Ausgabe 
22.4.1893
 
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- Druck und Verlag der Brühl'schen Drucker-ei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.

Redaction: A. Scheyda.

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* ^Doch^ wsr weiß wir thun dem armen Finkmvater vielleicht Unrecht, und er dachte garnicht daran, die Trümmer seiner alten Wohnung wieder auszurichten, und wirklich, er wollte dies auch nicht I Nur nach dem so sehr rar gewordenen Baumaterial hatte er spähende Blicke ausgesendet, denn nirgends findet er zur Genüge alle dis feinen, zarten Hälmchen und Härchen, die die Auspolsterung seiner diesjährigen Sommer. Residenz erfordert. Im letzten Herbste waren ste an allen Ecken und Enden herumgeflogen, aber der unbarmherzige Wmter

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bede? Das find unverkennbar die fleißbezeugenden Reste der zwölfstündigen Arbeitszeit einer Näherin! Garn, Wolle und kleine Stoffreste! Welch entzückender Fund für unseren Finken vater! Wie ein Blutvergießer stürzt er sich vondem haus. Koben Baume herunter aus die kleine Hecke im Garten, und stolz wie ein Aar, der im Emporsteigen dem bestohlenen Opfer seiner^ List noch einen höhnischen Scheideblick zuwirft, ver- schwindet er wieder in dem Gipfel des erwählten Baumriesen. $ort erwartet W die lteb«°e «lie <* scheinltch schon etwas gezankt haben mag, daß es so gar nicht recht vorwärts gehen wolle mit dem neuen Hausbaue. Auch sie hat sich schon redlich Mühe gegeben, geeignete Gegenstände rusammemufinden aber mit noch wemger Gluck als der Ehe^mahltrotzdem hat sie sich das Recht des Raisonmrens vorbeMen. einige Tage in Sorge und Kummer werter - ohne daß der lustige Fink aber daran dächte, Jetne gute Laune darüber zu verlieren, wir merken das an seinem hell-

Wvmu rnu« uw sein kleines Finkenköpfchen wohl beschäf. tigen? Sollte es vielleicht schon an die Eier decken, die nicht mebr lanae auf sich warten lasten können! Mag e» dahin

bleiben. Faktisch ist es waren keine drei Wochen vergangen da hörten wir im Finkenneste schon lustig pip- sen, und die kleine Familie war angekommen.

Da gibt'» natürlich wieder neue Sorgen für die guten Eltern! Die Spatzen, jene gemeinen Straßenräuber, drangen bereits überall vor, um für ihre

de» nötbiaen großen Vorrath hsrbnzuschaffrn. Wie schwer wurde es da unseim allerdings in höherer Etage domrzflirten aber trotzdem weit edleren Finkenpaare, auch noch genügend und Trank zu erobern für die Nimmersatten, ewig nach

Futter schreLn Finkenkind/r. Der Finkenvater hatte stch die Krone des Baumes allerdings zu eigen gemacht.

da oben wenigstens keinen Anderen. Durch diese« emrgische Austreten imponirte er auch Manchem unter dem Vogelgesindel und man ließ ihm auch ost etwas übrig, weil es nur nach Finkengeschmack war. Im Jahre zuvor war es ihm ,a viel fchlechttr ergangen und Amseln hatten ihm das schöne Nistmaterial, welches er mehrmals mit der treuen Gattrn um SÄmJaeW« - immer wieder we^mmn^ um es für eigene Zwecke zu verwenden. So kam er erst tm Juni dazu, das Zimmermannsbäumchen aufzustecken und die armm Kinder hatten viel von der Sommerhitze zu leiden- Deshalb hat er diesmal früher angefangen, wenn auch der

Jeden Morgen in aller Frühe läßt er feinen gefälligen Gesang erschallen und da ihm aller Pessimismus ein Greue ist fo^baut er seine Pläne auf die Zuversicht, daß auch morgen wieder ein fleißiges Menschenkind die Ueberreste seiner ThaUg. keit den Winden anvertrauen möchte, und zwar, wie gewöhn lich, nach der Gartenseite. Nach der Straße hm ist s nämlich polizeilich verböte^ $$ mit 6er Morgensümde auch wieder verschiedene Fenster, die, nach den einzelnen Decorationsgegen- ständen zu urtheilen, welche kopfoerwickelte Dienstmädchen auf die Brüstungen legen, den sogenannten Schlafzimmern ange­hören müffen. Unverkennbar beweisen dies wenigstens einige krause Haarflöckchen, die den Fangzähnen Kammes entwischt, eben Anstalten machen, sich vom dritten Stock aus in sanften Bogenlinien dem schön gedeckten 3tübftü(^hj^^e ^uberoegeu den die lenzesfreudige Bewohnerin des Parterrestocks soeben im Garten etabliert hat. Beinahe wäre ein Unglück geschehen, doch noch zur rechten Zeit erspäht sie unser Fwkenvater und in kühnem raschen Tempo erwischt er die gefährlichen Aus­reißerinnen noch gerade in der Höhe der Bel-Etage.

B Auch die kleinen Vorlagen, deren nähere Bezeichnung ein Jeder unschwer errathen wird, sind diesen Morgen besonder- ausgiebig gewesen I Abgebrannte Streichhölzchen, Cigarren- asche dazwischen auch ein hoffentlich nicht allzu schwer ver. mißter Knopf ist eben unangemeldet auf dem Frühstuckstische erschienen, besten zukünftige Gäste heute glücklicherweise etwas später aufgestanden zu sein scheinen- ...

Doch wir haben keine Zeit, auf solche Langschläfer zr warten! Kehren wir wieder zu unserem Ftnkenpaare zuruck Bei diesem hat sich's unterdessen gewaltig geändert. Alles Brauchbare, was die verschiedenen Etagen unseres Wohnhauses ausgeworfen, findet sich hier oben im Finkmneste wieder ver- sammelt und - zu welchem Ideal der Gemuthlichkeit sind jene ungewüthlichen Gegenstände wieder vereinigt morden.

Die Wohnung ist jetzt sehr bald fertig, denn das We b^ chen sitzt schon öfters längere Zeit im Neste; es dreht sich «n

Vemnischtes.

Neue Suppe. Gast (der im Restaurant eine Suppe mit nur einem Nockerl bekommt):Aber Kellner, das \a die reinste Monockerl-Suppe!" *

»erlanat. Tante:Karl, Du besuchst mich stets nur, wenn Du Geld brauchst!" - Reffe:Aber hebe Tante, öfter kann ich ja doch nicht kommen!

Zweierlei Sorten. Gast:Eine guteCigarr^ Herr Wirth!" Wirth (zur Frau):Anna, gib mal eine Cigarre Ms der Hinteren Kiste!" - Gast:Herr Wirth, rauchen S vielleicht eine mit?" Wirth:Sehr gern - Anna, gib mal zwei aus der vorderen Kiste1"

Auch ein Grund. Richter:Warum schlugen Sie den Zeugen mit dem dicken Knittel auf den Kopf? " Angeklag ter:Weil er schwerhörig ist und ich mcht wußte, wie ich mich sonst verständlich machen sollte." *

Ein guter Rath. Vater-Da schreibt mir der Junge, er will wieder auf Besuch kommen; so häufig, daß^pa* nicht." Mutter:Schick' ihm das Reisegeld, da bleibt er gewiß dort." e ,

Auch ein Beisallsgrund. Erster Zeaterbefuche^ Ja, warum klatschen denn Sie gar so hitzig?' - Zweiter Theaterbesucher:Ich will mir den Dichter anschauen, der de» Schund geschrieben hat." * ,

Aus eigener Erfahrung. Professor:Können Si- mir aus der Klaffe der Kaltblütler noch eine andere Ga« nennen, welche eine solche staunenswerthe Vermehrungsfähigre besitzt?" Candidat:Die Gläubiger!" _________

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