Ausgabe 
20.5.1893
 
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Spargel aufzubewahren. Ein sehr einfaches Ver­fahren besteht im Aufbewahren in Kleie. Der Spargel wird rein gewaschen und mit einem Tuche gut abgetrocknet. Dann nimmt man getrocknete Kleie mit bräunlich geröstetem Salz, bringt davon zu unterst in einen Topf, legt darauf eine Reihe Spargel, dann wieder eine Lage Kleie und geröstetes Salz, dann wieder Spargel und so fort, bis der Topf ziemlich voll ist. Die oberste Schicht muß aus Kleie bestehen, wird etwas festgedrückt und dann der Topf mit zerlassenem, warmem Fett begossen. Das letztere dient dazu, die Luft von dem Inhalte abzuschließen. Der Topf wird an einen trockenen, aber kühlen Ort gestellt. * #

Kranke Topfpflanzen werden nicht immer von Wür­mern befreit durch Aufgießen von heißem Wasser; bei engen, tiefen Töpfen, wie sie auch zu Blumenzwiebeln verwendet wer­den, ist vorsichtiges Umpflanzen mit Zuführung von entsprechen- den Nahrungsmitteln meist erfolgreicher. Gar zu heißes Wasser kann auch die Pflänzchen verbrühen: über 50° R. soll es schon nicht sein. *

Mittel gegen Erdflöhe. Ausgelaugter Hopfen hat für die Landwirthschaft größere Bedeutung, als wohl Mancher anzunehmen geneigt ist. Abgesehen davon, daß er im getrock­neten Zustande ein vortreffliches Mittel ist, von den zungen Kohlpflanzen die so verderblichen Erdflöhe fern zu halten, be­sitzt er auch ganz bedeutenden Düngerwerth. Ein weiteres Mittel. Man mengt unter einen Liter Sägemehl 30 Gramm Schwefelblüthe und bestreut die Gemüfefelder, auf denen der Schädling haust, fo dünn wie beim Aussäen von Samen- Auch läßt sich ein Absprengen mit Wasser anwenden, ohne die Wirk­samkeit des Mittels zu verringern.

Oelflecken aus Holz (Stubcndielen, Tisch­platten re.) zu entfernen. Dazu empfiehlt sich das Ueberstreichen der betreffenden Stellen mit Bolus. Das Fett wird hierbei von dem porösen Thon aufgesogen. Bei ver» alteten Fettflecken wird man sicherer zum Ziele gelangen, wenn man gebrannte Magnesia mit Benzin zu einem mäßig steifen Brei durchrührt und die Mischung austrägt. Durch das Benzm wird das Fett gelöst und aus der ausgesogenen Lösung wird nach dem freiwilligen Verdampfen des Benzins das Fett durch die lockere Magnesia zurückgehalten. Erforderlichen Falles ist die Prozedur mehrmals zu wiederholen. Vor der Anwendung des Bolus refp. der mit Benzin getränkten Magnesia muß selbstverständlich erst der Oelanstrich entfernt werden, was am einfachsten wohl durch Abhobeln zu erreichen ist- Flecken aus fetten Oelen in Stubendielen, Tischplatten rc. bestreiche man mit grüner Seife und wasche sie nach 24 Stunden mit kaltem Waffer ab. Petroleumflecken entfernt man durch Auf­legen eines Tuchlappens oder Löschpapiers, über welche man mit einem heißen Bügeleisen fährt. Auf letztere Weife ent­fernt man auch schnell und sicher Petroleumflecke aus Kleidungs­stücken.

Neber die Fütterung der Kanarienvögel mit Cayennepfeffer enthält die Thierbörse folgende Mittheilung eines Kanarienzüchters: Ich habe in diesem Jahre den ersten Versuch gemacht, rothe Kanarien zu züchten, und habe dieselben dann an Herrn Schwanebeck, St. Andreasberg, abgegeben. Der Versuch, rothe Kanarien zu züchten, ist sehr gut äusgefallen, und ich bin Willens, das nächste Jahr alle jungen Vögel mit Cayennepfeffer zu füttern. Wenn die jungen Vögel 6 Wochen alt waren, habe ich dieselben einzeln gesetzt, habe ihnen Rüb- sarnen, wie gewöhnlich, gegeben und zwischen das Weichfutter, welches aus einem hartgekochten Ei, einem feingerollten Zwieback

und Anfangs einet Messerspitze voll Cayennepfeffer bestand, nach und nach etwas mehr Cayennepfeffer, bis schließlich einen hochaufgehäusten Theelöffel voll gegeben. Den Vögeln bekommt dies sehr gut; nicht ein einziger ist mir eingegangen. Den Cayennepfeffer habe ich v^n Herrn Capelle in Hannover be­zogen. Wenn man die rothgoldene Farbe bei den Vögeln er­halten will, so muß man sie auch in der Mauserzeit mit Cayennepfeffer füttern, denn sonst bekommen sie ihre natürliche Farbe wieder. Man kann aus jedem Kanarienvogel einen rothen Kanarienvogel machen, wenn man ihn während der Mauser mit Cayennepfeffer füttert. Es schadet ihnen dies in der Gesundheit auch nicht im Geringsten, wenn sie auch wieder das gewöhnliche Futter bekommen. Die Jungen von rothen Vögeln werden nicht roth, wenn sie nicht auch mit Cayenne­pfeffer gefüttert werden.

Oerinischtes.

Ueberflüssige Mühe. Touristin (die sich von ihrem Führer hat küffen taffen):Ach Seppel, ich glaub', wir sind etwas zu weit gegangenI" Seppel:Gewiß, das hätten S' aa drunten hab'n könna!" *

Mitleid. A.:Könntest Dir auch längst einen neuen Hut zugelegt haben, alter Freund I" - B.:Hm, Du scheinst besser über meine Kaffe orientkt zu fein, wie ich!"

Aus dem physikalischen Examen. Professor: Herr Candidat, können Sie mir sagen, wo die Telegraphie ihre größten Triumphe feiert?" Candidat:Jawohl, vor Ultimo, wenn man vom Alten schnell Geld haben will."

Der Beweis. Straßenhändler:Hier sehen Sie das Staunenswertheste l Die größte Erfindung der Neuzeit! Das ächt englische Brillantstahl-Messer, mit dem kann der dümmste Kerl Glas schneiden! Probiren Sie 'mal Herr Nachbar!"

Auch ein Vorth eil. Bürgermeister: . . . . Wenn Euer Ort mit unserer Stadt vereinigt wird, so wird das schon infoferne von Nutzen fein, als Eure Gärtner mit ihrem Kräutel« werk nicht mehr in die Stadt fahren müssen, denn sie werden ja schon d'rin fein!" , *

Bestätigt- Sonntagsreiter:Und wie der Gaul parirt, fälltest Du fehen; er steht wie eine Mauer!" Freund:Ich hab's diesen Morgen gesehen; er stand ja fast eine halbe Stunde so!" * *

Mißliche Antwort. * Weinhändler (zum Kunden): Daß Sie nur reine Weine von mir erhalten, geht daraus hervor, daß alle meine Weine von einem Chemiker untersucht sind!" Kunde:Das will nichts sagen, mein Lieber; denn der Chemiker kann noch mehr geschmiert fein, als der Wein!"

Doppelsinnig. Junger Ehemann:Geh', Rosa, brate doch einmal eine Gans, aber eine solche, wie wir sie an unserem Hochzeitstage gegessen haben." Frau:Ja, so eine Gan«, wie an Deinem Hochzeitstage, bekommst Du schwerlich mehr.

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Zwischen Ehegatten* Er:Du bist nicht sparsam genug." Sie:Wenn eine Frau nicht sparsam ist, die ihr Brautkleid für ihre zweite Ehe schont, dann weiß ich nicht, was sparsam ist" *

Verlockend......In der That, gnädige Frau, Sie

müssen eine wirklich perfecte Köchin besitzen! Die Speisen smo ja vorzüglich zubereitet!".. Und denken Sie sich, diese perfecte Köchin bekommt 'mal meine Tochter mit!"

Redactton: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießm.