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V-pinischtes.
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
Aus der Schule. Der Bauarbeiter W. in der S.- straße, d»sten siebenjähriger Sprößling Fritze seit Ostern eine Berliner Gemeindeschule besucht, erhielt dieser Tage von einem guten Freunde Besuch, der ihn unter Anderem auch befragte, wie sich denn sein Junge in der Schule mache und ob er gute Censuren nach Hause gebracht. „Jh," meinte Vater W-, „der Junge is ja nich uff'n Kopp jefallen, und die Censuren sind ja so weit noch janz jut. Aber blos von wejen der Aufmerksamkeit, da hab' ick ihm schon zweemal ordentlich verbimst." — „Was hat er denn in Aufmerksamkeit?" — „Na, steh' mal hier," und dabei zeigt Herr W. auf die betreffende Rubrik. — „Ja, was willste denn blos?" fragt erstaunt der Freund. „Da steht ja: Aufmerksamkeit rege." — „Das is es ja eben," braust Vater W. ärgerlich auf, „der Junge soll nich rege sind! So is er zu Hause accurat. Das is 'n ewijes Jezappel un Jefrage; wat hat der Bengel rege zu sind? Wenn er noch mal „Aufmerksamkeit rege" kriegt, denn kann er sich uf was jesaßt machen 1" - Hoffentlich ist Vater W. bis zur nächsten Censur über seinen Jrrthum aufgeklärt und wird Fritze bei passenderer Gelegenheit „verbimst".
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Petroleumkaffee. Gnädige Frau (händeringend): „Um Gotteswillen, Herr Doctor, ich habe aus Versehen Petro» leum getrunkenI" — Hausarzt (ruhig): „Beruhigen Sie sich; wenn Sie denselben Kaffee trinken, den ich schon manchmal von Ihnen vorgesetzt bekommen, wird Ihnen auch Petroleum nichts schaden!" * #
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Auf dem Ball. Herr (nach dem Tanz): „Darf ich hoffen, daß Sie auch morgen an mich denken werden, mein Fräulein?" — Fräulein: „O gewiß, die Hühneraugen werden mich schon an Sie erinnern!" *
Widerspruch. Unteroffizier: „Füsilier Knorr, Sie infamer Kerl, Sie sollen Ihr Gewehr nicht so weit hintenüber halten, das muß Ihnen doch Ihr gesunder Menschenverstand sagen, Sie Rindvieh!"
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Rücksichtsvoll. Gendarm (zu einem im Korn lagernden Strolch): „Heda, kommen Sie mal heraus!" — Strolch: „Ach, laffen's mich doch; ich müßt' dem Bauer ja zu viele Halme niedertreten!"
brennen!" „ c
„Allerdings, und doch muthen Sre getrost den inneren, empfindlicheren und edleren Theilen täglich das zu, was Sie für die äußere, abgehärtete Haut mit Entrüstung zurückweisen."
Speisen und Getränke, die 25 bis 26 Grad haben, sind vollkommen warm genug und dem Magen zuträglich. Eine lächerliche Einbildung ist es, durch heißes Esten und Trinken sich gegen die kalte Jahreszeit schützen zu wollen; eine richtige Blutcirculation ist der beste Wärmeregulator des Körpers; daß die Blutcirculation aber keine beffere wird, wenn ich mir Zunge, Hals, Magen und Gedärme verbrenne, wird wohl Jedermann einleuchten.
Möchte doch in jeder Familie neben dem Bade« und Zimmerthermometer auch ein Speisethermometer seinen Platz behaupten und möchten doch alle Diejenigen, welche schon länger der Unsitte des Heiß- und Hastiq-Effens und -Trinkens ge- fröhnt haben, allmälig davon zurückgehen und zur Ueberzeugung gelangen, daß ich mit diesen Zeilen nur Gutes, die Gesundheit Förderndes habe bezwecken wollen! (Häusl. Rathg.)
SüßeSchmeichelei. Fräulein: „Run habe ich Ihnen meine Ansicht über diese Sache entwickelt. Aber, nicht wahr, es ist rechter Kohl gewesen." — Herr: „O, mein Fräulein, und wenn es wirklich Kohl wäre, auf Ihren holden Lippen wird es wenigstens zu Rosenkohl",
Die beste Empfehlung. Dame: „Haben Sie Empfehlungen über Ihre Pension?" — Vorsteherin: „Gewiß, im vergangenen Jahre haben drei meiner Pensionärinnen sofort von hier weg . . . geheirathet!" *
Das letzte Mittel. Tochter: „Ich kann's nicht ändern, daß Herr X. so ost kommt; ich habe schon alles Mögliche versucht, ihn zu vertreiben." — Vater: „Unsinn, Du hast ihm noch nicht ein einziges Mal, etwas.vorgesungen."
Natürlich. „Misten Sie, meine Herren, was ich gemacht hab', als ich einmal auf meiner Orientreise einem Räuber begegnete?" — „Nun?" — „Lange Beine!"
Unerhört. Hauptmann (auf dem Rock eines Rekruten ein Federchen gewahrend): „Jetzt spielt der Mensch gar den Papageno I"
wo die Frau mit Romanlesen, der Mann mit Billardspielen ihre Zeit vertreiben, wird heiß und rasch gegeffen und getrunken.
Und was find die Folgen dieser unvernünftigen Lebensweise ? Hier ein Beispiel aus meiner eigenen Familie.
Mein jüngster Bruder, Realschüler, ein sehr talentvolles Kind, bekam von Zeit zu Zeit heftiges Erbrechen nach dem Essen, doch konnten die Aerzte keine Krankheit an ihm entdecken, und als er eines Tages auf dem Heimwege von der Schule zusammenstürzte und nach wenigen Stunden starb, erklärte sich erst nach der Sectio«, daß mein Bruder Magengeschwüre ge- habt hat und infolge von innerlicher Verblutung gestorben ist. Und was war wohl die directe Ursache seiner Magengeschwüre? Mein Bruder chatte nach der Schule noch Musikstunden und kam dann erst zu einer Zeit heim, da das Mittagessen schon vorüber war. Die Wirtschafterin, die nach der Mutter Tode das Hauswesen führte, meinte es gut mit dem Kinde und stellte ihm das Essen recht warm vor, und mein armer, hungriger Bruder aß schnell und ohne richtig zu kauen. Wie viel Jammer wäre dem Vater erspart geblieben, wenn er zur rich- tigen Zeit diese Untugend seines Sohnes erkannt und Abhülfe geschaffen hätte! Wie in Pensionen und Erziehungsanstalten in dieser Hinsicht gesündigt wird, das möge ein Beispiel von mir selber aus meiner Pensionszeit in der französischen Schweiz beleuchten. , , r __ .
Ich, die ich von Hause aus eine langsame Essen« :mar, so daß ich deshalb oft ausgelacht wurde, kam in der Pension immer zu kurz; ich konnte mich nie satt essen, weil auf Com- mando gegessen werden mußte und zwar sehr heiß. Aber was machen nicht das böse Beispiel und der Hunger? Ich aß schließlich ebenso schnell und heiß wie alle Anderen, mußte es aber mit monatelangem Magenleiden büßen. Und wie sah es mit meinen Mitgenossinnen aus? Auf 20 Mädchen kamen 15, die wegen Magenbeschwerden in fortwährender ärztlicher Behandlung waren und alle möglichen Pillen und Mixturen verschluckten, was ihnen aber nichts half, weil sie die Ursache ihres Leidens nicht erkannten und immer wieder darauf los sündigten.
Die meisten Magenleidenden gibt es unter den Köchinnen, weil sie verpflichtet sind, die gekochten Speisen auf den Ge- schmack zu prüfen. Und wie thun sie es? Gewöhnlich nur TC&t
Daß heißes Esten und Trinken auch die Zähne ruinirt, ckann jeder Zahnarzt nachweisen.
Zu einer mir befreundeten Familie kam ich zufälligerweise zum Mittageffen und sah mit Erstaunen zu, wie Alles dampfend verschlungen wurde. Beim Kaffee konnte ich mich nicht mehr halten: „Bitte, wollen Sie doch einmal diesen Kaffee mit dem Thermometer messen? Ha, ausgezeichnet, vierundsünfzig Grad! Hätten Sie wohl Lust, auch ein Vollbad mit vierundfünfzig Grad zu nehmen?"
„O Gott bewahre, ich würde mir ja meinen Körper ver-


