GeinsiirnLWges.
Obstbäume müssen nicht nur unter der Kronentraufe, sondern auch noch weit darüber hinaus begossen werden.
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Bei Spargel« kommt eine Düngung mit Jauche sehr zu statten. Es bilden fich schon kräftigere Knospen vor, was bei Winterdüngung allein weniger der Fall sein kann. Auch bilden kräftige Stengel auch wieder kräftige Knospen und man sticht deshalb die schwächsten Schosse ab.
Erdbeerbeete, welche im August angelegt sind, werden aufgelockert und bei feuchtem Wetter gejaucht, damit sie sich vor Eintritt des Winters noch gehörig kräftigen.
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Um blühende Reseden im Winter zu haben, muß man den Samen Mitte September in Töpfe (von circa 15 Centim- Durchmesser) säen- Die Pflänzchen sind bis auf einige (vier bis sieben) zu verziehen. Ein Verpflanzen ver- tragen die Reseden nicht.
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Zweckmäßigkeit des Blumendüngers bei Topfgewächsen. Die Topfgewächse, weil sie mit ihren Wurzeln nur auf einen beschränkten Raum, auf den Topfinhalt angewiesen sind, bedürfen dieserhalb eine gute und nahrhafte Erde. Nun werden die Nährstoffe von manchen Pflanzen schon sehr bald aufgebraucht und, um ihnen neue Nahrung zuzuführen, wird sich ein öfteres Umpflanzen in andere Erde nöthig machen, doch nicht alle Topfgewächse verlangen ein öfteres Umpflanzen, wenigstens nicht zu jeder Jahreszeit gleich gut, verlangen aber dringend nach mehr Nahrung. Hier kann man, ohne sie umzupflanzen, ihnen mit Blumendünger beistehen, indem man diesen auf die Topferde streut und mit einem Hölzchen, Messer oder Gabel in diese eingräbt oder selbiges im Wasser auflöst und mit diesem gießt. Bei einem gut zusammengestellten Blumendünger sind die Erfolge ganz überraschend, die Pflanzen werden zusehends schöner, bekommen größere, tiefgrüne Blätter und, wenn es Blüthenpflanzen sind, auch zahlreiche und schöne Blumen.
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Honigwein. In 10 Liter kochendes Wasser kommen p/2 Kilogr. Honig. Beides muß 3 Stunden lang gelinde fieben und gut abgeschäumt werden. Dann läßt man das Honigwasser in flachen Gefäßen möglichst schnell abkühlen und bringt es darauf in ein gut gereinigtes Weinfaß, das stets so voll gehalten werden muß, daß bei eintretender Gährung alle Unreinlichkeiten abgestoßen werden können. Zu diesem Zwecke wird nicht nur so viel Honigwasser gekocht, als zur Füllung des Fasses nothwendig ist, sondern es werden noch einige Flaschen mehr zum Nachfüllen hergestellt. Die ausgestoßene Flüssigkeit darf zum Nachsüllen nicht wieder verwendet werden. Nach 6 Wochen ist der Hauptgährungsproceß beendet, der Wein wird dann behutsam vom Faß gelassen — am besten durch einen Saugheber — ersteres ordentlich gereinigt, der Wein dann wieder eingefüllt und das Faß einige Tage leicht verspundet. Zeigt sich dann, daß der Wein vollständig zur Ruhe gekommen ist, d. h. weder Blasen treibt, noch einen zischenden Laut von sich gibt, so kann der Spund fest eingeschlagen werden. Nach abermals 4 bis 6 Wochen ist der Wein trinkbar und kann entweder vom Fasse verbraucht oder auf Flaschen gezogen werden, in denen er sich, gut verkorkt, jahrelang hält, ja von Jahr zu Jahr gehaltvoller.und besser wird.
Kanarienvögel zweckmäßig zu behandeln. Man gebe ihnen alle Morgen frisches Wasser, hinlänglich Rüb» tarnen, zuweilen geriebene Möhren unter ihr Futter oder Hirsenkörner, jedoch keinen Zucker, der Säure macht. Um ihren Appetit zu reizen, gibt man ihnen zuweilen auch Kreuzkraut,
Salat und geschälte Aepfel« oder Birnstückchen. Unter ihr Saufen mische man wöchentlich zwei Mal ein klein wenig Koch, salz, so daß auf ein Pfund Wasser ein Theelöffel voll Salz kommt. Im Sommer hänge man den Bauer öfters in's Freie. Zimmer, in denen gekocht und geraucht wird, sind wahre Marterkammern für den Kanarienvogel.
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Nudeln in Borrath zu mache«. Ich benutze da,r die langen Nachmittage und die billigen Eierpreise. Auf sechs Eier rechne ich ein Pfund Mehl. Milch säuert, deshalb nehme ich vier bis fünf halbe Eierschalen voll Wasser auf ein Pfund Mehl nebst etwas Salz. Sind die Nudeln sehr gut getrocknet, 0 werden sie in ein Holzkästchen gethan, mit dünnem Mull zugebunden und trocken aufbewahrt. Ich habe dann den ganzen Winter über wohschmeckende Nudeln.
Vevinischtes.
Schlimme Aussicht. „Vater, ich will auch 'mal trinken." — „Das ist aber doch nichts für kleine Buben, Hans. Wenn Du erst groß bist —" - „Bis dahin hast Du schon Alles ausgetrunken I"
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Eine gute Sorte- A.: „Darf ich Ihnen eine Cigarre anbieten?" — B-: „Danke, ich rauche nur höchst selten!" - A.: „Dann greifen Sie zu, bei der Sorte werden Sie sich's vollends abgewöhnen!" *
Kasernenhofblüthe. Unteroffizier: „Nä, Sie Mehl» meier, Sie altes Freilein, was balanciren Sie denn da mit Ihrer Nase in der Luft herum, denken Sie vielleicht, Ihr dämlicher Schafskopp sei ’n lenkbares Luftschiff?"
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Fragliche Schmeichelei. Gerichtsdiener (zum Angeklagten, der sich auf einen anderen Platz setzen will): „Bitte, nur hier hinein auf die Anklagebank! Wir haben für Sie hier einen Sperrsitz reservirt, wie’« feinen Leuten zukommt."
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Unmöglich. „Sie haben mir ja das Haar viel zu kurz geschnitten — jetzt schneiden Sie es nur gleich noch einmal!"
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Höchster Servilismus. Graf (zu den Treibern, welche ihn umstehen): „Wie mir mein Jäger eben sagt, hatte ich das Unglück, im letzten Triebe durch einen unglücklichen Schuß einen von Euch zu verletzen. Wer ist es?" — Ein alter Treiber: „Durchlaucht, V hab' die Ehr' g'habt!"
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Auch eine Respektsperson. Wildschütz (zu einem Freunde, der ihm den Tod eines Collegen meldet): „Dös gefreut mi’l Ueberall getraut i’ ml’ hin, in alle Revier zehn Stund' in der Rund', nur net in's Schacherthal, wo der Malefizkerl gehaust hat!" * ,
Falsch aufgefaßt. Stickereihändler: Ihre Blumen- arbeit ist sehr hübsch, mein liebes Fräulein, es dürste sich bald ein Liebhaber finden!" — Backfisch: „Ach, das wäre reizend!
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Ein Pfifficus. „. . . Na, so schlau, wie ich zu den Witzen meines Bureauchefs lache, versteht es Keiner I Ich glaube, bei feinem nächsten Witz — avancire ich!"
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O, die Weiber! Junger Arzt: „Was sagst Du, lieber Kind? Ich habe heute meinen ersten Patienten bekommen — Sie: „Großartig! Was für eine Toilette kaufst Du mir zu ihm?"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Kietzen.


