Ausgabe 
13.4.1893
 
Einzelbild herunterladen

- m ==

KeHnernnütziges.

Bedeutung der Bodenbedeckung im Haus­garten. Man hat gewiß schon die Beobachtung gemacht, daß da, wo ein abgebrochener beblätterter Zweig eine Grasnarbe zum Theil bedeckt, das Gras weit kräftiger wächst, als im Umkreise, oder daß Erdbeerpflanzen, welche mit Lohe, Häcksel und dergl. bedeckt waren, kräftiger gediehen, als dort, wo dies unterblieb. Die Ursache dieser Erscheinung hat man in der Bodenbedeckung zu suchen, welche leider trotz derartiger Winke der großen Lehrmeisterin Natur im Gartenbau noch lange nicht genügend gewürdigt wird. Großen Nutzen kann eine zweckent« sprechende Bodenbedeckung dem Gemüsegärtner schaffen, vor­züglich bei jenen Gemüsearten, welche infolge mäßigen Wachs- thums den Boden nur langsam mit ihren Blättern überschatten, wie z. B. bei Gurken, allen Kohlarten, Porre, Sellerie, Bohnen, Erdbeeren u. s. w. Die Erde bleibt unter der Decke stets feucht, man braucht also weniger zu gießen, und da die Sonnen­strahlen nicht unmittelbar auf den Boden einwirken können, hält fich derselbe locker- Dadurch wird der Bildung jener ge­fährlichen Kruste vorgebeugt, welche dem Wachsthum der Pflanzen sehr verderblich ist, weil sie das Eindringen der Lust in den Boden hindert. Das Unkraut kann unter der Decke nicht so lustig wuchern, da viele Keimlinge schon beim Versuch, dieselbe zu durchrechen, zu Grunde gehen. Am wichtigsten aber ist das Vermeiden eines schroffen Temperaturwechsels. Der bedeckte Boden erwärmt sich langsam, speichert die Wärme für die Nacht auf und gibt sie dann langsam wieder ab, während der nicht bedeckte Boden sich schnell erwärmt.und während der Nacht schnell abkühlt, wodurch die Wärme des Bodens sich bedeutend vermindert. Es ist begreiflich, daß der schnelle Temperaturwechsel große Nachthelle für das Gedeihen der Pflanzen hat- Ganz besonders gut angebracht ist die Be­deckung bei trockenem Boden und sonniger Lage. Zum Decken verwendet man am besten kurzen zersetzten Dünger oder auch Laub, Stroh, Moos, Nadelstreu, alte Gerberlohe u. s. w. »Man breitet die Decke gleich nach dem Bepflanzen der Gemüsebeete über diese aus.

* k *

Gegen fliegende Insekten im Obstgarten. Da die fliegenden Insekten alle dem Licht zustreben, so können sie leicht dadurch zerstört werden, daß man während der Nacht einige Pechfackeln in der Obstanlage brennen läßt. Zu em­pfehlen sind Pechfackeln deswegen, weil diese- die ganze Nacht hindurch brennen, wenn man sie in einer entsprechenden Größe macht. Jedes hellbrennende Feuer erfüllt aber denselben Zweck. Am anderen Morgen findet man dann maffenhaft die Wahr­zeichen der Wirksamkeit.

* *

Deutsche Suppe. Eine Obertaffe Perlgraupen wird in dem Spargelwafler mit einer Wallnuß dicker Butter lang­sam P/s Stunden gekocht. Dann schwitzt man 1/2 Löffel Mehl und eine zerschnittene Zwiebel und etwas Petersilie in Butter gar, verkocht dies langsam mit einer Taffe leichter Bouillon, fügt dann Vs Liter kochende Milch bei und stretcht die Flüssig­keit durch ein Sieb. Man gibt sie an die fast gar gedämpften Perlgräupchen, kocht diese völlig gar, würzt die Suppe noch mit wenig Muskatnuß und zieht sie mit einem Eigelb ab.

Vermischtes.

Gerechte Entrüstung. Vater (geringschätzig):Sie wollen meine Tochter zur Frau und haben nur sechshundert Thaler Gehalt? Soviel geb' ich meinem Sohn als Taschen­geld!" Bewerber:So? Und der Lump wollte mir neu­lich nicht 'mal zehn Mark leihen!"

Aha! Lehrer:Aber Karl, warum sprichst Du so oft die Unwahrheit? Ich glaube doch nicht, daß Dir zu Hause jemals Gelegenheit geboten wird, etwas Unwahres oder Ueber- triebener zu hören? Was ist denn Dein Vater?" Karl: Fürstlicher Leibjäger!" * *

Ein neuer Titel. Ein vielbeschäftigter Arzt, der für eine Ortskrankenkaffe angestellt ist, erhielt folgendes Schreiben von einem Mitglieds desselben:Herr Doctor 1 Ich bitte Sie, mich heute zu besuchen. (Unterzeichnet:) August N. N., Patient."

e

Frauenlogik.Nicht wahr, Männchen, zu Dank dafür, daß ich auf das neue Kleid verzichte, kaufst Du es mir?!"

*

Gemüthlich. In einem sächsischen Städtchen ist Feuer ausgebrochen. Die die Brandstelle umstehende Menge gibt eben ihrer Entrüstung darüber Ausdruck, daß die Feuerwehr das noch zu rettende Mobiliar kurzer Hand durch die Fenster auf die Straße herunter wirft, als plötzlich von oben die Stimme ertönt:Na, nu nehmen Se 'mal gietigst die Beene un de Köppe weg, jetzt kommt Se^ nämlich e Fortepiano!!"

Nicht so schlimm. Arzt:Um Gotteswillen, der Kranke hat die Mediein getrunken, die doch zum Einreiben bestimmt war?" Frau:O, 's ist auch noch zum Einreiben da!"

*

Malitiös. Gast (der eine winzige Portion vorgesetzt erhält):Herr Wirth, der Teller ist ja noch nicht gespült!"

Beim Quartalswechsel machen wir unsere Leserinnen, welche noch nicht Abonnentinnen der in Berlin bei Friedrich Schirmer er­scheinenden Zeitschrift:Dies Blatt gehört der Hausfrau.'« sind, darauf aufmerksam, daß jetzt wiederholt ein günstiger Zeitpunlt zum Eintritt in das Abonnement gekommen ist. Bei der Fülle des Ge­botenen kommt der fabelhaft billige Quartalspreis von 1 Mk. 25 Pi. frei ins Haus gar nicht in Betracht, denn fast jede Nummer dieser Zeit­schrift bietet dem gesammten weiblichen Geschlecht gute Anregungen und nutzbringende Rathschläge in Hülle und Fülle, ganz abgesehen von dem reichen Unterhaltungstheil mit seinen vorzüglichen Erzählungen und den monatlich erscheinenden, durch viele Abbildungen (Costüme, Wäsche, Hand­arbeiten, Schnittmuster!) gezierten Modenummern. In letzteren wird ausschließlich nur das gebracht, was ein solider, gutbürgerlicher Geschmack, verbunden mit weiser Sparsamkeit, fordert. Die hohe Abonnentenzisfer von weit über 70 000 bietet den besten Beweis, daß die Zeitschrift Dies gehört der Hausfrau!" in ihrer Art die vollkommenste ist Man abonnirt bei allen Buchhandlungen und Postanstalten.

* *

- Hörstiug, E. O., Wettenträume. Leipzig, Th. Grieben) Verlag (L. Fernau). Preis cartonniert 1 Mark. Ein sehr elegant aus­gestattetes Merkchen, welches, nicht frei von mystischen Anklängen,, in hoher dichterischer Form das Ringen nach Lösung des Lebensräthsels schildert. Vom irdischen, an seine Anschauungsformen gebundenen Ber- stand erhoffte der Suchende vergeblich den ersehnten Aufschluß; ebenso­wenig gelingt es ihm, die vorhandenen Spuren des Ewigen im eigenen Inneren wie in der Menschheit Leben zu verfolgen, bis er, durch eifriges Streben zur Versenkung in sich selbst geführt, das Gesetz des Lebens m dem Einungsstreben des Getrennten erkennt in der Erlösung aus dem Sondersein durch die aus dem Leiden geborenen Liebe, Erkenntniß und Kraft. Wir empfehlen das auf teilt sittlicher Grundlage fußende, $eit- gemäße Buch angelegentlichst dem Interesse aller Gebildeten.

Jugend-Gartenlaube. (Verlag der Kinder-Gartenlaube in Nürnberg. Vierteljährlich 1 Mark.) Heft 7 von 1893 der Jugend-Gartenlaube enthält das GedichtFröhliche Ostern" mit prachi' vollem farbigen Bild; die gefällige ErzählungNadine" von F. Holle, mit Bild; das GedichtHolde Eintracht" von G. Bleisteiner, nm Bild; das MärchenTante Schlehendorn" von E. Pflücker, mit Bud! die ErzählungDas Waldhaus"; das GedichtAn den Früh- ling" von E. Wilke. Dann eine reiche, höchst mannigfaltige uno interessanteKleine Ecke" mit allerhand belehrenden, erfreuenden, baden­den Mittheilungen, Räthseln, Aufgaben, Rebus, Kindermund,, Scherz- Wirklich für wenig Geld vierteljährlich nur 1 Mark Vieles un Schönes.

Rrdaetion: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.