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Herz, meine kleine, treue Freundin, die immer nur das Beste beabsichtigte."
„Ja, weiß Gott, das that ich! Es ist keine leere Redens, art, wenn ich sage: Zu jeder Stunde würde ich mein Leben für Dich und Frank hingeben. - O, daß Ihr einander nicht näher treten, daß Ihr Euch nicht verstehen könnt!"
„Schweige!"
Wie hart das klang! Magda sank auf einen Stuhl, legte die Arme auf den Tisch, ließ den Kopf auf die ineinander verschlungenen Hände sinken und schluchzte leise. Es war ihr unaussprechlich weh zu Muth.
Rafaele nahm ihr unruhiges Umherwandern wieder auf. „Was thun? Was gebietet mir jetzt meine Pflicht?" fragte sie unablässig, ohne eine Antwort zu finden. Brennendes Verlangen, ihre Freiheit zurückzufordern, beherrschte sie und dennoch war das Zagen vor dem Moment, welcher sie Frank zum ersten Male wieder gegenüberstellen würde, sogar mächtiger als dieser Wunsch.
„Ich glaube, mein Herz muß aufhören zu schlagen, wenn dreser Mann vor mir erscheint," dachte die mit Todesangst Kämpfende.
Doch der gefürchtete Augenblick kam nicht. Georg, früher als beschlossen, von der Reise zurückgekehrt, unterließ es dennoch, ferne Frau, wie gewöhnlich, zu begrüßen. Er mußte sehr be> schästigt sein, denn noch bis spät in die Nacht hinein brannte Licht in seinem Zimmer.
(Schluß folgt.)
Gsnreiirnütziges.
Sauerkraut. Soll das Einlegen des Sauerkrautes gelingen, so muß man zunächst auf geeignete Gefäße bedacht sein. Am besten eignen sich Weinfässer dazu, in denen weißer Wein gelegen hat. Muß man sich neuer Fässer bedienen, so sind diese nicht nur durch Auswässern vom Holzgeschmack zu befreien, sondern auch mit Essig einzureiben oder auch mit Sauerteig einzuschmieren, um die Gährung zu befördern. Sie dürfen keinen faulen, dumpfigen oder sonst unangenehmen Geruch haben. Fässer, die schon zum Einlegen von Sauerkraut gedient haben, müssen, wenn sie wieder dazu benutzt werden sollen, mit heißem Wasser ausgebrüht werden. Besser ist es, für den Hausgebrauch das Kraut in mehrere kleine Fässer einzulegen; denn wenn ein Faß einmal angebrochen ist, leidet dadurch die Haltbarkeit des Sauerkrautes. Die Kohlköpfe säubert man von schmutzigen und faulen Blättern, schneidet sie in zwei Theile und hobelt sie auf einem Krauthobel. Ent- weder muß man vor dem Hobeln die Strünke aus dem Kraut genommen haben oder man darf das Kraut nur bis auf die Strünke hobeln, da diese nicht zum Sauerkraut kommen dürfen. Der gehobelte Kohl wird in abwechselnden Schichten mit trockenem Dillsamen und Salz in das Faß gelegt. Jede Krautschicht sei etwa 3 Zoll tief. Auf dreißig Stück fester, mittelgroßer Köpfe rechnet man ungefähr ein Pfund Salz und 60 Gramm trockenen Dill. Der gehobelte Kohl wird von Zeit zu Zeit fest eingestampft, wobei man den aufsteigenden Schaum abntmmt. Ist das Faß voll, so werden frische Krautblätter darüber, ein passender Deckel aufgelegt und mit Steinen beschwert, damit die Brühe ganz über das Kraut tritt, weil es sich sonst nicht halten würde. Man kann aber auch das Faß in den ersten Tagen offen stehen lassen, was die Säuerung beschleunigt, und erst dann den beschwerten Deckel auflegen.
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Zur Verbesserung des Brodes. Ein zwar nicht neues, so doch wenig bekanntes Mittel zur Verbesserung des Roggenbrodes besteht in dem Zusatz von abgerahmter Milch an Stelle des Wassers. Die Menge der zuzusetzenden Milch richtet sich nach der Qualität der Mehles. So braucht man
1 Kilogramm 1890er Mehl 640 Gramm Milch, für 1 Kilo- gramm 1891er Mehl jedoch nur 500 Gramm Milch. Der Geschmack einer solchen Brodes ist voller und kräftiger, das Brod ist reicher an Rährwerth und leichter verdaulich.
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Wann ist die Schweinezucht lohnend? Wenn man für geräumige Stallungen und für absolute Reinlichkeit sorgt. Wo der Stall aus alten, morschen Brettern zusammen» geschlagen ist und einer Hundebude ähnlich sieht, kann von einer lohnenden Zucht und Mästung keine Rede sein.
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ttm bei starken Stiefeln sehr hart gewordenes Oberleder wieder weich zu machen, thut man gut, wenn man die Stiefeln 24 Stunden lang in den Erdboden vergräbt.
Billiges Rosenparfüm. In ein gut verschließbares Gefäß schichtet man abwechselnd Rosenblätter von stark duftenden Sorten und Salz, dem einige Tropfen Alkohol zugefügt werden. Das Gefäß wird gut verschlossen und kühl aufbewahrt. Will man nun das Zimmer mit Rosenduft erfüllen, so wird das Gefäß auf einige Zeit geöffnet-
Vermischtes.
Büchelsteinerfleifch. Weder Pichelsteiner- noch Pickel, steinerfleisch ist die richtige Schreibweise des Gerichtes und ebenso falsch sind die Commentare, die sich daran knüpfen. Zwei Niederbayern schreiben darüber Folgendes: „Im bayerischen Wald, nordöstlich von Hengersberg, liegt ein Berg, der Büchelstein. Dortselbst wurde zuerst bei den öfters von Jägern und Förstern veranstalteten Festlichkeiten, zu denen auch das Landvolk aus der Umgegend herbeikam, dieses Gericht be- reitet und fand von da aus seine Verbreitung. Der Name desselben stammt also von seinem Ursprungsort und dürste demnach weder Pichelsteiner noch Pickelsteiner, sondern „Büchel- steiner" die rechte Schreibweise sein. Dieselbe ist auch im Regensburger Kochbuch von M. Schandri — Seite 58 — an- gewendet. — Also schreiben wir „Büchelsteiner!"
Der schlaue Schneider. Kunde: „Meister, ich möchte gern einen neuen Anzug haben, aber ich muß Ihnen gleich im Voraus sagen, ich kann Sie erst in vier Wochen bezahlen. Wann kann also der Anzug wohl fertig sein?" — Schneider: „In — vier Wochen."
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Aus dem juristischen Examen. Examinator: „War wissen Sie von der Bürgschaft, Herr Candidat?" „Nur die ersten beiden Verse!"
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Mißverständnis A.: „Wie finden Sie die neuen Zwanzig. Pfennigstücke?" B.: „Weiß nicht — habe bis jetzt noch keins gefunden!"
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Aufklärung. Richter: „Was war denn eigentlich der Grund dieser fürchterlichen Rauferei?" — Angeklagter: „Einen Verein hab'« wir halt gründen wollen!"
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Verlegen. Donnerwetter, die Witterung wird merklich kühl; wenn mir nur der verwünschte Schneider bald die Herbst- Garderobe brächte, damit ich das Sommerzeug versetzen kann!
Um Mißverständnissen vorzubeugen. Reisender: „Ich vertrete die Firma Schwilig & Co. und möchte mir erlauben, Ihnen meine Sommer-Nouveautss vorzulegen." — CW: „Johann!" (Zum Reisenden): „Erschrecken Sie nicht, mein Sohn heißt so!"
Redaction: A. Scheyda.
— Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei
(Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
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