Ausgabe 
23.2.1893
 
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Vermischtes

Gegen das Faulen der Kartoffeln in den Kellern. Bekanntlich zieht der gebrannte Kalk begierig die Feuchtigkeit an sich. Bringt man solchen nun beim Einkellern der Kartoffeln in die Mitte des Haufens, unter oder über den­selben, so macht er die Kartoffeln trocken und erhält sie völlig gesund. Vergleichende Versuche haben, wie uns von fachmänni­scher Seite geschrieben wird, ergeben, daß die in der Weise behandelten Kartoffeln gesund blieben, während andere dersel­ben Sorte und Farbe, die aber nicht mit ungelöschtem Kalk aufgeschichtet worden waren, faulten. Der Kalk wird durch eine dünne Schicht von Reisig, Stroh oder Häcksel, oder in einem Korbe oder Sack von den Kartoffeln getrennt gehalten und in faustgroßen Stücken eingelegt. Nach Abräumung der Kartoffeln läßt sich dieser Kalk noch zur Düngung benutzen.

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Blumentöpfe aus gepreßtem Papier. Den mannigfachen Verwendungen des gepreßten Papiers fügt Pou-

und munter schwimmen die Kleinwesen vorwärts, dann ohne umzukehren ein Stück zurück- Oder sie ziehen in Bogenlinien dahin bald langsam, unter Zittern und Wackeln, bald in plötzlichem Sprunge raketengleich fortschießend. Sie drehen sich der Quere nach wie ein Kreisel, oder sie ruhen lange Zeit gänzlich, um plötzlich wie der Blitz auf und davon zu fahren. Die längeren FadenBacillen" fchmiegen und biegen den Körper beim Baden in den Wassertropfen. Jetzt kommen sie rasch und gewandt von der Stelle, dann wieder langsam, schwerfällig, als hätten sie Mühe, durch Hinderniffe ihre Bahn zu nehmen etwa wie der Fisch, welcher durch Wasserpflanzen oder Meertang dahin schwimmt. Eine Zeit lang verweilen sie auf derselben Stelle, als wollten sie sich ausruhen. Plötzlich zittert der kleine Faden und kehrt zurück, um bald darauf wieder vorwärts zu steuern. Mit allen diesen Bewegungen ist stets eine schnelle Achsendrehung verbunden, wie bei einer um die Mutter sich drehenden Schraube, dies wird besonders deutlich, wenn die kleinen Individuen geknickt sind; dann sieht es aus, als ob sie sich taumelnd umherwälzen. Auch die wellenförmigen Vibrionen und die schraubenartigen Spirillen verursachen ein Bild des übermütigsten Treibens. Oft zucken sie, Meteoren vergleichbar, hin und her, daß sie dem Beobachter kaum zum Bewußtsein kommen, oder sie rollen mit einer Geschwindigkeit dahin, daß das Auge trotz der scharfen Bewaffnung Mühe hat, ihnen zu folgen.

Diese Miniaturwesen also sind ine größten Feinde des Menschen seine Verheerer, die an dem inneren Mark zehren, in den edelsten Theilen, an den entlegensten Schlupfwinkeln, bis der Gesammt-Organismus vernichtet ist und der Tod sein Opfer hinwegführt. Allerdings können sie vereinzelt oder in geringzähligem Beisammensein keinen großen Schaden anrichten. Da würde der Mensch sie schon verwinden, indem er sie ruhig und stolz gewähren läßt oder einfach abschüttelt durch eines der - Mittel, mit welchem er ihnen beizukommen weiß. Aber die Gefahr liegt eben darin, daß sich diese Kleinwesen mit einer Schnelligkeit, die geradezu unheimlich ist, vermehren; sie liegt ferner darin, daß wir auch nicht immer sichere Mittel und Wege haben, die ihnen den Garaus machen können. Dabei ist es betrübend, daß eine Zahl der allerbösesten Krankheiten gerade durch solche Mikro-Organismen hervorgerufen wird. Vor etwa vierzig Jahren fand man, daß der Milzbrand auf dem Verheerungswefen einer solchen Bacille beruht. Später wurden Typhus und Aussatz ebenfalls auf solche Schmarotzer, welche sich des Menschen als Beute bemächtigten, zurückgesührt. Die Rose, welche an unserm Körper aufblüht, um ihn zu entstellen oder gar dem Tode zuzuführen was ist sie anders als das Werk von Kleinwesen, welche sich an ihm festgenistet haben!

(Schluß folgt.)

GemernnÄtzrges.

Sie sind doch 'ne zu gute Frau, Frau Meestern," sagte ein Berliner Schusterjunge zu der Frau seines Meisters. Na, wieso denn, mein Junge?" fragte die Meisterin. Schusterjunge:Weil Se immer so sehr besorgt um mir sind, Se schmieren mir de Butterstulle immer so gut, bet ick sie überall anfaffen kann, ohne.det ick^mir die Hand fettig mache."

Ein armer Bauer ha*zu einem bevorstehenden Feste für sich und seine Familie einen Braten heimgetragen. Am Vorabend des Festes begibt sich Alles gewohnheitsgemäß zur Ruhe, im wonnigen Vorgefühl des seltenen Genuffes schwelgend. Um Mitternacht wacht der Bauer plötzlich auf, erhebt sich seuf­zend von seiner Lagerstätte und ruft:O Gott, wenn a'armer Mann amal 'was hat, wird's gar yimmer Tag!"

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Wie er's meint! Ein Lehrer behandelt die Wort- bildungslehre und läßt sich zu den aufgezählten Nachsilben Bei­spiele und Sätze anführen.Wer nennt mir ein Wort mit der Nachsilbeheit"." -Freiheit."Richtig. Bilde mal einen Satz, in welchem dies Wort vorkommt!"Ich wollte, wir hätten frei heit!"

marode jetzt auch diejenigen von Blumenvasen hinzu, als deren Vortheile besonders die Leichtigkeit, Unzerbrechlichkeit, Undurch- lässtgkeit und Fäulnißwidrigkeit hervorgehoben werden. Durch die Zusammenpressung auf den entsprechenden Grad erhält das Papier eine große Härte und eignet sich auch zur Erzeugung von Luxusvasen durch Anbringung von Bildwerken, einer Lage Email, von Zeichnungen und sonstigen künstlerischen Aus­stattungen- Einfach hergestellte Töpfe gehen als Maffenwaare zu den billigsten Preisen.

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Topferdbeeren. Zweck des Nachstehenden ist, den Liebhaber auf die Annehmlichkeit in Töpfen gezogener Erdbeeren, bezüglich Pflege und freien Verfügung aufmerksam zu machen und zu einem Versuch anzueifern. Ein zur Zeit der Reife mit Früchten behangenes Erdbeerstöckchen gereicht sicher nicht nur dem Liebhaber zur größten Freude, sondern auch ein damit geschmücktes Fensterbrett zieht erfahrungsgemäß Blicke der Be­wunderung auf sich, denn auch da ist die Möglichkeit geboten, recht erfreuliche Ernten zu erzielen. Bereits in Töpfen kultivirte Erdbeeren kann man leicht, da dieselben zu jeder Zeit versendbar sind, beziehen, so in Erfurt, woselbst auch Heftchen über Cultur- Anweisung zu haben sind.

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Ein neues Waschpulver. An Stelle der Seife wird jetzt zum Waschen der Wäsche vielfach Waschpulver an- gewandt, welches billiger als Seife und außerdem viel wirk- samer als diese ist, so daß man mit Hilfe des Waschpulvers gewöhnlich auch Zeit beim Waschen spart. Ein neues Wasch- pulver, dessen Erfinderin, die Amerikanerin Elisabeth Forster O'Neal ist, finden wir imAmeric. Soap. Journ." ver­öffentlicht. Daffelbe besteht aus 20 Theilen Waschsoda, 10 Theilen beste Potasche, 60 Theilen Borax, 6 Theilen Wein- steinsalz, 5 Theilen Oxalsäure und 1/2 Theil lösliches Waschblau im fein gepulverten Zustande innigst zusammengemischt. Bei Anwendung dieses Waschpulvers wird die schmutzige Wäsche, sei es weihe oder bunte, vorher eingeseift und dann in kaltem Wasser liegen gelassen. Ein Eßlöffel des Pulvers wird in kochendem Wasser gelöst und die Wäsche in dieses gebracht, worin man sie fünf Minuten kochen läßt. Beim jedesmaligen Einträgen neuer Wäsche muß man die Lauge erst zum Kochen bringen. Ein weiteres Waschen der Wäsche ist nicht mehr nöthig, da dieselbe bereits nach dieser Zeit rein ist und alle Flecken verschwunden sind. Die Wäsche braucht nur im Wasser ausgewaschen zu werden-

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.