Weise wirksam sind. Auffallend ist ja, daß derartige Erscheinungen aus ber Haut mit Vorliebe bei Personen auftreten, die an gestörter Verdauung leiden, bei denen Gährungen oder übermäßige Säurebildungen im Magen fehlerhafte Verdauungsproducte liefern. Einen interessanten Fall in dieser Hinsicht beobachtete Dr. Pick in Wien. Jemand bekam jedesmal nach dem Genuß von Kartoffeln und eingemachtem Obst Nesselausschlag, der nach dem Genuß dieser Speisen mit der allergrößten Gewißheit vorausgesagt werden konnte. Das Leiden bestand schon seit sechs Jahren und trotzte jeder Behandlung. Von dem Gesichts­punkte ausgehend, daß hier fremde Fermente mit im Spiele seien, versuchte Dr. Pick durch Verabreichung eines gährungs- widrigen Mittels (0,05 Gramm Kreosot) den Ausbruch der Utikaria zu verhüten. Dies gelang in der That und der Kranke konnte bei Gebrauch von 0,05 Gramm dreimal täglich seine Lieblingsspeisen (Kartoffeln und eingemachtes Obst) un­gestraft genießen. Als nach einer Woche das Kreosot probe­weise ausgesetzt wurde, trat der Neflelausschlag wieder aus, um nach Anwendung des Mittels wieder zu verschwinden. Und so zeigte sich nach mehr oder weniger langen Zwischenräumen das Kreosot namentlich in etwas größeren Gaben gegen eine Wiederkehr des Leidens wirksam; und wie Kreosot dürsten auch andere gährungswidrige Mittel wirken. Einen weiteren eigenartigen Fall beobachtete Dr. Pick noch bei Rekruten, die in großer Zahl von Furunkulose befallen wurden, welche nur darauf zurückgesührt werden konnte, daß die Leute früher nur äußerst selten Fleisch und fast ausschließlich Pflanzenkost ge­noffen hatten.

Immer unschuldig. Weib:Es ist doch ein Kreuz mit Dir, daß Du jedesmal der Letzte sein mußt, der aus dem Wirthshaus heimgeht." Mann:Heiliges Kanonenrohr, was kann ich dafür, daß jedesmal alle anderen Leute vor mir heimgehen I"

Redaktion: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.