Ausgabe 
16.5.1893
 
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Vereine künftig entziehen zu wollen, wenn er solche tbörichte Beschlüffe faßt."

Der Commerzienrath erwiderte darauf freundlich: ,Jch verstehe ja Ihre gute Absicht, lieber alter Engelhard, aber ich fühle mich doch nicht befugt, in der Weise eines Vormundes mich in die privaten Angelegenheiten meiner Arbeiter zu mischen, ich würde da nur böses Blut erzeugen- Wollen die Leute ihr Glück in der Lotterie versuchen, so mögen sie es thun. Ver­lieren sie das Geld, so wird sich wohl nächstes Jahr keine Mehrheit in dem Gesangvereine für den Ankauf eines neuen Looses finden."

Der Commerzienrath wandte dem alten Engelhard jetzt den Rücken. Brummend verließ derselbe das Zimmer und draußen schimpfte er weidlich über die Thorheit seiner Ge­noffen, welche für das ersparte Geld der Vereinskaffe ein Lotterieloos kaufen wollten. (Fortsetzung folgt.)

Gemeinnütziges.

Hellfarbige Sonnenschirme zu waschen. Aecht- farbige Schirme aus Baumwolle, Satin und dergleichen, jedoch nicht von Seide, werden aufgespannt, mit kaltem Wasser wieder­holt übergossen und mit weißer Kernseife eingerieben. Nach­dem man die Seife etwa eine Viertelstunde hat einwirken lassen, bearbeitet man den ganzen Schirm, namentlich an den fleckigen und streifigen Stellen, die man vorher angemerkt hat, mittelst einer kleinen weichen Bürste, übergießt dann den Schirm auf's Neue mit kaltem Wasser so lange, bis die Seife und jeder seifige Geruch verschwunden sind. Nun stellt man den Schirm in's Freie, wo er nach 6 bis 8 Stunden trocken sein wird. Farbige seidene Schirme wäscht man mit einer Lösung von Harzseife und gutem Spiritus. Man nimmt 60 Gramm Seife auf ein Achtel-Liter Spiritus und reibt, nachdem die Seife sich vollständig aufgelöst hat und mit Spiritus durch öfteres Aus­schütteln vermischt ist, die Mischung mit einem weichen Bürst­chen auf die aufgesvannte Seide, läßt sie einige Minuten ein» wirken, damit der Schmutz sich löse, gießt dann mit lauem Waffer ab, spült mit kaltem Wasser, dem man etwas Salmiak­geist zugesetzt hat, nach und trocknet im Freien. Etwaige am Schirm befindliche Spitzen werben beim Waschen nicht ab- getrennt, sondern am Schirme eingeseift, mit der Hand leicht gedrückt, abgespült und noch feucht geplättet.

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Versengte Wäsche. Hat man mittelst des Plätteisens die Wäsche versengt, so kann man, ohne der Wäsche im Ge­ringsten zu schaden, diesen Uebelstaud wie folgt beseitigen. Man bereitet aus 100 Gramm Chlorkalk, den jeder Droguist vor- räthig hält, und 800 Gramm heißem Waffer eine Chlorkalk- lissung. Nachdem diese sich geklärt hat, taucht man in dieselbe einen Wattebausch oder ein leinenes Läppchen und bestreicht damit sanft die versengten Theile der Wäsche. Hat man ge­stärkte Wäsche, z. B. Oberhemden, Kragen, Manschetten rc., mittelst des Plätteisens versengt, so muß vor der Behandlung der Wäsche mit Chlorkalklösung die Stärke mittelst heißem Wasser beseitigt werden. Sobald die versengte Stelle ver­schwindet und die Wäsche wieder weiß wird, wäscht man mit kaltem Wasser gründlich die Chlorkalklösung aus.

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Alle Nüsse schmackhaft zu machen. Um Nüsse zu jeder Jahreszeit frisch und schmackhaft zu machen, wird folgendes Verfahren angegeben: Die Nüsse erhalten diese Eigen­schaft, wenn man sie in einem Gefäß mit heißem, stark ge­salzenem Wasser übergießt und darin erkalten läßt. Die Kerne lassen sich dann später wie bei ganz frischen an und schmecken auch ebenso.

bute billige Kartoffelklötze. Zuvor werben ge­kochte Kartoffeln geschält, bann entweder auf dem Reibeisen

Redaction: A

gerieben oder mit der Reibkeule fein gerührt, nach Geschmack Salz hinzugethan, ein Schöpflöffel kochendes Wasser darüber gegossen und Kartoffelmehl gut darunter gerührt. Die Klöße werden in kochendes Wasser gelegt und müssen so lange darin bleiben, bis sie fertig find, das heißt fie müssen obenauf schwimmen. Für 20 mittelgroße Klöße rechne ich 3/4 Pfund Kartoffelmehl. Die Klöße stellen sich billig, sind trotz der ein­fachen Zubereitung hübsch locker und schmecken sehr gut.

Vermischtes.

Ein vertrauenswürdiger Zimmerherr. Fami­lienvater:Unser Zimmerherr ifi komisch; er borgt sich alles Erdenkliche aus und gibt nie etwas zurück/' Familienvaters Freund:Dem solltest Du eine von Deinen sechs Töchtern anvertrauen I"

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MilitärischeKameradschaft. Unteroffizier:Kame­raden müssen gegen einander gefällig sein. Was würben Sie thun, Quabbe, wenn Ihr Kamerad Müller kurz vor dem Dienste noch nicht gegessen und seine Knöpfe noch nicht geputzt hätte?" Quabbe:Ich würde sein Mittagsmahl verzehren, damit er putzen kann."

Ein Jrrthum. Ein junger Komponist donnerte einen ihm begegnenden boshaften Kritikus mit den Worten an:Also Sie sind der . . . ., welcher mein Stück so schlecht gemacht hat!"Bitte sehr," antwortete dieser lächelnd,das haben sie ja selbst gethan!"

Ein ahnungsvoller Engel. Dienerin:Gnädige Frau, passen Sie nur recht auf das Kleid auf." Madame: Warum denn?" Dienerin:Na, dann krieg' ich es wenig­stens im ordentlichen Zustand zu Weihnachten geschenkt."

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Verplappert. Vater der Braut:Ich will ja gern Ja und Amen sagen; sind Sie denn aber mit meiner Tochter im Reinen?" Bewerber (stotternd):Ja . . . bis auf zehn Mark, die sie mir vergangenen Sonntag gegeben hat!"

Tüchtig. Herr:Also ein Maler ist der neue Herr Schwiegersohn; tüchtig?" Dame:Na und ob, Sie sollten nur 'mal die Farbenrechnungen sehen, die wir alle Tage kriegen!" *

Fragliche Dankbarkeit. Vetter (zu einem Herrn, der ihm ein größeres Geldstück gegeben):Besten Dank, gnä­diger Herr; aber ich werd' mich Ihnen dankbar dafür erweisen." Herr:Und wie?" Bettler:Na, ich werd' Sie allen meinen Collegen empfehlen."

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Guter Anfang. Student A.:Was thust Du denn hier 'mit dem vielen Flaschenbier? . . . Gehst Du nicht mit auf die Kneipe?" Student B.:Fällt mir nicht ein . . . einmal muß das doch anders werden! Heut' will ich 'mal solid sein und daheim bleiben!"

Die Einfalt vom Lande. Hausfrau (bei einem Souper zum Dienstmädchen):Lisi, wie oft hab' ich Ihnen schon gesagt, daß Sie beim Serviren immer von links reichen müssen!" Dienstmädchen:I Gott, Madameken, bat is ja doch man blos Aberglooben!"

Ein zärtlicher Gatte. Mann:Zu Deinem heutigen Geburtstage habe ich Dir ein paar Flaschen guten, alten Wein gekauft I" Frau:Aber Du weißt doch, ich trinke gar keinen Wein!" Mann:Nun, dann trinke ich ihn auf Deine Ge­sundheit."

. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.

Nr. 51

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Son als er ein« die Leute mern sich , Diese Neig zuweilen fl man sucht i welch' ein 1 einzelnen S so würbe es könnte auch Arbeiter ab kein einziger Gewinn mii werben. Ick riskirt als ' gleicht sich e winnaussichk Nach s welcher feit Gartens. Dl Geist zu sani zwischen ihm gewachsen zu glück, welche^ auf bem We< oder gar bii dergleichen H breiten.

Ich wei er wirb viell lleberlegung z sonst ein sehr

Währent hingab, eilte unb dem Vat« Lippen: Hülsemann'sch«

Hastig b Hülsemann sei das entsetzliche