Ausgabe 
15.6.1893
 
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E.

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Gemeinnütziges.

den hat,

. Will man recht große Erdbeeren für die Tafel oderzuAusstMngszwecken ziehen, so entferne man den größten Theil der Blüthen und lasse reden Stock nur 56 Früchte entwickeln. _

Zwiebelfaft als Leim. Das beste Klebemittel für Etiquetten auf Metallgegenstände ist Zwiebelsaft, schreibt der ''d^actische Landwirth". Wenn, was häufig vorkommt, ein Zinkgegenstand mit einer Marke, Zettel u. s. w. aus Papier versehen werden soll, wäscht man znerst den Gegenstand mit einer Losung von Waschsoda ab und streicht dann den Zwiebel» saft darauf. Das Papier wird dann aufgedrückt, und nach dem Trocknen ist es unmöglich, dieses von dem Metallgegen» stand loszumachen.

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Ein gutes Mundwasser. Aus folgenden Bestand- theilen läßt sich ein recht erfrischendes Mundwasser Herstellen: Man mischt 10 Gramm Weingeist, in welchen 1/i Gramm Salicylsäure getröpfelt worden ist, mit fünf Tropfen Pfeffer» münzöl, 40 Gramm Orangenblüthenwasser und 40 Gramm destillirtem Wasser. Diese Flüssigkeit gießt man nach starkem Umschütteln durch feines Fließpapier in eine Glasflasche und verschließt dann letztere fest. Will man dieses Mundwasser zum Zahnbürsten gebrauchen, so feuchtet man die Bürste mit dem Wasser etwas an. Beabsichtigt man jedoch, sich nur den Mund auszuspülen, so muß die Flüssigkeit durch zwei Theile Wasser verdünnt werden. Die einzelnen Ingredienzen liefert jeder Droguenhändler,

Herrn aus Ihrer Vaterstadt bin ich sehr befreundet; Sie werden ihn sicher kennen, Oberst Ludwig von Strehlen?"

Paul bejahte es lächelnd.Man mag reisen, wohin man will," sagte er,man ist international verbunden, ist unter Bekannten seiner Bekannten!"

Wir lernten uns in Rom kennen," erläuterte die Blon­dine,und verbrachten den Sommer mit noch einigen be­freundeten Familien zusammen im Gebirge. Ich verdanke mein Deutsch zum großen Thell dem Verkehr mit ihm. Er gedachte zum Christfest in Venedig einzutreffen und bis dahin seine Angelegenheiten geordnet zu haben."

Zum Christfest gewiß nicht," entgegnete Paul,vielleicht zum Februar. Man schrieb mir, er würde voraussichtlich als Ziel seiner Hochzeitsreise Italien wählen."

Seiner Hochzeitsreise?" wiederholte die Blondine mit eigenthümlich gezogenem Ton.

Was sagte ich, Ettie?"

t Ein verweisender Blick der blauen Augen traf die zu lebhafte Gefährtin.

Colonel Strehlen galt nicht für verlobt unter unseren Bekannten, daher Harriets Erstaunen," entschuldigte sie die Gesellschafterin.

Er verlobte sich erst im November," erklärte Paul,mit einem Fräulein von Malten."

waren zu der Zeit weiter gereist und kamen außer Fühlung, sonst hätten wir die Anzeige erhalten."

Man betrat den Saal des großen Rathes.

_ Werner war froh, abbrechen und sich weitere Mitthetlungen über die Braut des Colonel Strehlen ersparen zu können. Er nannte ihnen einige der berühmtesten Dogen, deren Bildnisse dre Wände jenes Saales decken und machte die aufmerksam Lauschenden mit den großen Schöpfungen der italienischen Meister bekannt, mit welchen die einst so mächtige Republik zu ihrer Verherrlichung den Dogenpalast geschmückt.

Beim Auseinandergehen gab ihm Mrs. Webster ihre Adresse m t der Bitte, sie aufzusuchen, sollte er einmal Zeit für sie erübrigen können.

Paul versprach, von ihrer gütigen Erlaubniß Gebrauch zu machen, und es war ihm nicht blos eine höfliche Redensart damit. Die schöne Wittwe aus Chicago mit den wundervollen I "En, den großen Augen und dem etwas müden, gelang­weilten Anstrich erregte sein Jntereffe. Er suchte die Damen nach einigen Tagen auf. Man unternahm einen Ausflug nach dem Lido und verabredete sich für den kommenden Tag zur Besichtigung des Palazzo Trevifan. Aus der zufällig gemachten Bekanntschaft entspann sich ein regelrechter Verkehr. Pauls Abende wurden ausschließlich MrS. Websters Eigenthum. Sie kannte bald alle seine Freunde und Bekannten nach seiner Schilderung. Rur in Bezug auf die Braut ihres Freundes S rehlen fand sie ihn sehr schweigsam. Stolze Erscheinung, edle Züge, schöner Teint, große blaue Augen und blonde Locken, diese Beschreibung des äußeren Menschen genügte ihr nicht; sie wollte mehr von ihr wiffen. Er zuckte die Achseln und bedauerte, sie zu wenig zu kennen, worauf Harriet scherzend einen MM»» öon ber mm am wenigsten spricht, erhält

Run traf es sich kurz danach, däß Paul, im Eifer, den Ewmf eines Palastes zu zeigen, über dessen Stil man streitig Ä statt seines Taschenbuches jenes Futteral mit dem Bilde

Georgs au» seiner Brusttasche langte. Mrs. Webster sehen, was es enthielt. Sie merkte, es war ihm peittli$, den Inhalt zu zeigen. Das reizte sie noch mehr. Die blauen Augen richteten sich vorwurfsvoll auf ihn.

''So Fs ein Geheimniß für mich? Und ich wähnte, wir seien Freunde!" I

Er zog das Portrait hervor und hielt es ihr hin, ohne ein erklärendes Wort hinzuzufügen. I

Erriet sprang neugierig hinzu und legte ihren schwarzen Krauskopf an Mrs. Websters Schulter, um es auch zu be­trachten. Sre schien eigentlich weniger Gesellschafterin, sondern mehr Vormund und Freundin ihrer schönen Herrin zu sein. I

(Fortsetzung folgt.) I

kann die Welt kein Glück verleiht dem gleich, das sie entrafft, 1 Wenn im jungen Herzen schon verschlackt die Gluth der Leidenschaft. Auf der weichen Wange nicht allein vergeht das frische Roth, Auch des Herzens zarte Blüthe welkt, eh' die Zeit der Jugend tobt.

Deren Kraft auf Trümmern morschen Glücks sich muthig noch ermannt. Sie treiben durch ein Meer von Schuld und Wollust fern vom Strand: Es irrt ihr sturmgepeitschter Kiel auf wildverlor'nem Pfad Und strebt umsonst zur Küste, der er nimmermehr sich naht.

Und so wie Grabeskälte stumm und hart senkt sich's herab auf's Herz, Empfindungslos für fremdes Leid, träumt's kaum vom eig'nen Schmerz' Die Quelle milder Thränen hält ein starrer Frost umfaßt, Und glänzt's zuweilen auch im Äug' es ist des Eises Glast.

Ob auch die Lippe lacht und scherzt und Lust die Brust entfacht, Wenn nicht der Schlaf das Äug' mehr schließt in später Mitternacht, So ist's doch nur wie Epheu, das um morschen Thurm sich rankt, Von außen immer frisch und grün, doch innen welk, erkrankt.

O könnt' ich fühlen noch und sein, wie ich gefühlt und war, Und weinen, wie ich einst geweint um manches alte Jahr Wie selbst der bitt're Wüstenquell dem Wand'rer Labung gönnt, So wär' mir jede Thräne süß, wenn ich noch weinen könnt'.

An Bord S. S. Westernland, 23. Mai 1893.

Strophen für Musik.

Nach dem Englischen des Lord Byron.

_ A Die Düngrmg des Spargels. Man gibt Spargelfetdern, fobald man mit bettt Stechen aufgehört 50 Gramm Chilisalpeter pro Quadratmeter und bringt diese Düngung nut Hilfe der Hake in den Boden. Vier Wochen später kann man nochmals 30 bis 40 Gramm Salpeter pro Quadratmeter geben. F