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— vielleicht auch die abendliche Zusammenkunft.
„Warum hat man mir das verschwiegen?" fragte er trau« „Es wäre uns vielleicht viel Kummer erspart geblieben." „Ich will es Ihnen sagen, Graf," sprach der Sterbende.
Scherwiz war die Milchschwester meiner Frau, diese adoptirte unser Kind."
Darauf folgte mehrere Minuten lange» Schweigen und tausenderlei Gedanken schwirrten dem Grafen durch den Kopf. Was er soeben gehört, erklärte da» ganze Geheimniß, die Briefe
„Meine Tochter wollte Ihnen das Geheimniß anvertrauen, weil es ihr das Leben verbitterte; sie erfuhr ja überhaupt erst davon, als ihre arme Mutter kurz vor ihrem Tode zu Ihrer Gattin kam und dieser Alles erzählte. Und ihre Mutter nahm ihr das feierliche Gelöbniß ab, daß sie es nie verrathen wolle und Martha hatte diesen Schwur treu gehalten. Es war wie eine Fügung des Himmels, daß ich gerade nach Roddeck kommen und da das Grab meiner Frau und mein lebendes Kind finden mußte. Erinnern Sie fich, wie ich zuerst ihr Bild sah?"
„Sehr gut," erwiderte Curt, traurig mit dem Kopfe nickend, „warum sagten Sie mir da nicht die Wahrheit?"
„Das wagte ich nicht, weil mein ganzes Leben sine elende Lüge war. Jetzt, im Sterben, kann ich wagen, es auszu- sprechen: mein wahrer Name, Graf, ist Werner Horst. Ich war von Jugend auf ein böser Knabe und vergeudete in kür« zester Zeit da» Erbe meines Vaters. Heute kann ich Ihnen sagen, was gestern nicht um Alles in der Welt über meine Lippen gekommen wäre. Ich machte mich einer großen Fälschung schuldig und erhielt Gefängnißstrafe- Wenden Sie sich nicht von mir ab, ich bin für meine Sünden genugsam gestraft worden."
„Aber noch verstehe ich nicht," unterbrach ihn der Graf in mildem Tone, „warum wollten Sie mir das Geheimniß verbergen?"
„Weil ich, sobald ich Ansprüche an mein Kind erhob, hätte sagen müssen, wer ich bin. Unter Thränen bat sie mich, er Ihnen sagen zu dürfen, aber ich mochte nicht."
„O Gott, sie ist ein Opfer ihres Ehrgefühls gewordenI" flüsterte der Graf. „Sagen Sie mir doch das Eine: haben Sie sich an dem Abend vor Ihrer Abreise mit meiner Frau in dem Laubgang getroffen?"
„Ja," lautete die Antwort, „ich bat sie darum, und ob» wohl widerwillig, stellte sie sich nach Dunkelwerden da ein."
„Hat sie je Briefe von Ihnen empfangen?" fragte Graf Curt mit matter Stimme.
„Zweimal," entgegnete Werner Horst, „doch woher wissen Sie das? Und wozu diese Fragen?"
„Weil Sie dazu beigetragen haben, meine arme Martha zur Verzweiflung zu treiben," sagte Curt, und darauf erzählte er all' das Traurige, das sich während der letzten kurzen Zeit auf Villa Roddeck zugetragen hatte-
„Machen Sie mir keine Vorwürfe," sprach der Sterbende, ..meine Sünden lasten schwer auf mir. Ich hätte leichter sterben können, wenn ich sie noch einmal gesehen hätte; nun ist mir durch meine eigene Schuld auch diese meine letzte Hoffnung versagt."---
Breiten wir einen Schleier über dieses Sterbebett, das Die, welche während der letzten Augenblicke des Sterbenden zu« gegen waren, nie vergaßen.
Sechsundzwanzigste» Capitel-
Erst als Werner Horst, der sich Paul Lambrecht genannt hatte, schon mehrere Stunden tobt war, ward es Licht in der Grafen Innern, erst da fiel ihm der verhängnißvolle Jrrthum seiner Gattin ein; erst da entsann er sich der Unterhaltung — der er so wenig Werth beigelegt hatte — wie er der armen Martha auf ihre Fragen geantwortet hatte: „Eine solche Frau muß zu ihren Verwandten zurückgeschickt werden."
Wie blind, wie thöricht war es von ihm, daran nrcht früher aedacht ru haben!
Eilends kehrte er heim nach Villa Roddeck, um dem Andenken an seine geliebte Gattin den letzten Schatten von Ver-
Lambrecht. Das bewies Curt von Neuem, wie thöricht sein Verdacht gewesen war.
Noch ahnte keiner von all' den Herren, welch' trauriges Schicksal den Grafen und Herrn Lambrecht, den gar Mancher um die gute Partie beneidete, ereilt hatte.
Von Bolitz, dem Sommeraufenthalte seiner Braut hsim- kchrend, war Lambrecht von seinem Pferde, das plötzlich gescheut halte, abgeworfen und mit dem Kopf gegen einen spitzen Stein geschleudert worden.
Man hob ihn besinnungslos auf und brachte ihn in seine Wohnung; hier kam er nach längerer Zeit wieder zum Bewußtsein, aber der Arzt hatte keine Hoffnung.
Er gab dem Unglücklichen zu verstehen, daß, wenn er auf dieser Welt noch Wichtiges zu erledigen habe, es wohl Zeit fei, daran zu denken.
„Wie? Meinen Sie, daß ich sterben muß?" fragte Lam« brecht mit heiserer Stimme.
„Es ist besser, Sie wissen die Wahrheit," erwiderte der Arzt sanft, „ich fürchte, daß Sie den morgenden Tag nicht mehr erblicken werden. Jedenfalls ist es gut, wenn Sie mit Gott und den Menschen Frieden schließen."
Da schwand der Gedanke an seine Braut wie ein vergessener Traum — noch einmal sah er Magdalene — seine arme Magdalene — und dann gedachte er Marthas — seines Kindes — ob sie wohl zu ihm kommen würde? — Was lag ihm jetzt daran, das Geheimniß noch zu bewahren?
Es fiel ihm ein, daß er dem Grafen ja erst vor einigen Stunden begegnet war, er wollte zu ihm schicken und ihn fragen lassen, ob es möglich wäre, die Gräfin bald bei fich zu sehen. Die ärztliche Wissenschaft vermochte ja Wunderdinge — gewiß würde ste auch sein Leben um einige Stunden verlängern können.
Der Bote traf glücklicherweise den Grafen in seiner Wohnung. Derselbe war nicht wenig erstaunt und betroffen von der Kunde. — Wie? Herr Lambrecht lag im Sterben und verlangte nach ihm? Wie ein electrischer Funke suhr ihm der Gedanke durch den Kopf, das müsse irgend etwas mit feiner verschwundenen Gattin zu thun haben.
Fünfundzwanzigstes Capitel.
So schnell als irgend möglich eilte der Graf zu dem Sterbenden.
„Gut, daß Sie kommen," begrüßte der Kranke ihn mit mottet Stimme, „ich habe Ihnen viel zu sagen. Ich muß sterben, wie der Arzt mir erklärte; doch muß ich noch über Ihre Gemahlin mit Ihnen reden."
Graf Curt fuhr heftig zusammen.
„Ueber meine Frau?" stieß er erregt hervor. „Was könnten Sie mir über meine Frau zu sagen haben?"
„Ich möchte fie noch einmal sehen," hauchte Lambrecht leise, „der Arzt sagt mir, ich müsse sterben, und es ist meine letzte Bitte: lassen Sie mich sie sehen, damit mein letzter Blick auf sie fällt."
„Wissen Sie, wo sie sich befindet?" fragte Curt.
„Nein," lautete die Antwort, „vermuthltch auf Villa Rod« deck. Das ist ja nicht so weit. Wenn sofort zu ihr geschickt wird, kann sie bald hier sein."
Dieser also wußte nichts von ihrer Flucht — sein Verdacht war also ein falscher gewesen.
„Was veranlaßt Sie zu dem Wunsch, meine Frau zu sehen?" sagte er. „Sagen Sie es mir — vertrauen Sie mir."
„Ja, das will ich," versetzte Lambrecht. „Ich weiß nicht, was Ihnen von der Herkunft Ihrer Gattin bekannt ist. Ich muß sie sehen — ach, Herr Graf von Roddeck, ich muß ste noch einmal sehen, denn sie ist mein einziges Kind!"
„Ihr Kind?" wiederholte Curt in höchstem Erstaunen.
„Ja, mein Kind," sprach der Kranke. „Ihre Mutter, meine Frau, war einst das schönste Mädchen in der ganzen Provinz. Als ich Ihre Gattin sah, da war mir, als sei mir meine Magdalene wiedergegeben worden, so jung und schön wie damals, als ich sie kennen lernte. Ihre Gattin ist meine Tochter. Graf Scherwiz war mein bester Freund, die Gräfin


