Ausgabe 
15.6.1893
 
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Nnterchaltrrngsblatt Gietzenev Anzeigen (Genevcrl-Anzergev)

1893.

Nr. 69

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Donnerstag, den 15. Juni. .................. ........ .........

Verschlungene Pfade.

Roman von Max Hochberg.

(Fortsetzung).

Die rosenrothe Ampel ergoß eine traumhaft weiche Be­leuchtung durch das elegante, stilvolle Schlafgemach. Bett­himmel, Vorhänge, Sessel, Teppich, Alles zeigte mattrothe Rosenbouquets auf lichtblauem Grunde. Die beiden der Länge nach in's Zimmer hineinstehenden Betten wiesen zurückgeschlagene Decken, sie waren unberührt. Auf dem Seitentischchen hob die Alabasteruhr leisen Schlages vier Mal aus. Bei diesem Ge­räusch richtete sich das junge Weib im cremefarbenen, mit rothem Atlas bordirten Schlafrock aus dem Fauteuil auf. Empörend!" rief sie.Er wollte den Herren nur ein Stück­chen das Geleit geben, nun ist es vier Uhr Morgens und er ist noch nicht da!"

Eben rasselten Schlüssel draußen. Man hörte es ganz deutlich durch die Stille des frühen Wintermorgens, wie der Hausschlüssel auf dem Metall entlang schleifte und Nicht gleich in's Schloß gelangte.

Ich werde mich in's Boudoir zurückziehen," überlegte Erna,er soll das Schlafgemach leer finden. Eine Scene darf ich ihm jetzt doch nicht machen; sonst gibt es Lärm."

Sie zog sich in das anstoßende Cabinet zurück und horchte. Die Schritte ihres Mannes wandten sich nach der entgegen­gesetzten Zimmerreihe. Er kam nicht einmal! Vielleicht wollte er ihren Schlaf nicht stören? Sie lachte bitter bei dem Gedanken. Als ob ihm so viel zarte Rücksicht zuzutrauen war. Wer weiß, wo sie noch gewesen und in welchem Zustand er sich befand.

Sie wartete lauschend noch eine Weile; aber nichts regte sich. Dann zündete sie das vor dem Spiegel stehende Licht an, sah dabei ihr Bild im Glase und hob unwillkürlich den Leuchter höher.Wie ich aussehe," murmelte sie,wie über­müdet und abgespannt! Wenn mir Jemand das voravsgesagt hätte, die wenigen Wochen meiner Ehe würden mich um eben soviel Jahre älter machen!" Sie kniff im Aerger die Lippen zusammen. Mit vorgehaltener Hand den Schein des Lichtes dämpfend, durchschritt sie darauf, zuweilen horchend flehen blei­bend, die Zimmerflucht bis zum Arbeitszimmer ihres Mannes. Die Thür desselben stand offen und das laute Schnarchen, das von dorther drang, verrieth zur Genüge, der Spätgekom­mene sei sofort in festen Schlaf gesunken. Ernas Hand, die die Flamme verdeckte, gab seitwärts ein wenig Raum. Ein verächtliches Lächeln zog die Mundwinkel der jungen Frau

herab, während sie Umschau hielt. Der abgeworfene Mantel ihres Mannes lag an der Erde, die Mütze gleichfalls. Er hatte sich auf das Sopha geworfen mit vollem Anzug und Stiefeln, wie er gekommen war. Sie wollte noch einen Schritt näher Herangehen, da stieß ihr Fuß an einen auf dem Boden liegenden Gegenstand. Sie trat zurück und ließ den Lichtschein darauf fallen. Es war ein elegantes Notizbuch mit gold- aufgepreßtem, von Arabesken umschweiftem Namen, welches sie sich nicht erinnerte, bei Hans gesehen zu haben. Sie bückte sich und hob es auf.

Heinz von Götz," besagte die Aufschrist.

Erna wollte, der ersten Regung solgend, das Buch auf den Platz zurücklegen, wo sie es gefunden, doch die Neugier machte sich geltend und zögernd wandte sie den Deckel um. In demselben Augenblicke machte der Schlafende eine Bewe­gung. Erna erschrak, ihr Hauch hatte blitzschnell das Licht gelöscht. Das Buch glitt in ihre Tasche. Klopfenden Herzens erreichte sie ihr Zimmer. Im sterbenden Licht der Flamme war es ihr vorgekommen, als erhebe sich der auf dem Sopha Ruhende. Vielleicht hatte er sich ermuntert und wollte fein Bett aufsuchen? Sie wartete ein paar Minuten, und da Alles im Hause still blieb, zündete sie das Licht wieder an, ging zur Thür und schob den Riegel vor, um gegen eine Ueber- raschung gesichert zu sein.

Sie zog sich den Sessel zum Toilettentisch und begann, halb aus Neugier, halb aus Langeweile, des Lieutenants Notiz­buch zu durchblättern; Schlaf hätte sie doch bei ihrer Erregung nicht gefunden. Sie schlug Seite für Seite um. Nichts als Gedichte! Aber was war das?Sonett an Asta." Das konnte nur ihrer Schwester gelten I Sie besann sich- Wo hatte sie denn ihre Augen gehabt, daß sie die ganze Zeit her nicht die auffällige Annäherung des kleinen Lieutenants bemerkt hatte. Mit stiller Wuth las Erna die Ergüsse schwärmerischer erster Liebe, in denen Asta mit tausend Schmeichelworten be­nannt war- Ein Gedicht reihte sich an das andere- Es war sonnenklar: Asta wurde geliebt und erhörte offenbar die Liebe des jungen Offiziers, hätte sonst dagestanden:

Du wagst beit Händedruck kaum zu erwidern, Doch heiße Rothe flammt auf Deinen Wangen, Die stumme Antwort gibt den Liebesliedern.

Erna nagte im Grimm an der Lippe. Sollte die Kleine haben, was ihr versagt geblieben, eine heiße, anbetende, be­glückende Liebe? Nein, tausendmal nein! Das mußte verhindert werden. Sie blätterte weiter und übersprang ein paar Seiten; das letztgeschriebene Gedicht datirte vom gestrigen Abend und trug die verfängliche Aufschrift: Bekenntniß. (Am Malten- schen Buffet geschrieben.)