Ausgabe 
19.12.1893
 
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nicht erzwingen.

abzuhalten suchen.

Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.

Redaction: A. Scher)da.

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Obstmärkt" bringt nun folgende Anweisung zum Kartoffelsieden: Sollen Kartoffeln ihren feinsten Gefchmack erreichen, o wasche man sie erst unmittelbar vor dem Kochen, setze sie mit kaltem, leicht gesalzenem Wafler an, lasse sie darin halb fertig kochen, ersetze dann dieses Waffer durch siedendes und ebenfalls ge­salzenes und laste hoch auflochen, sobald dre Kartoffeln Mich sind, schrecke man den Sud mit einem Löffel kalten Wassers ab; so behandelt, platzt jede Kartoffel, behält aber trotzdem ihren höchsten Wohlgeschmack.

Geplatzte Kartoffeln werden bekanntlich besonders gern auf den Tisch gebracht, indesten bleiben die Wünsche nach

Baumkitt für Wunden und Krebsschäden kann man sich aus gewöhnlichem Schusterpech und Leinöl, welches auf gelindem Feuer geschmolzen wird, Herstellen. Zuletzt wird feingestoßener Kalk hineingestreut, so daß die Maste aussteht wie Silberfarbe. Dieser Baumkitt kann lange ausbewahrt werden, wenn er nicht zu dick eingekocht wird, und heilt die genannten Schäden sehr schnell, jedenfalls bester als die dreifach empfoh­lene Mischung von Lehm und Kuhfladen. Wenn nämlich letztere trocken geworden ist, läßt sie einen Zwischenraum, der eine Brutstätte für allerlei Ungeziefer bUdet.

Das persische Alpenveilchen verträgt, wenn es schön blühen soll, nur eine mäßige Zimmertemperatur. Wo diese nicht eingehalten ist, muß man durch öfteres Bespritzen mit Wasser und Vorstellen eines Schutzes die warme Lust zu mildern resp.

* * *

GeineinnLitziges.

Ständer für den Weihnachtsbaum. Eine Holz­kiste von beliebiger Höhe stellt man auf eine ihrer Längsseite^ umgiebt sie mit einem kleinen Tischtuch, über welches ein gleich I großes Stück Tarlatan fällt. Dieses ist über und über mit Goldsternen beklebt und erhält , eine Goldspitze als Abschluß. I An den Ecken befestigt man Rofenbüschel mit Goldlaub; rings I um die Kiste kommt eine Tarlatanrüfche. Baum und Gärtchen nehmen sich sehr gut auf diesem Untersatz aus.

Wirsing mit Reis. Einige Köpfe schöner gelber Wirsing werden in vier Thetle gespalten, der Storz heraus- I geschnitten, der Wirsing in Salzwaffer ubersot en und dann abgespühlt. Nachdem das Master vollständig abgelaufen ist, wird I er in Butter mit Fleischbrühe, Salz und Pfeffer gedämpft, eine Handvoll gewaschener Reis darunter gestreut und der Wirsing noch so lange gedünstet, bis der Reis aufgegangen ist, I indem man oft Fleischbrühe^ zugießt.

Rouladen von Weißkohl. Zwei Kohlköpfe werden aut gereinigt und in gesalzenem Master gut weich gekocht, dann zum Abtropfen auf ein Sieb geschüttet, tüchtig ausgedrückt und grob gehackt. Nun macht man mit Hülfe von Zwiebacksbrüseln kurze, dicke Rouladen, indem man die Hände m die Bröseln taucht und letztere auf das Brett streut. Zwei Eier werden ! tüchtig zerschlagen, die Rouladen in dem elben gewendet und zuletzt noch in den Semmelnbröseln, dann in heißem Fett schön gebacken, schmecken zu Braten mit.Sauce vorzüglich.

Um alteu Erbsen den Geschmack der grünen zu geben, übergieße man sie mit kaltem Master und laste sie 12 bis 15 Stunden weichen, gießt das Master dann ab und stellt die feuchten Erbsen bedeckt an einen mäßig warmen Ort. Nach zwei Tagen schmecken sie nicht nur suß, Mdern kochen sich auch sehr weich. Ein Versuch davon', wird sich lohnen.

Um Vögel zum Singen zu bringen, bedeckt man Nachts den Käfig, und giebt ihnen außer verschiedenen Sämereien, wie Rübsen, Glanz, Mohn und etwas gequetschten Hanf ab­wechselnd einen Tag um den andern einige Körnchen Ersenvitriol ins Trinkwaster- Mit Gewaltmaßregeln läßt sich der Gesang

Vermischtes.

Die veränderte Frau. DieKöln. Volks-Zeitung" schreibt in ihren Wochenplaudereien: Auch das Dienstmädchen, das sich schlau aus der Klemme riß, verdient der Vergessenheit entrissen zu werden. Madame N. aus der Mohrenstraße war von der Reise zurückgekehrt; das Mädchen hatte Alles bestens besorgt und die Madame war zusrieden. Da wird em Päck­chen Photographien abgegeben, die Madame zufällig annimmt. Was sieht sie? Ihr Mädchen - aber in Aren, der Madame, besten Kleidern photographirt I "Da soll doch I J* was ist das hier? Kennen Sie das Bild? "Kaum, lew Madame. Oehr Kleider sinn et zwar; äwer watt hat Ehr Uech verännertl" * ,

Aus der Kinderstube. Die Lehrerin in der Schule erklärt unter Anderm den Kindern, daß die Hunde den feinsten Geruch hätten. Ein Mädchen, besonders wißbegierig, wollte das zu Hause bei seinem Hündchen erproben, .hieltdassebean [ die Nase und roch emsig daran. Das Resultat dieser Unter­suchung scheint aber nicht befriedigend ausgefallen zu fein, denn das Mädchen sagte zu seiner Mutter:Du, ich finde aber ganz und gar nicht, daß unser Bello einen fernen Geruch hat, im Gegentheil ..." # ,

Amerikanischer Witz. Doctor:Sind Sie Ihr kaltes Fieber losgeworden?" Patient:Nein, Herr. Meine Frau und ich, wir find immer noch so schlecht, wie wir waren.

I __ Doctor:Haben Sie denn den Whiskey mit Chinm ge­

nommen, den ich Ihnen verschrieben?" d°"e^. -.Ja wohl, Herr Doctor." Doctor:Danach müßten Sie doch Ihr Fieber los sein. Sie haben die Arznei dochinder vorgeschrie­benen Weise genommen?" Patient:Ich denke doch, Herr

I Doctor. Mann und Frau sind eins. Da wir nun em Fleisch sind, so habe ich den Whiskey getrunken und meiner Biddy

I das Chinin gegeben." * *

Auch eine Kritik. Jn'einer von Literaten und Schau- spielern besuchten Restauration fand jüngst das nachstehende I Geivräch statt. Schauspieler:Nun, Herr Doctor, wie gefiel Jhrwn heut'mein Spiel, haben Sie sich amüsirt?" - Recen- sent-O ja, ganz gut! Gestern aber noch besser.' Schau­spieler :Gestern? Ja, da habe ich ja gar nicht mitgespielt. Recensent:Nun, eben deshalb."

Gute Ausrede. Ein Knabe ist dabei, in einem Obst­garten einen schönen Birnbaum zu plündern, indem er mn Steinen nach den schönen Früchten wirft und dieseletzterendann in seine Tasche steckt. Plötzlich kommt der Besitzendes Gartens : herbei und ruft von Weitem:Heda l Du kleiner Unnutz! Was ; treibst Du dafür Unfug. Womit wirfst Du da'« - A : antwortete der Schelm,nichts; hier war eine B rne herav . gefallen und die versuche ich nun wieder auf den Baum hinaus

I zuwerfen." _

die Abende bei ihnen zubrächte; es wäre ja eine Sünde und

SM »5»; l nur der glücklichen Gegenwart lebte, ohne alle Gedanken an die Zukunft, die jedoch nicht schöner werden konnte, als diese wenigen Frühlingstage jetzt. (Fortsetzung folgt.)