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Geineinnütziges
. _ Berwerthung kranker Kartoffeln. Kranke Kar« toffeln sind bekanntlich zu Speisezwecken unbrauchbar; für Fütterungszwecke sind sie nur so lange geeignet, als sie sich in nicht zu weit vorgeschrittener Trockenfäule befinden. Wenn die mit der Naßfäule aufgetretene faulige und jauchige Zersetzung und Schimmelbildung sich zeigt, so werden sie vom Vieh ver« schmäht und wirken, wenn dennoch gefressen, geradezu schädlich und gefährlich. Es ist daher zweckmäßig, gleich nach der Ernte alle bereits naßfaulen Kartoffeln fortzuwerfen, dagegen die noch brauchbaren einzusäuren, soweit sie nicht schnell verfüttert wer« den können. Vor der Einsäuerung werden die Kartoffeln gedämpft, in Ermangelung eines Dämpfapparates gekocht. Im Großbetriebe benutzt man zur Einsäuerung cementirte wasser« dichte Gruben, im Kleinbetriebe ausgebrannte Petroleum« oder m ,. , . , , . । Oelfäfler. In Boden mit feststehenden Wänden, z. B. Thon«
Sie hatte ihren Bericht ungehindert abgelegt, zetzt hielt I oder Lehmboden, können die Gruben ohne Weiteres eingeschnitten
In unterdrücktem Grimm ballte sie die Hand zur Faust, «8 ansichtig wurde, wandte sie sich an ihn.
„Es ist wegen des Jungen, daß ich gekommen bin. Das fing mit dem Magen an, und daß er nicht Appetit hatte, und sein Vater sagt, das kommt davon, daß wir ihm in der Küche aller« Hand zustecken und das soll nicht sein. So hat er ihn nur in der Stube bei sich essen lassen, aber es hat ihm nicht geschmeckt und es ist schlimmer geworden und gestern sah er so aus, daß mich s erbarmen that, wenn ich ihn ansah. „Das hat keine Mutter, die nach ihm sieht," hab' ich zu dem Herrn gesagt, „es wär besser, wenn ich die Großmutter einmal holen könnte, daß sie sich des Jungen annimmt." Da sieht er mich an, als ob er nuch gleich todtschlagen möchte, und sagt, ich soll mich um meine Sachen kümmern oder mich vom Hof scheeren. Das bin ich nicht gewohnt und: „Ich kann ja gehen," sag' ich, aber iZ krieg s nicht fertig um die Wirtschaft und um den Jungen. Wie ich heut früh zu ihm komme, da liegt er still, als wollt' er schlafen, aber nach dem Essen, da würd' es so arg mit den Schmerzen, daß er laut geschrieen hat. Der Krampf trat ihn an, daß ihm ordentlich die Zähne schüttelten. Da bin ich zum Herrn gegangen und hab' ihn gebeten, daß der Doctor kommen möchte. Aber er macht ein böses Gesicht und sagt, um ein bischen Leibschmerzen den Doctor bezahlen, das wäre ihm das rechte, und er müßt' auch nicht, wie er Herkommen sollte, denn er hätte nöthig in Vierentz zu thun und brauchte seine Pferde und die andern wären alle auf dem Felde. Er ist dann noch einmal zu Ering gegangen, aber nicht nahe an sein Bett, es war, als ob er's sich nicht getraute. Und fort und vom Hof ist er heruntergefahren, als ob der Böse hinter ihm wäre. Ein Werlchen hab' ich mich ruhig verhalten, daß er nicht etwa noch zurückkommen könnte, wenn ihm der Sinn danach stände, dann hab ich mir die Mine aus dem Garten gerufen und zu Ering i gesetzt und bin zu Euch gekommen. Und nun wißt Ihr, wie's steht und könnt bestimmen, was werden soll, nach dem Euch von der Sache deucht."
sie erschöpft von der Anstrengung des ungewöhnten Sprechend S?"C r e von einem zum andern ihrer Zuhörer. Einen herrschte tiefe Stille, während sich die Augen von ? e,r r* m °^nntn Sauger, stummer Frage trafen. Dann ^w/gte stch die erstere langsam der Thür zu, langsam, denn ihre Füße waren schwer und zitterten unter ihr, als wollten lie ben Dienst versagen. Aber ehe sie die Schwelle erreichte, k^kE^ich auf sie zu und umschlang sie mit starkem Arm. nicht gehens Mutter," sagte er, „ich würde es nie« | hi als erlauben.
sich von ihm los zu machen, während sie heftig nef: „Halte mich nicht zurück, Erich, ich muß ich muß ihn retten." Aber er ließ sie nicht los. ' ’ *
I , . "kind wie wollt Ihr das in Grashagen zu Stande I brilWN? fragte er schnell. „Was denkt Ihr zu thun, wenn Malte zuruckkommt - nein, Mutter, ich setze Euch nicht einer Behandlung aus, wie Malte sie Euch zu Theil werden lassen wurde, wenn er Euch bei Ering träfe."
I bie Hände aus den seinen und ein flammender
i dkuk traf ihn. „Ist er Dir auch im Wege?" fragte sie rauh und hart. Er wurde sehr blaß und antwortete nicht, indem er sich von chr wandte. „Vergib mir, Erich, vergib wir," Weste, „rch wußte nicht, was ich sprach! Ich weiß, daß ich Dir Unrecht that, aber, o Gott, erbarme Dich meiner!"
Er kehrte ihr sein Antlitz wieder zu, aber der Blick seiner Augen war zurückweisend und kalt, während er in klarer, be« stimmter Weise seine Anordnungen gab. „Kathrine, der Herr Pastor ist zum Strande hinabgegangen, sehen Sie, daß Sie ihn emholen und bitten Sie ihn, hierher zu kommen. Erzählen Sie ihm Alles, wie Sie es vorhin gethan haben und richten Sie sich genau nach seinen Anordnungen, denn er versteht mit Krankön umzugehen. Ihr, Mutter," - sie hatte sich gesammelt und blickte forschend, mit angsterfüllten Zügen in sein Gesicht — „laßt ein Bett Herrichten und —"
Sie unterbrach ihn: „Erich, was willst Du thun?" und sie faßte seine Hand.
Nur Güte und mildes Erbarmen sprach aus den dunkeln Augen. die sie voll ansahen. „Ich bringe ihn Euch, Mutter, Ihr sollt Euren Liebling, so Gott will, bei mir gesund pflegen " „Gott segne Dich, Erich," rief sie tief bewegt, als sie seine Hand an die Lippen zog.
„Mutter!" das Wort klang wie erschrocken, aber sie be« achtete es nicht, ein neuer Gedanke hatte sie hingenommen. „Wenn Malte Dir begegnen sollte," sagte sie noch einmal, in die alte Angst zurückfallend, „wenn er's Dir weigert?" Aber ihr Vertrauen wuchs zu ungeahnter Zuversicht, als Erich seine mächtige Gestalt voll auflichtete. „Ich denke, ich werde mit ihm fertig werden," sagte er nur.
(Fortsetzung folgt.)
wortete sie mir auf meine Bitte, sie möge Ihnen Alles ge« stehen, und dann ließ sie mich ahnen — sagen Sie, Erich, sind Sie auch der Meinung, daß Ihrem Schwager das denk« bar Böseste zuzutrauen fei? '
„Ich kenne ihn nicht genau genug, um eine sichere Ant« wort geben zu können," meinte Erich ernst, „ich fürchte, mein Urtheil möchte nicht unparteiisch ausfallen; aber das meiner armen Schwester war nicht zu seinen Gunsten. Sie wissen, daß ihre Bitte, mich Erings anzunehmen, mich in Crumbach festhielt und heute danke ich Gott dafür. Wenn ich auch erst jetzt ihren Wunsch werde erfüllen können, wo Ering nicht mehr fern von mir gehalten wird, so hat er mir doch in anderem Sinne Segen gebracht, großen, überwältigenden Segen."
„Für den ich mit Ihnen von Herzen dankbar bin," entgegnete der Pastor, indem er ihm zum Abschied die Hand drückte.
Als Erich in sein Haus getreten war und durch den Flur schritt, trafen statt der Stille, die er zu finden gewohnt war, Töne einer heftig erregten Frauenstimme an sein Ohr, die ihm zuerst ganz fremd erscheinen wollte. Er öffnete hastig die Thür der Wohnstube und blieb erstaunt auf der Schwelle stehen. An dem Tisch in der Mitte lehnte die Mutter so schwer, als ob sie eines Halles bedürfe, während sie die starren Augen, aus denen Entsetzen und Angst sprachen, auf die Kathrine geheftet hielt, die erste Magd des Grashagener Hofes, welche, die Schurze mit unruhigen Händen hin und her ziehend, lebhaft zu ihr sprach. 1
„Es ist ein Jammer und ein Elend, wie er daliegt, und I war noch vor ein paar Tagen ein gesundes und vergnügtes Krnd. Vorgestern fing er an zu klagen, und gestern war er schon recht krank, doch unser Herr, der trägt sich mit Freiers, gedanken und es mag ihm wohl ganz recht sein, wenn das I Kmd aus dem Wege kommt- Aber da hat er mit mir zu rechnen und das wollt' ich ihm in die Augen sagen, wenn ich rhn hier hätte." I


