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und wenn Euch das nicht paßt, nun so steht'» Euch ja frei, ob Ihr in meinem Hause bleiben wollt oder nicht."
Er hatte zuletzt doch stockend gesprochen, während der Blick, mit dem er sie streifte, einen lauernden Ausdruck trug. Sie war sehr blaß geworden, ihre Lippen zuckten und die Hand, welche sie auf den Tisch stützte, bebte sichtlich. Aber nur einen Augenblick war ihre Fassung in's Wanken gekommen, dann nahm sie sich gewaltsam zusammen.
«Ihr redet im Irrsinn, Malte," sagte sie langsam, „Ihr vergeßt, daß wir aneinander gebunden und daß weder Ihr noch ich so ohne Weitere» das Band lösen können, das uns vereint. Wenn ich sprechen wollte —"
„Ich wag' es darauf," tief er laut. „Geht doch hin und erzählt's auf der Straße, wenn Ihr wollt, daß ich Euch ge« Holsen habe, den Diebstahl zu begehen, dessen Ihr Erich an« klagtet. Verkündet, daß die Spatzen auf dem Dach davon hören, wie Ihr dem Vater in den Ohren gelegen habt, Hertha zur Erbin einzusetzen, und dann fetzt noch hinzu, daß Eure Schlauheit Euch dabei doch im Stich gelassen hat, denn Ihr habt für Euch nichts erreicht und mir nur in die Hände ne« arbeitet."
Sie hatte feine Worte in finsterem Schweigen gehört, jetzt sah sie schnell, und als ob ihr ein plötzlicher Gedanke gekommen sei, zu ihm auf. „Malte, wo ist der Schlüssel von Vaters Schrank oben?" fragte sie unruhig. „Ihr müßt ihn an Euch genommen haben, denn als ich heute Abend den Leuten aus« bezahlen wollte, war er nicht an seinem Platz."
„Er ist in sicherer Verwahrung," antwortete er, ohne sie anzusehen.
„Gebt ihn," sagte sie hastig, „ich brauche ihn, ich — ich habe — ich wollte —"
Er lachte hell auf. „Ihr wolltet den Schein von dem Bankhaus in Hamburg in die Hände bekommen, bei dem Ihr Erichs Geld sicher angelegt habt für kommende Fälle. Nichts da, Frau Mutter, denkt Ihr, ich will umsonst Eure Mittels« person gewesen sein? Ein Narr wäre ich, wenn ich mir entreißen ließe, was ich ebenso gut gebrauchen kann, wie ein Anderer, dem Jhr's in einem Anfall von Reue vielleicht unversehens einmal überliefern könntet! Es war ein Glückstag für mich, als ich Euch an jenem Morgen an Vaters Schreibtisch traf mit den Geldern und Papieren, noch unentschieden, ob und wie Ihr vorgehen wolltet, aber meinem guten Rath bald zugänglich, ein Glückstag sage ich, denn er hat mir Haus und Hof eingebracht und ich denke, er soll mir auch das letzte Theil von Erichs Erbe in die Hände spielen."
Sie war furchtbar erregt. „Malte," rief sie zornbebend, „was soll das Hervorziehen der alten Dinge? Ich verlange den Schein, welcher meinen Namen trägt und mir zugehört."
Er that, als ob er sie nicht höre. Er war an den Schrank im Hintergrunds des Zimmers getreten, aus dem er eine Flasche mit einem Glase nahm, das er vollschenkte und mit einem Zug hinunterstürzte. „Ich denke, es ist Zeit, zu Bett zu gehen," sagte er gleichmüthig, „aber vorher will ich Euch noch mittheilen —"
Er hatte sich bei diesen Worten auf die Thür zu bewegt, aber sie ließ ihn nicht zu Ende sprechen und vertrat ihm den Weg. „Malte, ich lasse Dich nicht aus dem Zimmer, bis Du mir mein Eigenthum zurückgestellt hast," rief sie athernlos vor Erregung, „lieber gehe ich von Haus und Hof, ehe ich Dich noch eine Stunde in feinem Besitz lasse."
„Du denkst, ich könnte den Schein benutzen, Dich an den Pranger zu stellen," fragte er höhnend. „Ich möchte wohl Erichs flammende Augen sehen, wenn ich ihm Deinen Namen auf dem Papier zeigen wollte, was gilt's, wir würden noch gute Freunde darüber! Aber laß es Dich nicht grämen, Mutter, so lange ich mir eigenen Vortheil davon verspreche, ist er sicher geborgen!"
„Ich will und muß ihn haben, Malte," und sie faßte seinen Arm, „gieb ihn heraus, oder ich verlasse noch in dieser Nacht Grashigen und -" 1
„Ich denke, dabei kann's bann wohl bleiben," sagte er kalt und doch mit verhaltenem Triumph, daß sie selbst ihm
i das entscheidende Wort aus dem Munde genommen hatte, „denn ich gebe ihn nie und nimmer aus meinem Besitz und da doch in einigen Wochen eine junge Frau hier ihren Einzug halten soll, so ist's am besten, wenn Ihr ihr gleich den Platz räumt, also geht!"
Sie blickte ihn an, als ob sie ihn nicht verstanden hätte, einen starren Ausdruck in den erweiterten Augen. Dann zuckte es in dem bleichen Antlitz wie ein unheimliches Leuchten und wieder wurde es kalt und hart. Einen Augenblick wollte es ihm fast bange werden, aber er nahm feinen Trotz zusammen, es schien ihm jetzt am gerathensten, die Sache zu Ende zu führen. So öffnete er denn die Thür, die in den Hausflur führte. „Ist's gefällig jetzt, Frau Mutter?" fragte er spöttisch.
Und sie ging. Langsam mit schwerem Schritt, wie eine | Nachtwandlerin, verließ sie das Zimmer und das Haus. Auf der Stufe der Treppe stehend, hörte sie, wie van innen der schwere Riegel vorgeschoben wurde, dann war sie draußen, allein, ausgestoßen, vertrieben! Es war zu schnell, zu überwältigend gekommen, sie konnte sich nicht besinnen ober hinein- stnden. Sie stieg langsam in den Garten hinab; durch die alten Bäume wehte laue Frühlingsluft und von den Zweigen tröpfelte der Regen herab. Sie blieb stehen und blickte zu den Fenstern hinüber; es konnte ja Nichtsein, er mußte sie herein« rufen, sie bitten, wiederzukommen! Eine Zeit lang blieb Alles still, dann trat Malte an die Fenster der Wohnstube und schloß die Laden. Es war dunkel darin, und der Lichtschein erschien in der schmalen Spalte der nicht festgeschlossenen Vorhänge des Schlafzimmers. Sie wußte, er wollte jetzt zu Bett gehen dort, wo — und da brach der Jammer ihres Herzens hervor. Wie war es gekommen, warum hatte sie sich nicht mehr in der Gewalt gehabt? O Gott, wie konnte sie gehen und den Knaben zurücklassen, ihren Enkel! Und was hatte Malte gesagt? Eine junge Frau sollte in Grashagen das Regiment führen, er wollte ihm eine Stiefmutter geben! Eine Stiefmutter, wie sie gewesen war! Stöhnend barg sie ihr Gesicht in den Händen. Was sie seit Erichs Wiederkehr mit starker Hand zurückgehalten hatte, erhob sich plötzlich in ihrer Seele, und ein kalter Schauer nach dem andern riefelte durch ihre Glieder. Lange stand sie schweigend, dann erhob sie den Kopf und blickte um sich. Das Licht int Hause war erloschen, Dunkelheit umgab sie von allen Seiten und dichter fielen die Regentropfen. Die schlichte Mütze, welche ihr Haar bedeckte, war naß, ebenso ihre Kleider, sie fühlte sich bis auf die Haut durchkältet, und — was wollte sie hier? Drinnen schliefen sie längst, und wenn sie erwachten, — so sollte sie hier nicht mehr gefunden werden! So raffte sie sich auf; langsam, mit schwerem, schwankenden Schritt ging ste durch den Garten und in's Freie hinaus. Aber während sie wie int Traume dahinwandelnd den Weg durch die Felder schritt, stürmten Gedanken und Empfindungen durch ihre Seele, die sie blind und taub für Alles machten, was um sie her war. „Ausgestoßen!" flüsterte sie vor sich hin, und dann trat Erich» Bild vor ste, wie er fein Vaterhaus verließ nach der Verlesung jenes ungerechten Testamentes. Sie sah ihn vor sich stehen mit flammenden Augen, die gewaltige Gestalt hoch aufgerichtet, und seine Stimme klang wie Donnerton: „Ich fordere Rechenschaft von Dir, die meines Vaters Weib war und mir Mutter fein sollte!"
Anwandlungen von Scham oder Reue waren bisweilen über sie gekommen, wenn Erich ihr unvermuthet aus der Straße begegnet und mit stummem Gruß vorübergegangen war, und dann hatte sie in einem Gedanken eine Art von Beruhigung gesunden. Es gab einen Weg — sie sagte nicht, daß sie ihn betreten wollte — aber er blieb ihr offen, ihm ein Weniges von dem Seinen zukommen zu lassen, nicht heut' oder morgen, aber vielleicht später. Und jetzt! Es war Alles, Alles vorbei! Ihre eigene Lage kam ihr in den Sinn; wie würden die Leute reden, wie würden sie mit Fingern auf sie weifen! Die stolze Herrin von Grashagen, die in Regen und Nacht hinausgetrieben war auf die Straße wie die geringste, mit Schande beladene Bettelmagd!
(Fortsetzung folgt)


