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erstenL7vonAngesicht ter Besuchs dieser Steindorf! -
Am nächsten Morgen empfing der junge Besitzer von Roten- hof einen Brief aus der Residenz von einem befreundeten An« walt, welcher ihm bei der Erbschastsregulirung vortreffliche Dienste geleistet hatte. Er bat ihn, behufs einer wichtigen Mittheilung unverzüglich zu ihm zu kommen, da er die Sache, worin der Sohn des früheren Herrn von Rotenhof eine Rolle spiele, nicht brieflich abmachen könne. ,
Marbach konnte beim Lesen dieses Briefes einen Ausruf der Ueberrafchimg nicht unterdrücken. Da konnte er den
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Ein solcher Bericht wird jedenfalls ihm vor Augen oder „Sie fragen sich ja äußer Athem, liebster Freund, be- zu Gehör kommen und bester wirken als ein Inserat. ruhigte ihn der Anwalt lächelnd. „Was es gibt? — Wahr«
Sie traten in den Gasthof, wo Marbach sofort den Be- sch^lich einen Prozeß mit diesem Gentleman aus Amerika richt abfaßte und mit der betreffenden Zeitungsadreffe versah bet aus Quecksilber zu bestehen scheint, da man ihn nur selten Reinhardt empfahl sich sodann, um denselben in einen Brief-- festhalten kann. Es wäre nämlich ganz unmöglich, Ihnen kästen ru werfen. ,, augenblicklich seine Adresse zu verrathen."
' Der junge Gutsbesitzer nahm noch ein Abendessen zu sich „Das sieht ja fast so aus, als ob er Ursache Me- Häufig und fuhr nach Haufe. , sein Quartier zu wechseln," bemerkte Marbach EFend.
Die Nacht war herrlich. Im durchsichtigen Aether schwamm „Ich habe mich also umsonst auf seine persönliche Bekanntschaft die vollleuchtende Mondscheibe, Alles athmete heiligen Frieden, gefreut?" „
non berauschendem Blüthenduft durchhaucht. Marbach fuhr „O, es ist immerhin möglich, daß er heute noch hierher langsam dahin, den Zauber dieser Nacht still empfindend. Eme kommt. Aber komisch, nicht wahr, daß er lust "ich in dieser Wehmuth, welche wie körperlicher Schmerz sein Herz zermar- Zache als Anwalt erwählt. Er weiß es natürlich nicht, daß texte, erfüllte ihn in nie gekannter Weise. War's der Schmerz ro|r befreundet sind." u ™ A
um den Freund? — Er stöhnte laut und wünschte sich Sturm „Also ein Erbschaftsprozeß gegen mich, sagte Marbach und Unwetter herbei, um das ungewohnte Gefühl abzuschutteln trocken, „Sie werden denselben natürlich annehmen.
im"Karmif mit den Elementen. Nur nicht diese träumerische „hnflnn, mein Bester, fällt mir ja gar nicht em," rief d r Nacht, diesen stillen Zauber, der ihm fortwährend ein Bild vor- Anwalt eifrig, „bin und bleibe doch Ihr Vertreter, fuche nu gaukelte, das dem Leben angehörte und nichts mit dem tobten erst seine Pläne und Absichten zu erforschen.
Freund zu schaffen hatte. n £ . . . . „Und Sie glauben, daß diese Erfolg haben können ?
Er trieb die Pferde zu rascherem Lauf und fort gings $ dieser Steindorf ist schlau genug, sich selbst aus dem
wie ein Ungewitter. Da zog er plötzlich die Zugel«an. die Spiele zu lasten, weil er nun einmal enterbt und mit seinem
Thiete standen wie aus Erz, — sie hielten vor dem Park von Anspruch von dem Vater ein für allemal befriedigt worden ist,
Ebenheim. t. p„ - beziehungsweise sich zufrieden erklärt hat. Er besitzt jedoch eme
Geisterhaft wob das Mondlicht feine silbernen Faden durch Tochter, welche nicht enterbt —"
die regungslosen Blätter und Blüthen der Bäume, stahl sich „Mer tobt ist," fiel Marbach ruhig ein.
über die schattigen Wege unb Gänge und tauchte das Herren- ^er Anwalt sah ihn überrascht an.
Haus in ent leuchtendes Meer, aus welchem die Fenster wie w atfo belogen, denn noch gestern Morgen
Krystalle blitzten und funketten. , MvwnW er mir aeaenüber eine Tochter zu besitzen."
Marbach blickte unverwandt Hinüber, unter Mem Dach behauptete er mtr^ege^ bie Tochter erst
fü? die sich dort nicht 'hat mitgtthellt werdm
“bunte St’wÄS1 K Sfringa«S toi, 34 h» beÄ t M* »* •» • die monderhellten Kieswege. Marbach zuckte so heftig znfam- Hattern f(£üttelte den Kopf.
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jetzt unter den Bäumen verlor. Nein, er hatte sich nicht ge- Klemen denn gefehtt?^^^^ ^fchoffen worben." täuscht, es war Armgarb Holten, welche hier einsam wie eine I "®rn6er(Sott — erzählen Sie mir bas, lieber Marbach I" Dicht tritt. Ihm «eUwe
efqenen HeMa^ nicht Anwal?°2 rna? h/wirK kein/ Idee ° wer das Ver-
zn bezwbngen vermochte? t brechen, denn ein solches wird's doch unzweifelhaft sein, begangen
„Schwachheit, dein Name ist Weib!" murmelte er zähne- h^en kann?" L „ .. . ™
knirschend die Peitsche über die Pferde schwingend, und fort „Nicht die blaffe Ahnung davon," erwiderte Marbach, der stürmten diese aufs Neue, wie die Windsbraut, den leichten wnen Verdacht wohlweislich für sich behielt.
Wagen mit sich vorwärts reißend, als hätten sie sich's vor- „Das ist erstaunlich, — haben Sie die Crimmal-Polizei genommen, denselben mit dem tollkühnen Führer in Atome zu I benachrichtigt." , • „
zerschmettern „Versteht sich, wird wohl nichts entdecken, ich werde meinen
Wie er’ nach dieser tollen Fahrt doch endlich unversehrt armen Freund begraben lasten und voraussichtlich den Ver- nach Rotenhof zurückgekommen, das wußte Marbach fpäter nicht brecher nie gestraft sehen. Vielleicht hat Herr Steindorfeine zu sagen. flute Spürnase, um den Mörder seines Kmdes, zu, entdecken.
3 9 . Nun, lieber Doctor," fetzte er hinzu, „ich will Sw nicht länger
aufhalten, da der intereffante Erbschaftsprozeß jetzt hinfällig geworden ist. Ich hätte meinen Gegner gern gesehen, kann aber doch nicht auf fein zweifelhaftes Kommen warten. — Also gestern früh war er hier bei Ihnen?" . ,
„Ja, er kam lange vor der Sprechstunde, welche ich doch schon um neun Uhr angesetzt habe. Wunderte mich darüber, da der junge Herr nichts zu versäumen hat. Wollte mit eint gen Bekannten noch einen Ausflug machen, wie er mir zur Entschuldigung mittheilte. Hm, war mir immerhin ein intereston' ----■ — — • t ri . Mer bleiben Sie doch yeme


