Ausgabe 
24.6.1893
 
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Vevnrischtes

Erst in der unendlich reichhaltigen Fischfauna des Meeres finden wir die eigentlichen Musikanten; einer der bekanntesten ist der im Atlantischen Ocean, im Mittelmeer und in der Nord, fee häufige Knurrhahn (Trigla hirundo), ein etwa 50 Ctm. langer, prächtig rosenroth und weiß gefärbter Fisch mit schwarzen, innen blau gesäumten Brustflosien, der sich durch drei freie Strahlen an jeder Seite vor den Brustflossen, mittelst deren er sich auf dem Boden fortbewegen kann, auszeichnet. Der hübsche, absonderlich gestaltete Fisch, der häufig in See-Aquarien, so z. B. im Berliner, zu sehen ist, wird auch Meerkrähe, Meerkuckuck oder Meerrabe genannt, da er sowohl im Wasser als auch gefangen im Netze einen sonderbar grunzenden oder knurrenden Ton von sich gibt, den er durch Aneinanderretben seiner Kiemendeckelknochen erzeugt. Bei stillem ruhigem Wetter versammeln sich im Mittelmeer in der Nähe der Küsten oft große Schaaren Knurrhähne, die dann ein weit vernehmbares Knurren hören lasien, so daß Fischer und Sportleute dadurch herbeigelockt werden und mit Netze und Gewehren viele von

ein weites Feld offen.

Fragen wir uns nun, zu was die Töne und Geräusche der letzterwähnten musikalischen Fische dienen sollen, so ist er un- zweifelhaft, daß sie denselben Zweck haben, wie der Gesang der Vögel und das Musiciren der Insekten, nämlich den, die Wew- chen anzulocken und sie durch Concert zu erfreuen- Es muthet uns gewiß seltsam an, dieselbe Erscheinung, die wir bei Vögeln und Insekten kennen und die uns im Gesänge der Vögel selbst zu einer Quelle reinsten Genusses wird, in dem Reich der Fische wiederzufinden und wenn wir auch erst wenige Musikan­ten unter denselben kennen, so ist doch nicht ausgeschlossen, daß es deren noch viele gibt, deren Musik aber so leise ist, daß sie nicht über die Oberfläche des Wassers hinausdringt. Vielleicht hat Carus Sterne recht, wenn er sagt, innerhalb der kristalle­nen Wölbungen und für die darin lebenden Thiers mag es da unten ein ewiges Singen und Klingen geben, und was dem Außenstehenden als schweigender Schooß erscheint, ist vielleicht eine niemals ruhende Fluth von Tönen, eine ewige Symphonie.

Schlundzähne eine Rolle spielten, neuere Forschungen haben aber ergeben, daß dies ein Jrrthum war und daß die Töne höchstwahrscheinlich in der Schwimmblase erzeugt werden. Die i Schwimmblase, die mit vielerlei Nebenkammern versehen ist, besitzt nämlich eine häutige Scheidewand, die wie ein Trommel­fell quer durch die Blase gespannt ist und dieselbe in zwei Theile trennt. Diese Scheidewand hat ein Loch und man nimmt nun mit größter Wahrscheinlichkeit an, daß, wenn der Fisch durch dieses Loch Luft aus dem einen Theile der Schimm« blase in den andern preßt, das Trommelfell in Schwingungen versetzt wird, wodurch die Töne, denen die Schwimmblase noch als verstärkender Resonnanzboden dient, hervorgerufen werden, gewiß ein höchst eigenartiges Musikinstrument. Professor Möbius, der ebenfalls im Indischen Ocean trommelnde Fische, aber ganz anderer Art beobachtete, konnte bei diesen eine ganz andere Tonerzeugung constatiren. Der betreffende Fisch (Balistes aculeatus) gehört zur Familie der Hornfische und Möbius konnte nachweisen, daß ein mit dem Schlüsselbein in Verbindung stehender Knochen der Tonerzeuger ist. Der Knochen ist an einer Stelle mit dem Schlüsselbein gelenkartig verbunden, so daß die beiden Abschnitte wie zwei Hebelarme wirken. Wird nun der längere Hebelarm durch die Seiten- muskeln des Rumpfes bewegt, dann gleitet der kürzere Hebel­arm auf dem Schlüsselbein hin und her und erzeugt dadurch einen knarrenden Ton. Da sich nun gerade unter dieser Stelle die Schwimmblase befindet, so wirkt dieselbe als Reson­nanzboden; die äußere Haut, die an der Stelle sehr dünn und biegsam ist, wird ebenfalls mit in Schwingung versetzt und pflanzt so den Ton nach außen fort. Bei andern Fischen mag der Ton auf andere Weise, zum Beispiel durch Vibration gewisser Muskelpartien, hervorgebracht werden, Sicheres ist darüber noch nicht bekannt und dem Forscher steht hier noch

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Bescheidener Wunsch. Studiosus:Also zufrieden soll der Mensch sein! Ja, wenn ich das Geld meiner Tante hätte und sie meine Schulden dann wäre ich der zufriedenste Mensch der Welt!"

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Photographische Aufnahme.Ach, Frl. Triller, wie lange ist es schon her, daß ich nicht die Ehre Ihres Be­suches hatte! Sind Sie vielleicht mit Ihrem Bilde als Acuzena nicht zufrieden?"Im Gegentheil, ich finde es sehr gelungen. Nun, warum haben Sie sich so lange nicht sehen lassen? Nun, Sie kennen ja den Spruch: Wirst Du wo gut aus­genommen, mußt Du nicht gleich wieder kommen."

ihnen erbeuten. , ~ c

Am zahlreichsten sind die Musikanten in der Familie der Umber« oder Schattenfische, die fast alle im Stande sind, Töne hervorzubringen. Der Adlerfisch (Sciaena aquila) läßt ein ähnlicher Geräusch wie der Knurrhahn hören, es ist aber be­deutend stärker als bei jenem, wird auf sehr weite Entfernungen vernommen und hört sich beinahe wie ein Brüllen an. An den Flußmündungen der italienischen Küste versammeln sich die Adlerfische häufig und lassen auf weithin ihre Musik erschallen. Es ist möglich, daß auf Grund dieser Concerte bei den Alten die Sage vom Gesänge der Sirenen entstanden ist, die gerade an den Küsten, an denen Adlerfische häufig sind, ihr Unwesen getrieben haben sollen. Wie laut die Töne, die die Fische her« vorbringen, sind, geht schon daraus hervor, daß die Fischer, welche dem äußerst schmackhaften Fisch eifrig nachstellen, ihr Ohr auf den Rand ihres langsam dahin gleitenden Fahrzeuges legen und nun die Töne noch wahrnehmen, wenn auch der Fisch sich 10 bis 12 Meter unter der Oberfläche befindet.

Ein Verwandter des Adlerfisches, der Trommler oder Trommelfisch fPogonias chromis) ist der bedeutendste unter den Fischmusikanten, da seine Musik sich sowohl durch die Stärke des Tones wie auch durch einen gewissen Wohlklang auszeichnet. Der 22/2 Meter Länge erreichende Fisch ist sehr weit verbreitet, da er im Atlantischen wie im Indischen Ocean vorkommt, sowohl an den Küsten Amerikas, wie int indischen Archipel hat man schon seine Musik gehört, welche Aehnlichkeit mit den Klängen einer Orgel haben soll. Alexander von Humboldt vernahm auf seiner großen Reise in der Süd­see das Trommeln und die Besatzung seines Schiffes wurde auf das höchste dadurch erschreckt, da sie sich das sonderbare, aus dem Wasser kommende Geräusch nicht erklären konnte und auch der große Forscher die Ursache desselben nicht kannte. Ein englischer Offizier, der China bereiste» belauschte ebenfalls ein Concert der Trommelfische, das er mit Glockengeläuts, Harfen­klängen und Orgeltönen vergleicht.Begierig, die Ursache dieses Freiconcerts zu entdecken, trat ich," so berichtet er,in die Kajüte und fand den Lärm, von dem ich mich bald über­zeugt, daß er aus dem Schiffsboden kam, zu einem vollen und ununterbrochenen Chorus angewachsen." Ein anderer Reisen­der, Präger, berichtet von einem solchen Concert folgender­maßen:Im April 1860 lagen wir auf dem Ponttniak, dem größten Flusse der Westküste Borneos. Hier hörten wir zur Fluthzeit ganz deutlich Musik, bald höher, bald tiefer, bald fern, bald näher. Es klingt aus der Tiefe herauf wie Sirenengesang, bald wie volle, kräftige Orgeltöne, bald wie leise Aeolsharfenklänge. Man hört es am deutlichsten, wenn man den Kopf in's Wasser taucht und unterscheidet leicht ver­schiedene zusammenklingende Stimmen. Diese Musik wird, wie die Eingeborenen erzählen und sorgsame Forscher bestätigen, durch Fische hervorgebracht."

Wie bringen nun diese außerordentlichen Tonkünstler ihre Musik zu Stande? Früher glaubte man, daß dabei die großen

Redaction: A. Scheuda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.