394 —.
andere Gedanken zu kommen-"
Ich will es versuchen, Doctor Asmus," versprach sie
II'
Fragen doch ui in der befolgt seien, i Tochter jeder sanfte, bereiten von un
Be- As« sah auf
Ni Erfüll« den Au ihre Al im gün würde.
Di stand h keinen । manden hängend strengen alle übr treten spruch, kümmert aber leg hindern sehen, ersten 9 machte, und verl Arztes c stillen ui er in so mals eri Voll eif( verließ c noch dur kundigen Vermittel zu sein; in übelf Unterhal auch nur Wie Doctors treue, un allein ihr zu errath und Tag feinen Jr daß sich ganze Lei gründ au des Zorn Schwester stellungen hörte wo lieferte zr früheren
Abe wenn sie Besuchen die Beuri konnte, s Fieberpho Heimnisse schaftlichei
wenn es Ihnen denn so sehr widerstrebt, mir eine Geschichte zu erzählen, so will ich Ihnen diese Aufgabe ersparen und will nichts weiter von Ihnen verlangen, als ein einfaches Ja oder Nein! Aber ein Ja oder Nein auf Ihre Ehre, Doctor Asmus! — Es wäre die unverzeihlichste Handlung Ihres Lebens, wenn Sie es jetzt über's Herz brächten, mich zu be- lügen! — Ist es wahr, daß Hugo Neukamp damals Beziehungen zu einem Mädchen, Namens Helene Mehnert, unterhielt? — Ist es wahr, daß er sich ihr unter einem falschen Namen genähert hatte und daß die Unglückliche freiwillig den Tod suchte, als sie erfuhr, wie schimpflich er sie betrogen? — Geschah es um dieser Sache willen, daß Sie das Band zerschnitten, welches Sie mit Ihrem ehemaligen Freunde verknüpfte ?"
Der junge Arzt hatte während der lebhaften Beschwörungen schweigend vor sich niedergeblickt, und auch jetzt noch schien er unentschlossen, was er ihr antworten solle. Es gab, als sie geendet, eine kleine, drückende Stille; dann aber richtete Doctor Asmus sich plötzlich auf und sagte:
„Ja, es verhält sich so, wie Sie vermuthen- Ich würde zu Ihnen aus eigenem Antrieb niemals von diesen Dingen gesprochen haben; aber ich fühle mich auch nicht berechtigt, Sie zu belügen. An dem nämlichen Tage, an welchem ich aus Hugo Neukamps eigenem Munde von seinem „pikanten" Abenteuer mit der hübschen Bonne und von dem unerwartet tragischen Abschluß desselben Kenntniß erhielt, wurde unsere Freundschaft für immer begraben. — Aber Sie fühlen sich schwach, Fräulein Editha, Sie versuchen, mich über Ihren Zustand zu täuschen — ich sehe ja, daß Sie nahe daran sind, ohnmächtig zu werden."
Wirklich hatte es für einen Moment ganz diesen Anschem gehabt; aber mit dem Aufgebot ihrer starken Willenskraft überwand Editha die bedrohliche Anwandlung von Unwohlsein und Schwäche. Es war wenigstens eine halbe Wahrheit, als sie sagte:
„Nein, es ist schon wieder vorüber — und ich danke Ihnen von Herzen, daß Sie wenigstens jetzt aufrichtig gegen mich waren. Vielleicht hätte mir und Anderen mancher Kummer erspart werden können, wenn Sie es schon damals gewesen wären, als ich Sie zuerst nach den Ursachen Ihres Zerwürfnisses mit Hugo Neukamp fragte. Doch an dem Geschehenen ist nun ja nichts mehr zu ändern- — Sagen Sie mir nur noch das Eine, Herr Doctor: glauben Sie, daß es Ihnen jemals gelingen werde, mir zu verzeihen und etwas freundlicher von mir zu denken?"
„Es giebt nichts, das ich Ihnen zu verzechen hätte, Fräulein von Hasselrode," antwortete er ernst und zurückhaltend. „Sie waren die freie Herrin Ihres Willens und jedenfalls nicht verantwortlich für meine thörichten Einbildungen. Auch sind alle diese Dinge ja nun für immer abgethan und begraben. Seien Sie versichert, daß Ihnen Niemand aufrichtiger alles erdenkliche Glück wünschen kann, als ich."
Trotz der Freundlichkeit dieser Erwiderung mußte Editha durch dieselbe wohl viel eher enttäuscht und schmerzlich berührt, als ermuthigt worden sein; denn ihr blasses Gesicht nahm einen sehr trüben Ausdruck an, und während ein tiefer Seufzer ihren Busen hob, schloß sie die Augen, als ob sie dem Arzt die Thränen verbergen wollte, die sie nicht mehr zurückzuhalten vermochte.
Doctor Asmus betrachtete sie mit einem ernsten, sorgenvollen Blick. Er bat um die Erlaubniß, ihre Wunde zu sehen und zählte die matten, hastigen, unregelmäßigen Pulsschläge ■ ihres Blutes. Der Schatten auf seinem Antlitz wurde dabei immer augenfälliger und tiefer- c
„Sie sind kränker, Fräulein Editha, als es durch die an und für sich nur geringfügige Verletzung erklärt werden könnte," sagte er eindringlch, „und Sie sollten mir kein Symptom Ihres Leidens zu verheimlichen suchen. Ist es nur die Erregung, welche Sie in diesen fieberischen Zustand versetzt hat, so sollten Sie wenigstens Alles daran setzen, sie zu bezwingen und auf
mit einem matten Lächeln. „Und Sie dürfen hinsichtlich meines Zustandes ganz ruhig sein. Ich sühle ein wenig Kopfschmerz, nichts weiter — und wenn Sie mir jetzt ein Schlafpulver geben wollen, so werde ich gewiß frisch und gesund erwachen. Nur lassen Sie die Dosis, bitte, nicht zu schwach sein! Ich sehne mich so sehr danach, zu schlafen — so sehr!"
Sie wandte den schönen Kopf zur Seite mit einer wegung, die wirklich tiefste Müdigkeit bekundete. Doctor mus zog sein Taschenbuch und schrieb ein Recept; dann er sie noch einmal lange und aufmerksam an, lauschte ihre Athemzüge und ging ohne ein Wort des Abschieds
zur Thür.
Draußen fand er den Obersten, der sich eben hatte zu feiner Tochter begeben wollen. „ p
„Ah, es ist hübsch von Ihnen, daß Sie schon so früh da sind, Herr Doctor," sagte er, ohne den sorgenvollen Ausdruck in den Mienen des jungen Arztes sogleich wahrzunehmen. „Ich hörte beim Erwachen von Monika, daß Alles gut stände, und da machte ich mich denn aus, um zu meinem Schwiegersöhne hinaus zu gehen. Ich wollte doch sehen, wie es draußen in der Fabrik stände und ob er in der Nacht unbehelligt nach Hause gelangt sei. — Außerdem — Sie waren ja zugegen und ich brauche es darum vor Ihnen nicht zu verheimlichen — war ich wohl in meiner ersten Aufregung etwas unfreund- lich und ungerecht gegen ihn gewesen- Es ist immer besser, wenn solche kleinen Mißverständnisse so rasch als möglich wieder aus der Welt geschafft werden, und so wollte ich denn nicht erst «arten, bis er selber seinen Besuch machen würde- Wie es scheint, ist draußen ja jetzt Alles ruhig. Die Leute aus der Fabrik, deren ich ansichtig wurde, sahen durchweg sehr gedrückt aus und schienen ihre nächtlichen Ausschreitungen nicht wenig zu bereuen. Ich bin sicher, daß eine Wiederholung der gestrigen Krawalle von ihnen nicht zu besorgen ist; aber ich kann es nach den Erfahrungen dieser Nacht meinem Schwiegersohn trotzdem nicht verargen, wenn er sich auch der bloßen Möglichkeit einer solchen Wiederholung nicht erst aus- setzen will. Er hat heute Morgen schon lange Conferenzen mit dem Bürgermeister und anderen maßgebenden Persönlich- ketten unseres Städtchens gehabt, und man ist dahin überem- gekommen, für den Abend und die Nacht militärischen Schutz aus der nächsten Garnison zu erbitten. Da ein ausführlicher Bericht Über die letzten Ereigniffe beigesügt werden muß, steckt der arme Neukamp bis über beide Ohren in anstrengender Arbeit und er war gewiß herzlich froh, durch die guten Nachrichten, welche ich ihm bringen konnte, der Nothwendigkeit einer sofortigen persönlichen Erkundigung nach Edithas Befinden über- hoben zu werden. — Und ich war doch berechtigt, ihm Gutes zu melden — nicht wahr?" fügte er mit einem Anflug er- wachender Beforgniß hinzu, als er jetzt aufmerksamer n des Doctors Antlitz sah- „Es ist doch nicht etwa eme Verschlimmerung in dem Zustande meiner Tochter eingetreten?
„Ich möchte Sie nicht ohne Noth beunruhigen, Herr Oberst," erwiderte der Gefragte, „aber ich darf Ihnen doch auch nicht verhehlen, daß ich mit Fräulein Edithas Befinden keineswegs zufrieden bin. Die Wunde zwar ist ganz unbe- deutend und ihre Heilung wird voraussichtlich einen durchaus normalen Verlauf nehmen, — das gesammte Nervensystem aber scheint in hohem Grade alterirt, und es sind gewisse Anzeichen da, die mich fast den Ausbruch einer schweren, fieberhaften Krankheit befürchten lassen. Für den Augenblick freilich vermag ich weder etwas ganz Bestimmtes zu sagen, noch irgend etwas zu thun. Ich werde nach Verlauf einiger Stunden wieder kommen und ich lege Ihnen ans Herz, der Kranken bis dahin möglichst absolute Ruhe zu gönnen. Lassen Sie Niemanden zu ihr, den sie nicht ausdrücklich zu sehen wünscht, und schließen Sie davon, wenn es so ihr Wille ist, auch Diejenigen nicht aus, welche sonst wohl ein Recht darauf hätten, sie zu sehen. Es könnten unter Umständen doch sehr ernste Dinge sein, welche hier in Frage stehen."
Der Oberst, der bereits jede Gefahr als beseitigt ange sehen hatte, wurde durch diese unerwarteten Mitthellungen natürlich gewaltig erschreckt. Er hatte, «och eine Unzahl von


