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daß die Hand,
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welche er in der seinen hielt, leise zuckte, als er, wie zu sich selber sprechend, fortfuhr: „Wenn die Wellen mein Boot damals nicht zu Lande geführt hätten, wenn’s nur mein todter Leib war, den sie an den Strand unter dem Crumbacher Höwt warfen, — mir ist, als wär' es mir lieb gewesen, hier zu ruhen, wo das Rauschen des Meeres herüber tönt, und wenn Du dann gekommen wärest —"
Sie unterbrach ihn lebhaft. „Was hast Du, Erich? Du hast sonst nicht so geredet." Er seufzte nur tief, und sie fügte lebhaft hinzu: „Ich hätte Dich gekannt unter Tausenden heraus, und wenn alle Anderen sich dagegen gesetzt hätten, ich hätt' es nicht gelitten, daß sie Dich auf den Friedhof der Ausgestoßenen gebracht hätten. Mitten unter uns, dicht bei der Kirche im Dorf, hättest Du Dein Grab finden sollen, Erich."
„Du hättest den Tobten geschützt, Marie," sagte er trübe, „aber Du kannst es nicht ändern, daß der Lebende einsam und verlassen unter seinen Genoffen sich fühlt."
„Meinst Du nicht, daß es schon anders geworden ist," sagte sie fast zaghaft, „und daß es noch besser werden wird, wenn längere Zeit vergangen ist und sie Alle sehen —"
„Besser?" rief er heftig, „wie sollte das zugehen? O, warum durfte ich nicht auf die See gehen? Dort hätte ich vergessen können, was mir hier jeder Tag mit dem Morgen- roth und dem Abendlicht zuruft, daß ich ein entehrtes Leben führen soll und muß. Und der Pastor spricht von der Ge» rechtigkeit Gottes und von der Hülfe, die er Dem schickt, der auf ihn harrt, während ich sehe, daß er mich vergessen hat und verstoßen, wie all' die Andern I"
Er neigte den Kopf auf das Kreuz, neben welchem er stand, und ein tiefes Stöhnen hob die breite Brust. Einen Augenblick herrschte Stille, dann sprach Marie ernst: „Er ist doch Dein Freund geblieben im Himmel, Erich, das weiß ich, und auf Erden hast Du Freunde behalten. Da ist der Pastor, der zu Dir kommt, und manch’ Andere, die gut von Dir denken."
„Auch Du, Marie?" fragte er mit gebrochener Stimme.
Sie reichte ihm wieder die Hand. „Das weißt Du, Erich," sagte sie einfach. Er preßte sie in der seinen und beugte dann seinen dunkeln Kopf. Wo er nur die Sitten der vornehmen Welt erlernt hatte? Er führte sie an seine Lippen, ehe er sie losließ. Dann schien es, als ob er sprechen wolle, sein Herz noch von einer Last erleichtern, die es bedrückte, aber er schloß den Mund fest und senkte den Blick zur Erde. Hatte sie etwas Anderes erwartet, etwas Anderes erhofft? Es klang wie leise Enttäuschung aus ihrer Stimme, als sie sagte: „Es wird jetzt dunkel, und ich muß gehen." Er ant» wartete nicht und machte keine Miene, sie zurückzuhalten. So bückte sie sich denn über das einsame Grab und ordnete noch einmal an den Frühlingsblumen, die es wie mit dem trostreichen Versprechen der Auferstehung nach langem Winterschlaf schmückten, ehe sie Erich Lebewohl sagte- Er geleitete sie bis M dem Pförtchen, wo er stehen blieb und ihr nachblickte, bis ihre Gestalt zwischen den Bäumen verschwunden war, welche den schmalen Pfad von hier bis zu dem betretenen Wege einfaßten. Dann trat er auf die verlassene Stelle zurück und blieb dort stehen, das Haupt gesenkt und eine düstere Falte zwischen den dunkeln Augenbrauen.
Mehr als zwei Jahre waren vergangen, seit Erich Hagen em Einwohner von Crumbach geworden war. Als er in jener Nacht aus dem Vaterhause vertrieben worden war, hatte ihn der Mann begleitet, der sich seit seiner Rückkehr als sein treuester Freund gezeigt hatte. Einen neuen Beweis davon hatte er gegeben, als er ihn aufforderte, zu ihm zu kommen und für’s Erste in seinem Hause einzukehren. Aber nur für eine Nacht hatte Erich diesen liebevollen Vorschlag angenommen. Es war ihm bei den mehrmaligen Besuchen, welche er in den vorhergegangenen Tagen im Pfarrhause gemacht hatte, nicht entgangen, daß das Benehmen der Pastorin, wenn sie es auch eigentlich nicht an Freundlichkeit fehlen ließ, doch nicht den Eindruck eines vollen, herzlichen Zutrauens machte. Mit seinem empfindlich reizbaren Ehrgefühl hatte er mehr empfunden als erkannt, daß der Glaube an seinck Unschuld bei ihr nur auf
I den gebrechlichen Stützen der Achtung vor dem Urtheil ihres Mannes stand. So hatte er es denn mit Freuden begrüßt, daß er schon am Abend des folgenden Tages das weitere Verweilen im Pfarrhause dankend ablehnen konnte, weil es ihm gelungen war, sich eine eigene, einfache Zufluchtsstätte in Crumbach zu erwerben. Unter den mancherlei Bekannten, die ! sich in den Tagen vor der Beerdigung in Grashagen hatten sehen lassen, war auch die Wittwe des Fischers Retzin gewesen, die früher auf dem Hofe gedient und dort Erichs Kindermädchen gewesen war. Das war der Grund, weshalb er sich nicht von ihr wie vor den Anderen zurückgezogen hatte und so hatte er denn erfahren, was den Kummer ihres Lebens ausmachte, daß sich für das verschuldete Häuschen und den Antheil an dem Boot, das ihr verstorbener Mann mit einem Gefährten besessen, kein Käufer finden wollte, so daß sie da« durch verhindert war, der einzigen Tochter nachzuziehen, die seit einem Jahre in Sagard verheirathet war. In der schlaflosen Nacht, die Erich int Pfarrhaus verbrachte, war zuerst als flüchtiger Gedanke in ihm aufgestiegen, was sich nach und nach zu festem Entschluß entwickelt hatte. Er wollte in Grünt» bach bleiben und hier nach dem Verbleib jenes Geldes forschen, das, wie er nicht zweifeln konnte, dem Vater wirklich gefehlt haben mußte; er wollte seinen Namen gerechtfertigt sehen, in-, dem er dem Geheimniß auf die Spur kam, — selbst der Pastor konnte ihm das Recht dazu nicht in Abrede stellen, — und deshalb — das Uebtige brachte der folgende Tag zur Aus- führung. Es fehlte ihm nach den langen Jahren, wo er zur See gegangen war, nicht an Geldmitteln, er kaufte das Häuschen wie den Bootsantheil und schon der nächste Abend fand ihn in seinem neuen Besitzthum. Es wurde unter Aufsicht der sehr erfreuten Fischerfrau mit einfacher Ausstattung neu ein- gerichtet, und als diese dem Heimathsorte Lebewohl gesagt hatte, blieb Erich dort allein, nachdem eine Nachbarin sich erboten hatte, für seine wenigen Bedürfnisse Sorge zu tragen.
In den ersten Monaten hatte eine große Unruhe sich seiner bemächtigt. Es war, als wolle er Alles erforschen, was während seiner langen Abwesenheit sich zugetragen hatte, er machte häufige Reisen, die ihn einen oder gar mehrere Tage entfernt hielten und deren Ziel er geheim hielt. Das Boot und seine Führung überließ er ganz seinem Mitbesitzer, indem er nicht einmal danach fragte, welchen Gewinn ihm seine Fahrten ab- geworfen hatten. Die Trennung von feiner Familie und von Grashagen war eine vollständige. Ob die Vorsichtsmaßregeln, die man dort getroffen hatte, wirklich so gut waren, wie die geflissentlich von Malte zur Schau getragene Unbesorgtheit zu sagen schien, wußte Niemand, ebenso wenig wie Jemand erfuhr, ob Erich von seinen Nachforschungen günstige Resultate erhoffen konnte und seinem Ziele näher kam. Nur Pastor Helfer wußte, wie auf Enttäuschung Hoffnung folgte und auf diese wieder Enttäuschung, wie manchmal Erichs Geduld sank, bis der Gedanke in feiner Seele Wurzel schlug, den Feinden das Feld zu räumen und wieder in die weite Welt zu ziehen, und wie dann eine Aussicht ihm winkte, die seinen gesunkenen Muth von neuem belebte. Aber dann plötzlich trat eine Veränderung ein, die man sich auf keine Weise zu erklären wußte und gerade zu einer Zeit, die Grashagen und was sich dort zutrug, von neuem In den Mund der Leute brachte. Wie kam es, daß Erich nach dem Tode seiner Schwester alles Forschen aufgab, wo er es doch doppelt eifrig hätte aufnehmen können, da ihn keine verwandtschaftlichen Rücksichten mehr vor dem äußersten Schritt hätten zurückzuhalten brauchen? Wie kam es, daß er jetzt anfing, mit feinem Bootsgenoffen zu arbeiten und sogar eine Annäherung an die Seinen zu versuchen? — ein unnützes Bemühen, denn sie wurde mit schroffer Ablehnung erwidert! Man fragte hin und her, aber man fand keine Erklärung, denn Niemand hätte sie geben können außer Erich selbst und Pastor Helfer, Niemand wußte außer ihnen, daß in dunkler Winternacht ein langsamer Schritt Erichs Hause genaht war, daß dann seine Schwester an seiner Brust gelegen und mit flehenden Augen zu ihm aufgeschaut hatte.
(Fortsetzung folgt.)


