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Herr Bühring?" ren, viele kleine : tiefer. Es liegt on Jahrhunderten man erst durch-
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st starb, von wem i würde er fehlen
Und er seufzte. ; das Zimmer ge» n?
S dem Leben auch । kurz und — es in, eigentlich feit chelte. Die arme, ich veranlagt, wie
n, lockigen Bart, nicht.
helle Stirn. Der inigin des letzten Zankdirectors und r auch unmöglich Die gnädige Frau n das fchnipprsche bis er es vorzog, ute Laune zurück- nach Hause und das Sopha warf
Alles verkehrt, Alles nur ein einziger Fehlschlag. Wenn jetzt ein Engel mit dem feurigen Schwerte erschienen wäre, um das Hereinbrechen des jüngsten Tages zu verkünden, wenn ein Erdbeben alles Lebende erschreckt hätte — ihm würde es weiter nichts ausgemacht haben. Er war gerade in der Stimmung, um sich irgendwo trotzig aufzulehnen.
Aber nur der Herbstwind zerblälterte draußen dre Bluthen der Astern und Georginen, der Regen schlug klirrend gegen die Scheiben; sonst geschah nichts Besonderes, am allerwenigsten etwas, das große Aufregungen gebracht hätte. Erst gegen Abend hörte der Baron, daß ein Wagen den Kiesweg hinauffuhr, aber anstatt vor dem Portal vor dem westlichen Neben- eingang hielt.
Was mochte das sein?
Hans Adam erhob sich und ging zum Fenster, um hinab- zusehen. Ein nicht ganz zu unterdrückender, halblauter Ausruf brach über seine Lippen.
Die Ponnp-Equipage des Gerichtsvollzieher»!
Einen Augenblick schien es doch, als drehe sich das ganze Zimmer mit rasender Geschwindigkeit um die eigene Achse. Wenn Lissauer die Summe von sechzigtausend Thaler eingeklagt hätte! —
Was dann?
Jnstinctmäßig warf sich der Baron wieder auf das.Sopha. Der Lakai kam schon die Treppe herauf; es war nicht nölhig, ihm die nagende Angst dieser Augenblicke jetzt gleich zu ver- rathen.
Ein Stechen und Bohren durchwühlte den Kopf des Barons, seine Hände bebten; es bedurfte der äußersten Anstrengung, scheinbar in eine Zeitung zu blicken.
„Run, Fischer, was gibt es?"
„Ein — Herr — wünscht den Herrn Barop zu sprechen."
„Hat er seinen Namen genannt?"
„Seinen Namen?" wiederholte der Lakai. „Nein, Herr Baron"
„Gut, führen Sie ihn hierher, Fischer."
Zwei Minuten später stand der Mann mit der verhäng- nißvollen Mission vor dem Schloßherrn. In seiner Hand lag ein Papier, das er jetzt dem heimlich zitternden Aristokraten darbot.
Tod und Leben hingen an dem, was nun folgen würde. Hans Adam hatte kaum die Kraft, das Blatt auseinander zu falten-
„Einen Wechsel?" stammelte er völlig fassungslos.
„Ja, gnädigster Herr. Zahlbar nach Sicht. Der Herr Commerzienrath Lissauer läßt das Accept präsentiren."
„Lissauer? — Und wie hoch — ich meine —"
„Sechstausend Thaler, Herr Baron."
Felsenlasten fielen von dem Herzen des Schloßherrn. — Sechstausend Thaler! Eine Bagatelle also. Das mußte sich ja unschwer herbeischaffen lassen.
Er gab das Blatt zusammengefaltet dem Gerichtsvollzieher zurück. „Ja, mein bester Herr, im Hause habe ich soviel Geld nicht liegen."
Der Beamte zuckte die Achseln. „Ich bedaure lebhaft, Herr Baron, aber — es soll in diesem Falle keine Frist bewilligt werden. Der Wechsel gelangt morgen zum Protest." „Morgen schon?" „Leider, Herr Baron!"
„Gut. Ich bin morgen Vormittag bei Ihnen."
Der Gerichtsvollzieher empfahl sich und Hans Adam war wieder allein. An diesen Wechsel hatte er seit Monaten nicht mehr gedacht, ja, er hatte ihn völlig vergessen. Wie kam Lissauer in den Besitz des Blattes, das vor länger als einem halben Jahre dem Pferdehändler für einen eleganten Viererzug ausgestellt worden war?
Dieser elende Bursche I Jahre lang hatte er von ihm seinen Bedarf bezogen und immer cavaliermäßig bezahlt ; jetzt, bei erster Gelegenheit, wurde er zum Dank dafür verrathen und ohne Bedenken dem Halsabschneider aus geliefert- Hans Adam verschluckte einen Fluch, der weder sehr christlich klang, noch auch salonfähig gewesen wäre.
Lissauer zog die Schlinge immer fester und fester zusammen, ohne Zweifel in vollster Absicht und mit ganz planmäßigem Vorgehen.
Obgleich der Baron das genau durchschaute, war ihm andererseits die Entdeckung doch eine recht angenehme, behagliche. Der Commerzienrath wollte keineswegs einen einzigen plumpen Schlag führen, sondern sein Wild langsam in die Enge treiben, immer geleitet von der Hoffnung, vielleicht halben Weges eine andere Bahn einschlagen zu können, anders disponiren zu dürfen.
Ruth erkannte möglicherweise die Gefahr, in welcher die Ihrigen schwebten, und ließ sich herbei, minder spröde den un* erwünschten Liebhaber abzuweisen. Zeit gewonnen war auch hier Alles gewonnen.
Und der Baron lächelte schon wieder, er streckte sich bequemer aus und entzündete eine neue Cigarre. „Sollte man denn nicht mehr sechstausend Thaler auftreiben können? — Bah, eine Kleinigkeit!"
Fünftausend eigentlich nur, denn das sechste lag noch baar im Schrank, das letzte von den zwölf, welche Erich so unerwartet gebracht hatte. Hans Adam schüttelte den Kopf. Wo war all' das Geld geblieben?
Freilich, Hochzeit und Begräbniß, die Bernsteingrube und die Sorge für die Ueberschwemmten hatten große Summen verschlungen, dazu kamen mehrere Dampfmaschinen und die Gehälter der Angestellten, ebenso--
Aber weshalb sich den Kopf zerbrechen? Damit flog fein Groschen in die Kaffe zurück. Es gibt unter der Sonne nichts Unfruchtbareres, als eine der That nachhinkende, nutzlose und klägliche Reue.
Schlimmsten Falles gab es doch wohl auch für den Besitzer von Moldt noch Credit genug, um bei einem Negotianten die Lappalie auszutreiben, fei es denn selbst gegen zwanzig Procent. Auf Kleinigkeiten darf bei solchen Anlässen niemals gesehen werden.
Hans Adam blies die blauen Dampfwolken in die Luft. Nur ein Gedanke störte ihn. Wenn Cäcilie von der Sache erfuhr, bann gäbe es wieder eine unangenehme Scene mit Thränen und allerlei Gewiffensfragen. O, wie er dergleichen haßte! Lieber die Mündung einer Pistole vor sich als die gerungenen Hände einer weinenden, beleidigten Frau.
Seine Stirn zog sich in krause Falten. Es war an keine Geheimhaltung, an kein Verschweigen zu denken, das wußte er nur allzu wohl. Sämmtliche Domestiken hatten den Gerichts- Vollzieher gesehen, aus irgend einem Wege würde also die Kunde in Cäciliens Zimmer gelangen.
Er begab sich so spät als nur möglich in den kleinen Salon, schützte ArbeitSüberbÜrdung vor und war sehr schweigsam, so daß ihn Cäcilie heimlich forschend beobachtete. Irgend etwa» wurde ihr verborgen, das füllte sie instinctmäßig.
Fräulein Malten sah aus, als habe sie Fieber; ihre Wangen glühten in verschönerndem Roth, die Augen leuchteten, aber nicht freudig oder gar glücklich, sondern in heftiger Erregung, als sei das scheue, verschlossene Mädchen angegriffen worden und rüste sich, dem Gegner Schlag um Schlag zurückzugeben. Sie betheiligte sich, wie das ihre Gewohnheit war, an der Unterhaltung mit keiner Silbe.
„Adele," fragte die Baronin, „fehlt Ihnen etwas? Haben Sie irgend einen Verdruß gehabt?"
Das junge Mädchen schrak auf. „Ich, gnädige Frau? Nein, gewiß nicht. Aber mein Kopf schmerzt mich sehr."
„Dann legen Sie sich nur gleich schlafen, Liebe. Ruth hilft mir wohl später ein wenig."
„Sehr gern, CM."
„Noch Eins," fuhr die Baronin fort, „wer war vorhin hier? Es hielt ein Wagen vor dem Seiteneingang?"
Die Blicke der Gesellschafterin suchte» fecundenlang diejenigen des Barons. „Der Herr Baudirector war im Schlosse," antwortete sie ruhigen Tones. „Außer ihm habe ich Niemanden gesehen." „, ,
(Fortsetzung folgt.)


