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noch immer im Steigen begriffen, welche Geld verdienen müssen. Da nun überall in der Welt, auch wieder infolge der Eisenbahnen und Dampfmaschinen, das Kaufen an die Stelle des Selbstmachens getreten ist, so hat man in sehr kurzsichtiger Weise das Haushaltlernen mehr und mehr einfach bei Seite geschoben, anstatt es so einzurichten, wie es für die heutigen Verhältnisse paßt. Es gibt doch noch immer eine ganze Menge Arbeiten, die im Hause gemacht werden müssen, die eine Hausfrau also gründlich gelernt haben muß. Auch die Schifffahrt ist jetzt ein ander Ding, seitdem mit Dampf gefahren wird; aber wer Capitän eines Dampfschiffes werden will, kann deswegen über den Schiffsjungen, den Matrosen, den Steuermann nicht von der Schulbank aus mit beiden Füßen wegspringen; er muß immer noch ebenso gründlich seine Lehrzeit und ferne Gehilfenschaft durchmachen, als in den Jahrtausenden, da man mit Ruder und Segel allein zu thun hatte. Jeder Vater, dessen Sohn zur See gehen will, weiß auch, daß ihm das Geld und dem Jungen die nöthige Lehrzeit kostet und wenn er einmal A dazu gesagt hat, sagt er auch B.
Aber obgleich die allermeisten Mädchen mit voller Zu- stimmunq ihrer Eltern gern Hausfrau werden wollen, die meisten es auch wirklich werden, so soll hier das B dem A nicht folgen. Schon das Schulmädchen muß, wer weiß wie oft, mit Kinder- warten, Auslaufen und dergleichen Geld verdienen, und wenn es auch wohl im Hause mithilft, so ist vom rechten Lernen da doch wenig die Rede, wo etwa die Mutter in der Fabrik, als Arbeitsfrau oder als Verkäuferin den größten Theil des Tages außer dem Hause ist, um ihrerseits Geld zu verdienen.
In diese Lücke treten nun die Haushaltsschulen, wie verschieden sie auch geartet sein mögen. Sie wollen den Mädchen die fehlende Lehrzeit ersetzen, und das können sie auch, wie dre Erfahrung zeigt- Was damit erreicht ist, haben mir oben gesagt. Keineswegs aber können die jetzigen Haushaltsschulen die Gehilfenzeit überflüssig machen- Was das dreizehn- bis fünfzehnjährige Kind in einer solchen Schule gelernt hat: ein paar Dutzend Gerichte kochen, ein Stück Zeug reinwaschen und plätten, Zerrissenes ausbeffern, eine Stube kehren,, das bedeutet für die Führung des Haushalts noch nicht mehr, als das, was der zum Matrosen reife Schiffsjunge kann, für die Führung eines Schiffes. Vielleicht werden künftig öffentliche Einrichtungen getroffen, daß erwachsene Mädchen ihr Lehrlingswiffen erweitern und sich zu wirklichen Hausfrauen ausbilden können, ohne daß es ihnen und ihren Angehörigen andere Opfer kostet, als den jungen Männern die Dienstzeit im Heere. Einstweilen denkt daran noch kein Mensch. Und darum ist vorläufig allen Eltern, denen das Wohl ihrer Töchter am Herzen liegt, dringend zu empfehlen, daß sie ihnen nicht blos eine Lehrzeit für den häuslichen Beruf vergönnen, fei es im Hause oder in der Haushaltungsschule, sondern sie veranlaffen, in guten fremden Häusern zu dienen, wenn auch der Lohn weniger hoch und das Leben weniger frei und ungebunden sein sollte, als bei der Fabrikarbeit oder anderer außerhäuslicher Erwerbsarbeit.
D. Arbeiter-Ztg. - M. L.
OeMernnRtziges.
auber gereinigte und geschwefelte Fäßchen geschüttelt und Waffer sowie der aufgelöste Zucker hinzugesügt. In einem nicht zu kühlen Keller läßt man den Saft gähren, legt ein Stückchen dünnes Leinen auf die Spundöffnung, damit kein Schmutz hineinfällt und schüttet jeden Tag das Uebergegohrene, das man in einer Schüffel aufsängt, wieder in's Fäßchen. Ist dre Gährung vorüber und hört man kein Geräusch mehr im Fäßchen, so schlägt man etwa Ende October oder Anfang« November das Spundloch zu und läßt das Gefäß unberührt stehen, bis man den Wein im März nächsten Jahres abzieht. Der auf diese Weise bereitete Wein ist billig, schmeckt vortrefflrch und ist der Gesundheit sehr zuträglich.
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Maecaroni-Auflauf. Man koche Pfund Macca- toni in guter, fetter Bouillon oder auch in Waffer mit einem Stück Butter gar und dick ein und gebe davon eine Lage m eine Schale, darüber eine Lage geriebenen Parmesan- oder Schweizerkäse und so abwechselnd. Die letzte Lage muß vor. Käse sein und stelle man nun die Schale auf einen Dreifuß in den Backofen, bis die Maccaroni sich oben bräunen und reiche sie am besten zu mit Eigelb abgezogener Bouillon oder direct als Gemüse mit Schinkenbellage.
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Schonung der Emaille in Kochgeschirren- Das beste und wohl auch einzige Mittel, das Abspringen der Glasur von emaillirtem Kochgeschirr zu verhüten, ist vorsichtige Behandlung der Gegenstände. Läßt man Waffer oder Brühe in denselben bis auf eine winzige Kleinigkeit am Boden ein- kochen, so darf man sich nicht wundern, wenn die Glasur an den trocken liegenden Wänden bei starker Hitze Sprunge be- kommt. Noch schädlicher wirkt das plötzliche Vollgießen nut kaltem Waffer; fast kein Dienstmädchen (aber auch manche Frau nicht) achtet darauf. Man muß warmes Waffer nach- gießen oder das Gesäß erst verkühlen lassen. Daß das Fallen- lassen ober Herunterwerfen auch Sprünge verursachen kann, ist natürlich; wo aber erst Sprünge sind, fällt auch bald ein Blättchen Glasur heraus und so geht es weiter-
Vermischtes.
Ein Pharisäer. „Na, Sepp, das alte Jahr ist morgen zu Ende; versprecht mir, mit dem neuen ein besseres Leben anzufangen und besonders das ewige Geraufe fern zu lassen! — „Da; will ich thun, Herr Pfarrer I — folgenden Tage): „Na, meine Ermahnungen haben schon genutzt, schämt Ihr Euch gar nicht? Habt gestern wieder Einem drei Zähne eingeschlagen!" — „Aber Herr Pfarrer, da hat das neue Jahr ja noch gar nicht angefangen I" ,
Ah so! A: „Ich sage Ihnen, ich habe auch einmal mein Lebensglück mit Füßen getreten. Ich könnt' ein Mädch n heirathen, schön, klug, häuslich und mit 500 000 Thalerw — B : „Nun, weshalb haben Sie sie denn nicht geheirathet» — A.: „Es lag nur an einer Kleinigkeit." — B.: „Und an welcher denn?' — A. (seuszend): „Sie mochte mich nicht
Heidelbeerwein. Auf ein Theil Heidelbeersast rechnet man zwei Theile Wasser und ein Theil Zocker. Der Zucker wird in heißem Waffer aufgelöst, abgefchäumt und nach dem Erk i ten in das mit Heidelbeersast und Wasser gefüllte Fäßchen gebracht. Das beim Auslösen des Zuckers verwendete Wasser muß hernach in Abzug gebracht werden. Um recht vielen saft aus den Heidelbeeren zu erhalten, läßt man sie zwei bis drer Tage stehen, dann zerquetscht und zerdrückt man sie mit einem hölzernen Löffel und drückt sie in einem leinenen Beutel oberflächlich durch- Nachdem man die Beeren noch einmal in einer Obstpresse oder Kelter ansgepreßt hat, wird der Saft in das
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Verfänglicher Bescheid. A.: „Wie gesagt, meine Tochter ist erst sechzehn Jahre alt und noch zu jung zum Hei' rath.'N; fragen Sie in einem Jahre wieder an. Werden Sie sich so lange gedulden können?" — B.: „Hm, ich wohl, aaer meine Gläubiger nicht."
Neugierig. Bankier: „Meine Tochter erhält 100,000 Mark Mitgift und da« Doppelte nach meinem Tode. — Bewerber: „Und wann dürfte das etwa sein?"
Nedaciion: A.Schez>da. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


