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Geineinnütziges.
Himbeerfauee. 1li Liter Himbeersaft wird mit i/2 Liter Wasser und wenig Zucker vermischt, an's Feuer ge- stellt und mit zwei Theelöffel voll Kartoffelmehl abgerührt.
Kirschensauee. Liter Kirschensaft wird mit denselben Bestandtheilen wie Himbeersauce bereitet.
Erdbeersaft. V2 Liter Beeren werden mit 250 Gr. Zucker 24—36 Stunden hingestellt, durch ein Tuch gegoffen und in geschwefelte Flaschen gefüllt.
Erdbeerwasser. 1 Liter Beeren werden mit V4 Liter Waffer 24 Stunden hingestellt, durch ein Tuch laufen lasten, ohne zu drücken. Auf 1 Liter Saft 1 Pfund Zucker kocht man zusammen und füllt es in geschwefelte Flaschen.
Wermuth-Tinktur, die bei Magenbeschwerden und Uebelkeiten, besonders auf Reisen, beste Dienste leistet, wird bereitet, indem man ein Blatt Wermuth tit ein Fläschchen Spiritus legt. * ,
Weizeusuppe für schwächliche Kinder. Eine nahrhafte Suppe für schwächliche Kinder kann man auf folgende Weise Herstellen: Es werden gute Weizenkörner ausgelesen, rm Ofen getrocknet, nicht geröstet, und auf einer Kaffeemühle gemahlen. Dieses Mehl mit der Riete wird mit kochendem Waffer überbrüht, Zucker kommt nicht daran, nur als geschmack- verbeffernder Zusatz einige Tropfen Himbeersaft. Da dieser ! Getränk leicht säuert, muß es täglich frisch bereitet werden. Erst bei kräftiger Verdauung darf man den dritten Theil Milch zusetzen, also zwei Theile Suppe, einen Theil Mtlch. Da Verhältniß der Suppe selbst aber ist derart, daß auf */8 Liter gemahlenen Weizens ein Liter Wasser kommt.
Hat die Steinkohlenasche Düngungswerth? Steinkohlenasche, das heißt reine, von Schlacken und unver« brannten Kohlenstücken befreite, enthält 0,2 Procent Phosphor- säure, 0,2 Procent Kali, 3,5 Procent Kalk, 0,8 Procent Mag- nesia, 1 Procent Schwefelsäure. Dieser Gehalt ist von der Art, daß es stch wohl verlohnt, sie sorgfältig zu sammeln und I auszustreuen. Wohin man sie bringt, ist gleich.
Schnittlanchsanee. Eine halbe, in Waffer geweichte und ausgedrückte Semmel wird mit vier hartgesottenen Ei. dottern im Mörser gestoßen, dann passtrt, mit zwei Thellen Essig und einem Theil Waffer zu einer dicken Sauce verrührt, zwei Eßlöffel voll Zucker und ein Eßlöffel voll Schnittlauch bei- gegeben und mit Salz, Pfeffer und zwei Löffel Provenceröl gut verrührt.
Redaction: A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.
„Wie kommt es nur, Herr Doctor, daß meine Marie gar nicht zu Kräften kommt, immer krankhaft blaß aussieht und nun gar schief wird? Wir thun alles Mögliche an ihr!"
„Wie viele Schulstunden hat Ihre Tochter, verehrte Frau?" , L „
„Täglich sechs; Mittwochs und Samstags icdoch nur vier.
„Wie viel Zeit braucht sie wohl durchschnittlich des Tages zur Fertigung ihrer häuslichen Arbeiten für die Schule?
„Etwa eine oder zwei Stunden."
„Privatstunden hat sie wohl nicht?"
„Wöchentlich zwei Clavierstunden."
„Da wird sie stch wohl auch täglich üben müssen; eine Stunde muß sie doch täglich spielen?"
„Ei, ja wohl, das ist das Mindestei"
„In weiblichen Arbeiten haben Sie Marie aber doch wohl noch keinen Anfang machen lassen, da sie schon zu sehr besch ft^gbJi, hat sie noch genug Zeit übrig! (!) Sie stellt sich sehr gut dazu an, und was sollte sie denn mit der freien Zeit anfangen?" (!) „
„Wie viel beträgt wohl die „übrige" Zeit, die sie auf weibliche Arbeiten verwendet?"
„Das ist sehr verschieden, je nachdem sie mit ihren anderen Aufgaben fertig wird." „ , . „,
„Das Alles sagen Sie mir und sind noch im Zweifel über Maries Kränklichkeit und Schiefwerden! Rechnen Sie zusammen, wie viel Zeit Ihre Tochter in der Schule, zu Hause, bei den Schularbeiten, am Clavier und beim Nähen und Stricken verfitzt, so können Sie als Resultat nichts Anderes sehen, als Krankheit und Verkrüppelung! Und wenn Sie nicht auf das Schleunigste eine bedeutende Abänderung in der Tagesordnung des Kindes dahin treffen, daß es ein bis zwei Stunden im Freien, ganz außer der Stadt, stch ergehen kann, so wird auch tein Arzt helfen können, und Sie dürfen nicht hoffen, Ihr Kind jemals gesund und kräftig zu sehen."
„Ach, das kann ich doch fast nicht glauben, ich wenigstens habe eben so viel gesessen und es hat mir nicht im Mindesten geschadet."
„Da haben Sie von großem Glück zu sagen. Wenn aber von Ihrem vielen Sitzen nicht Sie selbst krank geworden sind, so folgt daraus noch nicht, daß Ihre Marie nicht viel kräs. tiger und gesunder wäre, wenn Sie eben nicht so viel gesessen Hütten."
So weit das angenommene und doch in vielen Familien mögliche Gespräch, welches eine nachdenkende und um da» Wohl und die Zukunft ihres zarten Lieblings besorgte Mutter gewiß zu der Ueberzeugung bringen wird, daß sich, wenn der kindliche Körper den Anforderungen der Ausbildung nicht gewachsen ist, darin die möglichste Beschränkung zu Gunsten der körper, lichen Entwickelung und Gesundheit notwendig macht. Das ist man seinem Kinde schuldig. Auch ist ja zu hoffen, daß später bei erlangter Kräftigung manches Versäumte mit um so besserem Erfolge nachgeholt werden kann-
Vermischtes.
Bayerisch. „Mein Weiberl ist a braves Weiberl, a liebe» Weiberl, a nette» Weiberl, aber a — kreuzdumme« Mensch!" , e
Theilnahmrvoll. Erbonkel: „Der heutige Unfall ist der ärgste, den ich bi» jetzt gehabt habe.' — Neffe: „Ich wünsche Dir aufrichtig, daß es der letzte sein möge.
Empfindlich. Haarkünstler: „Ihre Haare sind heule etwas eigensinnig, Herr Lieutenant!" — Lieutenant: „Möglich! — Vorhin in Jedanken Ehestand jestreift!"
Auch eine Frühlingsbetrachtung. „Ach Gott, jetzt geht die dumm' Zeit wieder an! Sobald man sich nur« bisle z' lang im Wirthshaus aufhält, ifcht s glei wie hell' liachter Tag!"
Ein Räthfel aus Kindermund. Die kleine Ase> „Rathe mal, Mama, was das ist: „es hat vier Beine un° sechs Hörner und einen Kopf wie ein Mops. „Das kann tq nicht rathen, sage mir, was ist's denn?" — Else : „der Storch. — Mama: „Der hat doch aber nicht vier Beine? - „Ich wollte Dir's ja auch blos ein Bischen schwer machen!
Kann ist es Kein Wunder!
(Ein Gespräch zwischen Mutter und Arzt.)


