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Und geputzt und geschmückt trippelt das „Einzige" mürrisch und murrend neben der seligen Mutter, die es in ihrer Angst nicht eine Minute von der Hand läßt, weil es die weißen Gewänder beschmutzen, das duftige Hütchen verknittern könnte oder aber gar fallen, sich stoßen oder fonstwie etwas zu Leide thun!
„Es ist ja unser Einziges!" heißt es dann wieder und sorgliche Mutterhände hüllen es in eine solche Menge von Tüchern und Decken, daß das „Einzige" unwillig und pustend das Köpfchen höher streckt und gierig die frische, gesunde Winterluft einathmet.
Das „Einzige" ist gar oft unfolgsam, unartig und boshaft oder anspruchsvoll und begehrlich in seinen Wünschen und Neigungen, aber mit dem Gedanken, „es ist ja unser Einziges", wird jeder Tadel, jede Züchtigung und jede Versagung zurückgehalten.
So wachsen die Kleinen in die Höhe, verwöhnt, verweichlicht und eigensinnig, gewohnt, in Allem zu siegen, Alles zu erhalten; Trotz und Eigenwille verunstalten den kindlichen Character und aus dem mit übertriebener Sorgfalt und Nachsicht erzogenen „Einzigen" wird gar oft ein — Taugenichts!
Es ist Thatsache, daß viele jener Jungen, aus besten Familien oft, welche von einer Studienanstalt zur anderen wandern, schließlich nach Amerika oder sonst in die Fremde geschoben werden, und es trotz der vortrefflichen Fähigkeiten zu keinem Ziele bringen, die „Einzigen", die Lieblinge schwacher, kurzsichtiger Mütter sind!
Und das einzige Mädchen, wächst es nicht sehr oft zur putzsüchtigen, lebenverlangenden Tochter heran, welche rücksichts- und liebelos über die Wünsche der Mutter, die sie mit verderblicher Zärtlichkeit großgezogen hat, hinweg, zur Befriedi- gung der eigenen schreitet!
Möge doch keine der Mütter sich von dem Grundsätze: „Es ist ja unser Einziges" leiten und beeinfluffen lastenI Sie schadet ihrem Liebling für später an Leib, Geist und Seele, verzieht ihn zu einem unbescheidenen, unselbständigen Menschen, erstickt allen Edelsinn und zerstört ihm das Glück der späteren Jahre.
Wenn wir einen guten Rath geben dürfen, so ist es der: Jede Mutter, welcher das Schicksal nur ein einziges Abbild gegönnt hat, erziehe dieses möglichst in Gemeinschaft mit einem anderen Kinde; sei es ein Nachbarskind oder von Verwandten, das sie für einige Stunden des Tages zu sich nimmt! So verliert sich die Einseitigkeit der Erziehung eher, das Kind lernt nicht so sehr die Langeweile und somit ihr Gefolge: Begehrlichkeit und Bosheit, kennen.
Gemeinnütziges.
Kinder, welche schnell wachsen und infolge besten blaß und schwächlich aussehen, haben zumeist großes Verlangen nach Süßigkeiten. Dieses Verlangen beruht auf dem Bedürfnisse, dem Körper Stoffe zuzuführen, welche rasch und unmittelbar in's Blut gelangen und so den intensiven Lebensproceß vermitteln. Hierher gehört vornehmlich der Zuckerstoff, der im Körper als Heizstoff Verwendung findet. Nun bietet uns die Natur einen reinen Süßstoff, der durch seinen hohen Gehalt an Traubenzucker und durch fast gänzlichen Mangel an Stickstoff am leichtesten in's Blut übergeführt wird — den Honig. Besonders empfiehlt sich zum Frühstück warme, mit Honig versüßte Milch mit gutem Hausbrode. Das ist das gesündeste, schmackhafteste und verdaulichste Frühstück; besonders im Winter kann nichts zum Gedeihen der Kinder mehr beitragen. Während Milch und kräftiges Brod die Kinder gut nährt, erwärmt der Honig den Körper und stärkt die Athmungsorgane. Die Ansicht, daß Honig unverdaulich sei und „im Magen liegen bleibe", wie Viele glauben, ist ein Vorurtheil; er ist nur dann unverdaulich, wenn er ohne Verbindung mit stickstoffhaltigen Nährmitteln in größeren Quantitäten genommen wird. Aber
gutes Hausbrob, mit Honig bestrichen, frommt den Kindern mehr, als ganze Schachteln Kinderbisquits, Extracte und andere Kunstproducte.
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Gegen das Rauchen der Lampen. Das lästige Rauchen der Petroleumlampen, sowie das damit verbundene Verkohlen der Dochte kann dadurch vermieden werden, daß man letztere vor dem Gebrauche in möglichst starkem Essig einweicht und, nachdem sie wieder trocken geworden, in die Lampe einzieht. Durch dieses einfache Verfahren wird das Rauchen und Dunsten beseitigt.
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Apfslsleisch. Aepfel werden in Würfel geschnitten, mit Wasser, Zimmet, Citronenschale und Zucker auf's Feuer gesetzt und weichgekocht, doch müssen die Stücke ganz bleiben. Währenddessen hat man Corinthen gewaschen und weichgekocht und schüttet sie nun dazu. Nun kann man alle Reste Fletsch dazu verwenden, schneidet sie in kleine Stücke, gibt ein gutes Stück Butter in eine Kasserole, das Fleisch dazu, läßt es mit durchschwitzen, salzt es ein wenig, gibt einen Theelöffel voll Fleischextract hinzu, rührt es mit den Aepfeln gut durch und richtet es an. Sehr gut zu weißen Bohnen oder Kartoffelbrei.
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Gefülltes Kraut als Krautrouladen. Von einigen Krautköpfen werden zuerst die äußeren Blätter entfernt, dann alle guten, großen Blätter abgebrochen und das Dickste der Rippen davon abgeschnitten; diese Blätter werden gebrüht, abgekühlt, eine Viertelstunde in wallendem Salzwaffer gekocht und zum Ablaufen auf ein Sieb gelegt. Dann breitet man zwei bis drei Blätter übereinander, bestreicht sie mit einer seinen Kalbfleischfarce, die mit geräucherter Zunge, rohem Schinken, gebratener Niere und dergleichen vermischt ist, und rollt sie fest zusammen, legt sie dicht aneinander in eine Kasserolle, gießt etwas fette Fleischbrühe darüber, überstreut sie mit Salz und Pfeffer, bedeckt sie mit einem gebutterten Papier und einem Deckel und läßt sie langsam weich dämpfen; bei dem Anrichten werden die Rouladen mit dicklich eingekochter, brauner Kraftbrühe überzogen.
Vermischtes.
Ein sonderbarer Betrüger. A.: „Du, der dort hat mich auch um 80,000 Mark gebracht." — B.: „Wieso?" — A.: „Er hat mir seine Tochter nicht gegeben!"
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Ominöse Gegend. Director: „Wo haben Sie denn Ihre Braut kennen gelernt?" — Beamter: „Auf einer Reise im Harz." — Director: „O, Sie Pechvogel!"
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Annonce. „Gesucht wird ein einfaches Mädchen, das mit Bodenwichsen umgehen und in den freien Stunden den Kindern Nachhilfe-Unterricht im Französischen ertheilen kann."
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Boshafter Schluß. Freund„Schau' mal diese echte Havannacigarre an, ein wahres Prachtstück. Siehst Du, so etwas muß mit Verstand geraucht werden." — Geck: „So? Da solltest Du sie eigentlich nicht selbst rauchen."
Statistik. Peter: „Was für eine Beschäftigung hast Du denn jetzt eigentlich?" — Paul: „Ich habe mich jetzt ganz der Statistik gewidmet." — Peter: „Du? Nicht möglich!" — Paul: „Ich bin nämlich — Statist beim Theater."
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Entweder — oder. A.: „Was ist denn das plötzlich für ein Lärm im Wirthshaus drüben — was muß denn da los sein?" — B-: „Ach, da laffen sie gewiß wieder Einen leben oder — sie bringen Einen um!"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
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