Ausgabe 
22.4.1893
 
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Nr. 47.

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Samstag, den 22. April.

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Armgard, selber mit einer Ohnmacht ringend, nicht im Stande war, ihr zu Hilfe zu kommen, sondern, sich wankend an der Lehne des Sessels haltend, mit entsetztem Blick in den Garten hinausstarrte, wo in der That Julius Steindorf sich befand. Latte die Kranke gefiebert ober eine gräßliche Wahrheit aus­gesprochen? Das Letztere brängte sich ihr gewaltsam auf, ba Tante Hanna ihren Namen unb damit die Erinnerung wiedergefunden beim Anblick jenes Mannes, dem sie sich ver. l06t!e tödtliche Angst überfiel fie, in ihrem Gehirn schien eine tobende Blutwelle wie ein Sturm zu brausen und zu rauschen, sie sah nur noch undeutlich, wie Steindorf mit einem Gartenarbeiter sprach und sank mit einem wilden Aufschrei bewußtlos nieder. ,

In diesem Augenblick trat die Wärterin, welche den Schrei draußen gehört, erschreckt ein. Ohne eine Ahnung dessen, was geschehen, klingelte sie um Hilfe, worauf die andere Wärterin herbei eilte, mit deren Beistand Tante Hanna «ft Bett ge­schafft und Armgard in den Lehnstuhl gehoben wurde. Dann riefen sie den Arzt, welcher der Wärterin einen Verweis wegen des eigenmächtigen Verlassens der ihrer Obhut anvertrauten Kranken ertheilte und Armgard durch belebende Mittel rasch wieder zum Bewußtsein brachte. ,

,Bringen Sie der Dame ein Glas Wem!" befahl er so­dann, sich an Tante Hannas Lager begebend,^wo die Sache, wie er sagte, schlimmer aussah, da er einen Schlaganfall 6e- fürchtete. Zum Glück bewahrheitete sich dieses nicht, auch Tante Hanna kam wieder ins Leben zurück und begann zu seinem Erstaunen sofort damit, ihre Augen unruhig umherwandern zu lassen, ihn dann mit einem seltsamen Ausdruck anzuschauen und die Frage an ihn zu richten, ob sie lange geschlafen habe?

Nein," versetzte der Arzt,Sie waren ein wenig ohn­mächtig geworden, Tante Hanna, Sie und Fräulein Holten, welche sich gerade bei Ihnen befand und auch noch recht schwach zu schein scheint- Vielleicht haben die Blumen einen zu starken Duft für Ihre Nerven."

Die Kranke sah unruhig vor sich hin. r

M habe geträumt," sprach sie leise,sah den schrecklichen Mann mit der Maske und wußte auch seinen Namen. Nun ist Alles wieder dunkel in meinem Kopfe.

Ja, Tante Hanna, Sie haben sicherlich geträumt, be­ruhigte sie der Arzt,und müssen letzt Wen"

Die Wärterin mußte ihr ein Getränk mischen, das sie willig nahm und dann wie ein gehorsames Kind die Augen ^^Ärmgard Holten saß in dem hohen Lehnstuhl und sah und

Tante Hannas Geheimniß

Original-Roman von E. v. Linden.

(Fortsetzung).

Die Aerzte hatten die Beobachtung gemacht, daß die frische Luft und der Anblick der Blumen in jeder Hinsicht be­lebend auf die Kranke einwirkten und sich deshalb veranlaßt gesehen, dieses Hellmittel bei dem anhaltend sonnigen Wetter in unbeschränktester Weise anzuwenden.

Armgard trat mit freundlichem Kopfnicken gegen die Wär­terin rasch zu Tante Hanna, die ihr langsam das bleiche Ge­sicht zuwandte unb sie forschend anbltckte-

Grüß' Gott, Tantchen," sagte sie, sich zu der kleinen Gestalt in dem hohen Lehnstuhl niederbeugend und ihre Stirn küssend,hier ist's schön und stillbehaglich bei Ihnen."

Die Greisin lächelte ihr zu und schien sich auf ihren Namen zu besinnen.

Bleiben Sie eine Weile, Fräulein?" fragte die Wärterin. Ich habe etwas zu besorgen."

Gehen Sie nur, meine Siebe, Tante Hanna ist gut bet mir aufgehoben "

Die Wärterin verließ das Zimmer.

Nun, Tantchen," fuhr Armgard, die Hand der Kranken zärtlich streichelnd, fort,strengen Sie Ihre Gedanken an, wer bin ich?"

Die Greisin tastete sich unruhig über die Stirn, blickte sie wiederholt an und sagte traurig:Ich kenne das Gesicht, ja, ja, ach, Du bist die gute Arm-, nein, nun schiebt sich wieder etwas vor."

Doch, Tantchen, Sie sind auf dem rechten Wege, nur weiter. Sie sagten Arm"

Es ist ja zu, Kind die Namen sind mir verschlossen, ich kenne ja auch den schrecklichen Mann, aber seinen Namen weiß ich nicht mehr."

Welchen schrecklichen Mann, Tante Hanna?" ftagte Armgard forschend.

Tante Hanna bin ich, den Namen weiß ich, aber den andern, es war im Feuer, ich sah's ja deutlich. Sieh', da, da," setzte sie plötzlich, sich mit unnatürlicher Kraft erhebend, fast kreischend hinzu, indem sie mit dem Zeigefinger der Rechten in den Garten hinausbeutete,dort geht er, der schreckliche Mann mit der Maske, welcher mit dem Hammer mich traf, sieh' hin, Armgard Hotten, es ist der Mensch, ro&r Dich verrieth, Julius Steinborfl"

Sie sank mit einem Seufzer ohnmächtig zurück, während