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Hauche einer feindseligen Wirklichkeit in Nichts zerstoben war, wie eine schillernde, farbenprächtige Seifenblase.

Wenn Profeffor Hallenstein mit der Absicht umging, den Antrag des Doctor Stirner anzunehmen und ihn zu seinem Schwiegersöhne zu machen, so konnte es doch wohl keinem Zweifel unterliegen, daß er sich zuvor des Einverständniffes seiner Tochter versichert hatte und daß die Neigung Elfriedens längst diesem körperlich unschönen, aber gesellschaftlich gewandten und witzigen Rechtsanwalt gehörte.

Es hat nicht sollen sein!" murmelte der Staatsanwalt ein paar Mal wehmüthig vor sich hin, und wenn er nachher auch über seine eigene Sentimentalität zu lächeln versuchte, fühlte er doch recht wohl, daß ein Stachel in seinem Herzen zurückgeblieben sei, desien Druck er schmerzlich empfand, so oft er an Elfriede Hallensteins anmuthiges Gesichtchen und an ihr silbernes Lachen zurückdachte.

Mit noch größerem Eifer als sonst saß er für den Rest dieses Tages und bis tief in die Nacht hinein über seinen Acten, in deren stumm beredten Blättern sich ihm so viele düstere Schattenseiten des menschlichen Lebens offenbarten. Die rückhaltlose Hingabe an seine Pflicht half ihm allgemach über die Bitterkeit jener Erinnerung hinweg und zuletzt so wollte er sich selber wenigstens glauben machen war in seinem Innern nur noch eine Empfindung des Mitleids für das schöne, ahnungslose Kind, das die erste Liebe seines reinen Herzens an einen Unwürdigen weggeworfen hatte.

(Fortsetzung folgt.)

Gemeinnütziges.

Nützlichkeit des doppeltkohlensauren Natrons. Das doppeltkohlensaure Natron wird in den Haushaltungen vielfach noch immer nicht genügend gewürdigt, obwohl es sich doch als sehr nützlich erweist. Quirlt man z. B. im Sommer eine kleine Mefferspitze voll Natron in Milch oder Sahne auf je ein Liter ein derartiges kleines Quantum so wird dieselbe nicht gerinnen. Hartes, zähes Fleisch, ebenso altes Gemüse wird durch die Anwendung von etwas Natron schnell weich; Bratensauce bräunt sich rasch, wenn man ein wenig Natron zusetzt. Auch saures Compot, welches schon viel Zucker verbraucht hat, wird durch den Zusatz einer ganz kleinen Dosis Natron milder.

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Die Tomate. Trotzdem die Nachfrage nach Tomaten in den Großstädten in der Regel bedeutend ist, wird der Cultur dieser Pflanze noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Tomate treibt einen aufrechten, der Georgine ähnlichen Stengel mit einigen Seitenzweigen und ist ein sehr reichtragendes, dankbares und leicht zu behandelndes Gewächs, welches ähnlich wie die Kartoffel zwar keine Kälte verträgt, aber auch in un­serem gemäßigten Klima im Freien gedeiht. Warme Sommer sind dieser Pflanze jedoch zuträglicher, als die naßkalte Witte­rung und deshalb wird dieselbe in England oft in Glashäusern gebaut, in denen sie während des ganzen Jahres die im Winter sehr gesuchten und hoch bezahlten Früchte liefert. In der Nähe von Brighton sieht man diese Treibereien, welche in großer Zahl von den dortigen Farmern während der kalten Jahreszeit zur Tomaten-Cultur benutzt werden, deren jährlicher Ertrag auf 600,000 Mark geschätzt wird. Auch bei uns dürfte die Tomaten-Cultur in größerem Maßstabe als ein Mittel zur Hebung der Gemüse-Gärtnerei mit Recht zu empfehlen sein.

An den dicken Bohnen breche man die Spitzen aus, sobald sich die bekannten schwarzen Milben (Blattläuse) finden, die leider in diesem Jahre besonders massenhaft auftreten. Das ausgekniffene Laub ist zu entfernen und zu verbrennen.

. Die Myrthe. Wenn man sich ein Myrthenbäumchen ziehen will, ist es nothwendig, das frifch abgeschnittene Reis sofort einzupflanzen. Man nimmt dazu einen kleinen Topf, thut zuerst eine Lage Scherben hinein, dann gute, mit etwas Sand gemischte Erde. Da hinein pflanzt man recht tief das abgeschnittene Reis und bedeckt es mit einem hierzu paffenden Glase. Man stelle den Topf vier Wochen an's Fenster, aber so, daß die Sonne nicht darauf scheint, und begieße einen Tag um den andern. Das Waffer muß abgestanden sein. Hat das Reis ein bis zwei Blätter getrieben, so entferne man das Glas, laffe aber nicht die Sonne direct darauf scheinen, auch darf die Erde nicht ganz austrocknen, es würden dann viele Blätter -abfallen. Im Winter ist es nothwendig, die Myrthe in einem frostfreien Raume aufzubewahren, 46 Grad Wärme genügen.

Schneide immer die*verblühenden Rosen ab: das befördert den Nachtrieb neuer Blumen. Außerdem sollen keine Rosenblätter auf dem.Rasen.herumliegen.

Weißgelbe Strohhüte zu waschen. Man macht eine Seifenlösung (Seife wird in Waffer gekocht); mchdem diese lau geworden, thut man einen Kaffeelöffel voll Brause­pulverstoff (aus der Apotheke oder Droguenhandlung) Ne tt und wäscht dann den Hut mittelst eines Schwammes tüchtig damit. Auf diese Weise werden die Strohhüte wieder wie neu. Appretirt wird mit Gummi oder Traganthwaffer.

Vermischtes.

Vorschlag zur Güte. Mutter:Es ist. ein wahres Elend mit meinem Sohne, seit er studirt, ist die Schwind­sucht" Apotheker (der es eilig hat, unterbrechend): Schwindsucht? Da ist - isländisch Moos gut." - Mutter: Ach nein, ich meinte: die Schwindsucht ist in semem Porte­monnaie!" - Apotheker:Ach so, das ist etwas Anders Dann taffen Sie isländisch weg und geben Sie ihm oloft Moos!"

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Großer Unterschied. Freier:Eins möchte ich noch bemerken, Herr Director: mein Onkel ist notorisch retch und ich bin sein Erbe!" Director:Es wäre mir sehr angenehm, wenn das notarisch wäre!"

Schadenfreude. Student (nach der Reichstagswahl in Berlin):Ha, Herr Profeffor Virchow auch 'mal durch- gefallen?!" * ,

Mahnung. Die ganze Hochzeitsgesellschaft ist ver­sammelt. Man erwartet nur noch den zukünftigen Ehemann. Endlich erscheint ein Mann von 70 Jahren.Ein anderes Mal," sagt der Standesbeamte,kommen Sie etwas früher >

Unbegreiflich. Lieutenant (nachdem er bereits den dritten Hasen gefehlt):Unbegreiflich! Habe dem Kerl doch mitten durch's Herz gezielt^' *

Zuvorkommend.Aber, Karl, bist Du schüchtern bei Deiner Olga!" -O, was fällt Dir ein! Gestern hat sie mir schon gestanden, daß ich sie liebe."

Bescheiden. Was kosten die Clavierauszüge zu den Nibelungen? Ungebunden 90 Mark. Na, dann geben Sie mir doch lieber däs Lied:Fischerin, du Kleine.

Herr:Was machen Sie da oben? Wollen Sie wohl augenblicklich 'runter!" - Dieb (auf einer Leiter):Bitte, stören Sie mich nicht. Ich bin mondsüchtig!"

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.