Ausgabe 
23.11.1893
 
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Nein," lautete Nanetter Antwort,Frau Gräfin fagte mir nur, sie wollte eine lange Fahrt machen. Aber sie sah recht krank ans!"

Der Graf stampfte zornig mit dem Fuße.

Warum war er aber auch nach Erlenbach gefahren? Warum hatte er ein ihm unerklärliches Etwas zwischen sich und seine schöne, edle Gattin treten lasten? Er schämte sich, weitere Fragen zu thun was sollten die Leute davon denken? Aber hier im Zimmer konnte er es nicht länger ertragen, die Luft erstickte ihn. Er wollte hinausgehen in den Park, von wo aus er auf die Landstraße blicken und den Wagen am ersten sehen konnte.

Eine Stunde verging und noch keine Spur vom Wagen. Die Sonne sank golden im Westen, die Blumen deckte der erste Thau, die Vögel verstummten und begaben sich zur Ruhe, aber noch immer ging Graf Curt unruhig und ungeduldig im Parke auf und ab.

Endlich hatte er keine Ruhe mehr; er ging in die Diener­stube und fragte den Stallburschen, ob er nicht wisse, wo die Gräfin hingefahren sei.

Ja," erwiderte dieser,Frau Gräfin hieß Friedrich bis zur Goldenen Krone fahren und dort auf ste warten."

Da rief die Stimme seiner Mutter aus dem Hause nach ihm.

Was gibt es, Mutter?" fragte er in das Haus zurück­kehrend.

Melanie fand in Marthas Zimmer dieses Btllet," sagte sie mit weicher Stimme,es ist an Dich adresstrt."

Schweigend nahm er den Brief und las. Die ihn beobach­teten, sahen, wie sein Gesicht während des Lesens todtenbleich wurde und wie er schwankte, als habe er einen tödtlichen Schlag erhalten.

Wie durch einen dichten Schleier las er die Worte, die sich wie mit Flammenschrift in sein Herz einbrannten und ihm bei alledem ein Räthsel waren.

Curt," begann der Brief,ich will nicht warten, bis Du mich von Dir schickst ich gehe ungeheißen. Du weißt Alles. Ach, dann mußt Du mich verachten, mußt Du voll Abscheu und Verachtung auf mich herabsehen; aber es war nicht meine Schuld. Glaube mir, Curt, geliebter Curt, es war nicht meine Schuld; ich leide für die Sünden Anderer. Ich kann Dir mein Lebewohl nicht schreiben, meine Augen haben keine Thräneu, aber ste haben Dich zum letzten Mal gesehen. In meinem Herzen nagt ein brennender Kummer, der mich bald verzehren wird. Du warst mein Leben, meine Liebe, mein Alles I Du warst der Sonnenschein meines Lebens l Ich gehe von Dir in Kälte und Finsterniß, wo ich Dich nie, nie, nie mehr wiedersehen werde! Zum letzten Male darf ich Dichmein Gatte, mein Geliebter" nennen und tausend Küsse auf die Worte drücken. Geliebter, vergib mir! Lebe wohl!"

Curt las den Brief wieder und wieder, ohne auch nur ein« dieser traurigen, unglücklichen Worte zu verstehen. Rur das Eine wußte er: daß ste von ihm gegangen war und er sie niemals wiedersehen würde.

Ein Schrei, den seine Mutter nie vergaß, entrang sich seinen bleichen Lippen. Der starke Mann er taumelte wie ein Kind.

Hier, Mutter, lies," sprach er dann heftig,und sage mir, was es bedeutet."

Auch aus ihrem Gesicht wich jeder Blutstropfen, während sie las.

Das sind auch mir räthfelhafte Worte," sagte sie end­lich traurig,was läßt sich thnn?"

Ich muß sie finden!" rief Curt.Mutter, rufe die Dienerschaft herbei! Alarmire das ganze Haus, wir"

Fasse Dich nur erst," fiel die Gräfin ihm in's Wort und legte ihre Hand besänftigend auf seinen Arm,und komme zur Besinnung. Wir müssen die Ehre unseres Hauses wahren; was auch geschehe, dieses Geheimniß muß unser Geheimniß bleiben; nie ist der geringste Makel auf das Haus Roddeck ge­fallen, laß auch uns diesen Namen flechenlos erhalten."

Gekränkter Stolz, gekränkte Liebe hatten ihr fast die Sinne geraubt; die letzte Unterredung mit ihrem Gatten hatte ihre Nerven überreizt, ihren Kopf und ihr Herz in höchste Auf­regung versetzt. Aus dem Chaos wilder Gedanken trat nur ein Entschluß klar hervor:Ich muß fort, ehe man mich fort­schickt!"

Heftig schrieb ste ein paar Zeilen an ihren Gatten und bedeckte ste mit leidenschaftlichen Küssen, dann öffnete sie ihren Schreibtisch und füllte ihre Börse mit allem Gold, das sie zur Hand hatte. Dann zog ste die Klingel und befiellte bei der etntretenben Jungfer ihren Wagen.

Wollen Frau Gräfin ausfahren?" fragte biese, auf bas Höchste erstaunt.

Ja, ich will eine lange Fahrt machen," gab Martha mit eigenthümlichem Lächeln zur Antwort.

Schweigenb kleibete sie sich an. Aber mit keinem Blick mehr sah sie sich im Zimmer um, in bem sie eine so glückliche Zeit verlebt hatte. Unb lange, lange Zeit sprach Nanette von bem seltsam starren, unnatürlichen Ausdruck auf dem Gesichte der Gräfin, als sie das Schloß verlassen hatte.

Wohin soll ich fahren?" fragte der Kutscher.

Nach Gernsheim," gebot die Gräfin,halten Sie wie gewöhnlich an der Goldenen Krone und warten Sie später dort auf mich."

Dreiunbzwanzigstes Capitel.

Graf Curt konnte bie Zeit nicht erwarten, wo er wieber daheim sein würde. Während der ganzen langen, einfilbigen Fahrt schwebte ihm Marthas bleiches, thränenüberströmtes Ant­litz vor. Ja, er war hart und unfreundlich gegen sie gewesen. Mochte sie ihre kleinen Geheimnisse haben; Melanie hatte Recht sie war sicher so rein, wie sie schön war. Und er trieb die Pferde zu schärferem Trabe an, ungeduldig, wieder zu seiner Frau zu kommen, ungeduldig, dieselbe wieder in seine Arme zu schließen und den scheuen, angfivollen, verzweifelten Ausdruck von ihrem Gesichte zu bannen.

Zu Hause angelangt, begab er sich sofort nach Marthas Zimmer. Auf sein Klopfen erfolgte keine Antwort. Leise drückte er auf die Klinke und trat ein aber nirgends war das liebe Gesicht zu sehen, das ihn sonst immer mit frohem Lächeln zu begrüßen pflegte.

Ah, sie wird sich wohler fühlen und hinuntergegangen sein," dachte er erfreut.

Doch wie er da inmitten des eleganten Boudoirs stand, beschlich ihn eine seltsame, nicht zu beschreibende Augst war es ein Vorgefühl des nahenden Unglücks ? Da auf dem Tische tickte eine kleine, reich mit Juwelen besetzte Uhr, in den Vasen verbreitete üppig blühendes Heliotrop, Marthas Lieb­lingsblume, einen köstlichen, fast berauschenden Duft, dort lag ein noch aufgeschlagenes Buch, in dem sie- kürzlich gelesen hatte: Alles wies auf ihre Nähe hin aber wo war sie?

Curt begab sich in das Wohnzimmer; da saß Melanie und las, aber kein goldener Kopf hob sich bei feinem Eintritt.

Wo ist Martha?" fragte er erregt.

Ich weiß nicht," entgegnete Melanie und sah ihn betroffen an,ich habe ste seit heute Morgen nicht gesehen."

In dem Augenblick trat seine Mutter ein; auf ihren Zügen lag der kalte, stolze Ausdruck, den Curt so gut kannte.

Wo ist Martha, Mutter?" fragte er heftig.Ich glaubte, sie wäre bei Dir."

Deine Gattin beehrte mich nicht mit ihrer Gesellschaft," lautete die stolze Antwort.Als ich vor ungefähr einer Stunde zu ihr gehen wollte, ließ sie mich nicht ein. Ich werde sie sicherlich so bald nicht wieder belästigen."

Aber wo ist sie?" fragte Curt dringlicher.

Ich weiß nicht," versetzte die Gräfin, gleichgültig mit den Achseln zuckend;frage doch Nanette."

Curt zog heftig an der Klingel und fragte die Eintretende nach ihrer Herrin.

Frau Gräfin ist ausgefahren," antwortete diese.

Erleichtert athmete Curt auf.

Sagte ste, wohin sie ginge?" fragte er weiter.