Der Wertfi einer fiäustichen Krau.

Mit einem häuslichen Weib kann man nicht verderben!" so lautet ein altes, deutsches Sprüchwort, und es gehört zu denjenigen Sprüchwörtern, die den Nagel auf den Kopf treffen. Nur muß Keiner glauben, daß so ein Satz immer genau wört­lich genommen werden darf. Auch das allergrößte Maß von Tüchtigkeit der Hausfrau wird das Hauksreuz nicht fernhalten, denn ohne- solches kann und soll es auf Erden nun einmal nicht abgehen. Auch in einem Haus, in dem das tüchtigste Weib waltet, umzieht sich zu Zeiten der helle Erdenhimmel des häuslichen Lebens mit dunkeln Wolken. Trotzdem bleibt das Sprüchwort zu vollem Recht bestehen. Klarer und begreif­licher wird uns der Sinn des Sprüchworts, wenn wir die Worte in eine andere Faffung bringen und sie etwa so stellen: Mit einem unhäuslichen Weib muß man verderben!" Ja freilich! Das beweisen uns klar und deutlich eine ganze Reihe von Beispielen, die wir selbst erleben.

Da ist unser Freund Sorgenvoll. Er ist ein fleißiger, tüchtiger Mensch, der das Seine zusammenhält; auch befindet er sich in einer Stellung, die wenig zu wünschen übrig läßt. Er könnte und sollte ein gutes Auskommen haben, und dennoch ist sein ganzes Leben ein unaufhörlicher Kampf mit der Noch und der Sorge. Wie kommt das? Es fehlt ihm an einer tüchtigen Hausfrau oder, wie unser Sprüchwort es ausdrückt, an einem häuslichen Weib. Damit soll nicht gesagt sein, daß die Frau unseres Freundes eine tolle Verschwenderin, etwa in hohem Grade putz« oder genußsüchtig wäre. Nicht einmal den Vorwurf der Arbeitsscheu kann man ihr machen, doch fehlt ihr die rechte Arbeitslust, die rege Thätigkeit, die Kunst des Haus­haltens, die richtige Eintheilung der vorhandenen Mittel, die heilsame Sparsamkeit am rechten Ort, die strenge Ordnungs­und Reinlichkeit-liebe, die nöthige Gewandtheit bei den häus­lichen Verrichtungen. Und daher kommt es, daß sich das Leben unseres Freundes Sorgenvoll zu einem recht herben gestaltet. Fortwährend befindet er sich in bitterer Verlegenheit. Ver­grämt und sorgenvoll kann er die Last nicht abschütteln, die auf seinen Schultern ruht. Zur alten Sorge gesellt sich täg­lich eine neue.

Ganz anders gestaltet sich das Dasein unseres Freundes Freudenreich. Sein Einkommen ist ein geringeres, als das von Sorgenvoll, die Ansprüche, die das Leben an ihn stellt, sind dieselben; dennoch leuchtet ihm Helle Freude aus den fun­kelnden Augen. Wohlsein, Zufriedenheit und Gedeihlichkeit wohnen in seinem Hause. Und er verdankt diese Güter nächst Gott seinem treuen Weibe. Bei ihm heißt es in der That: Mit einem häuslichen Weibe kann man nicht verderben!"

Dashäusliche Weib" sorgt für Reinlichkeit und Ord­nung. Es läßt keine Lumpen aufkommen. Sie und ihre Kinder erscheinen, wenn auch einfach, stets reinlich und schmuck. Es mag ja", sagt Fritz Möhrlein,ungewiß sein, ob lum­pige Menschen lumpige Kleider machen, oder lumpige Kleider lumpige Menschen. Eins aber ist gewiß, daß Beide stets bei einander sind!" Unsere Frau Freudenreich ist beschäftigt vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Es giebt keine Arbeit, die ihr zu gering wäre. Alles im Hause muß seine Ordnung haben. Flink und fröhlich geht ihr die Arbeit von den Händen. Man braucht ihr Wirken nur zu beobachten, um ihre Geschick­lichkeit zu bewundern. Namentlich in Küche und Keller macht sich ihre Tüchtigkeit geltend. Sie versteht es, Mann und Kinder durch gute, schmackhaft zubereitete und dabei doch nicht übermäßig kostspielige Speisen und Getränke zu erquicken. In der richtigen Art der Zubereitung liegt ja so häufig das ganze Geheimniß eines guten Tisches. Wie Frau Freudenreich eine Meisterin in dem Beruf der Hausfrau ist, so stellt sie sich auch die Aufgabe, ihre Töchter von klein auf in allen häus­lichen Tugenden zu erziehen. Sie versäumt es nicht, den Mädchen die nöthige Gewandtheit im Nähen, Stricken, Flicken, Stopfen, Waschen, Bügeln und Kochen beizubringen. So

[sichert sie sich nicht nur die Hülfe, sondern, was unendliH mehr werth ist, den Dank ihrer Töchter, sobald dieselben hin­reichend herangewachsen sein werden, um zu erkennen, welch' ein großes, hohe Zinsen tragendes Capital in den haushälterischen Tugenden eines Weibes verborgen liegt, sei seine Lebensstellung, welche sie wolle- Unter solchen Umständen ist das häusliche Leben der Famile Freudenreich ein sehr gedeihliches. Behagen, Freude und Zufriedenheit machen sich allerorten geltend. Freu­denreich ist im Stande, infolge der sorgfältigen, sparsamen und dabei nichts weniger äls knickerigen, häuslichen Verwaltung, die sein braves und geschicktes Weib ausübt, bei seinem be­scheidenen Einkommen sein Leben angenehm zu genießen und noch einen Sparpfennig zu erübrigen. Noth und Sorge ver­bannt aus seinem Heim das treue Wirken seines häuslichen Weibes.

Niemals ist es, selbst dem fleißigsten und geschicktesten Mann, gelangen, sich aüS ärmlichen Verhältnissen zu einem behaglichen Wohlstand emporzuarbeiten, wenn sein Weib es nicht verstand, den Haushalt mit Einsicht, Sparsamkeit und Geschick zu führen. Der tüchtigste Mann kann nicht weiter kommen, wenn ihm ein unhäusliches Weib zur Seite steht; aber manchen liederlichen Mann hat ein tüchtiges Weib vom Untergang gerettet.

V-pinischtes.

Beruhigend. Fremder (in einer Droschke auf dem Wege zur Kunstausstellung):Aber Kutscher, fahren Sie doch schneller! So kommen wir nicht zur Ausstellung!" Kutscher: Da brauch'» S' keine Angst z' haben! Die Kunstausstellung wird erst Ende September geschloffen!"

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Beim Abschied. Bräutigam:Und bleibst Du mir auch treu, Alma, bis ich wiederkehre?" Braut:Bis in den Tod!" Bräutigam:Wenn aber ein Anderer um Dich anhält?" Braut:Dann trennt uns das Schicksal!"

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Unglaublich. Schneider:Hier bringe ich den be­stellten Anzug. Kostet achtzig Mark!" Studiosus:Warten Sie, ich will Ihnen den Betrag gleich zahlen!" Schneider: »Herr! Zum Narren halten laffe ich mich nicht!"

Passende Partie.Der Bildhauer Hammerfest hat durch seine Verlobung mit Fräulein von Buckelfeld eine recht paffende Partie gemacht."Weshalb denn?"Nun, sie ist doch steinalt und steinreich!"

Idyllisch.Ach, welch' liebliches Thal! ruft ejn Frem­der.Hier athmet Alles Frieden und Glück! Was ist denn das für ein romantisches Gebäude dort aüf dem Hügel, gute Frau?"Das Zuchthaus."

Wie die Alten sungen. Kleines Mädchen (an der Zuckerbude):War kostet denn so ein Stengel?" Ver­käufer:Nur einen Pfennig, liebe» Kind!" -^ Kleine» Mäd­chen:So theuer!"

Der kürzeste Weg. Student:Aus welchem Wege komme ich am schnellsten zur Universität?" Dienstmann: Rechts heraus und dann hinten 'rum um die Stadt, gerade­aus sind zu viele Kneipen." *

Echter Klatsch. Erste Gevatterin:Glauben Sie die schreckliche Geschichte, die man sich von Fräulein Schwarz er­zählt?" Zweite Gevatterin:Ganz entschieden! . . . Was erzählt man denn von ihr?"

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) Gießen.