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seine Hand, der Kopf lag wie leblos zurück. Ruth war ohne Bewußtsein-
Der Baron und Adele trugen sie zum Sopha, man bürstete ihre Handflächen und rieb ihr die Stirn mit kölnischem Wasser; aber dennoch war sie nicht zur Besinnung zurückgekehrt, als nach einer Stunde der Arzt erschien und so nachdrückliche Wiederbelebungsmittel anwandte, daß wenigstens ein Zucken den Körper durchlief und dann langsam die Sinne aus dem schweren Schlaf erwachten.
Alle Thüren wurden geschlossen. Der Mann der Wissenschaft ließ die Fenstervorhänge öffnen und die Lampe auslöschen; jetzt fiel der Helle Tagesschein auf das Bett und die stille Gestalt der Tobten.
Ruth lag schluchzend auf dem Sopha, der Baron leistete dem Arzt die nöthigen Dienste, und in einiger Entfernung stand Adele. Sie war blaß wie ein Schatten; auf ihren Zügen lag ein harter, unversöhnlicher Ausdruck.
Jetzt war für sie der Paß geschrieben, aber — so ganz allein der leidende Theil würde sie doch wohl nicht fein. Es gab doch noch Manches, das vorher zur Sprache kommen mußte-
„Der Tod ist feit etwa neun Stunden eingetreten," sagte der Arzt- „Zwischen elf und zwölf Uhr Abends also. War die gnädige Frau um diese Zeit ganz allein?"
„Ja."
Ruth hatte das leise Wort gesprochen. „Etwa um halb elf Uhr war ich noch bei ihr. Meine arme Schwester wollte Niemand sehen."
„War das immer so ihre Gewohnheit?"
„Durchaus nicht," warf Adele ein. „Ich blieb an jedem Abend bei ihr, bis sie schlief; das können alle Dienstboten be- zeugen."
„Gut. Weshalb geschah denn ein Gleiches nicht auch gestern?"
„Weil Fräulein Aßmann einen entgegengesetzten Befehl gab. Aus welchem Grunde, das weiß ich nicht"
Ruth erhob plötzlich den Ko-f vom Kissen. „Meine Schwester wollte durchaus allein bleiben- Genügt es nicht, das zu wissen?"
Der Arzt zuckte die Achseln. „War die Verstorbene leidender als gewöhnlich?" fragte er. „Wann hatte sie zuletzt ein Pulver genommen? '
„Ich selbst gab es ihr kurz nach zehn Uhr."
„Das ist unmöglich," schaltete Adele ein. „Es war kein Pulver mehr da. Der Diener sollte heute Morgen in die Apotheke geschickt werden."
„Ich selbst bin dort gewesen," rief Ruth.
„Darf ich die Pulver sehen?" bat der Arzt.
Alles suchte, aber ganz vergeblich; es fand sich keine Spur einer Schachtel oder eines Papierstückchens. Die noch übrigen fünf Pulver waren verschwunden.
Der Arzt schüttelte den Kops. „Das ist seltsam," sagte er. „Also Sie persönlich waren in der Apotheke, Fräulein Aßmann?"
„Ja."
„Und Sie haben der Kranken das Medicament gegeben?"
Ruth stand auf, sie sah von Einem zum Andern. „Was bedeutet das Alles?" fragte sie mit fliegendem Äthern. „Ist es ein Verhör, dem man mich unterwirft?"
„Es ist das nothwendige Mittel, um den Dingen auf den Grund zu sehen," antwortete der Arzt. „Die Frau Baronin schemt reines natürlichen Todes gestorben zu sein."
.. „EA Schrei von den Lippen der Gesellschafterin unterbrach die Stille. „Ich dachte es!" ries Adele.
„Sie, Fräulein Malten?"
, „Ja, ich! Die Verstorbene liebte mich, sie vertraute mir jeden ihrer Gedanken. Weshalb bin ich ihr gestern Abend fern gehalten worden?"
„Weil sie es selbst wünschte," rief Ruth. „O, mein stempeln!?"" ' &te8 ^schöpf möchte mich zur Giftmischerin
„Dies Geschöpf!" wiederholte Adele. „Sie haben mich vom ersten Tage meines Hierseins an gehaßt, Fräulein Aß-
mann, Sie suchten mir zu schaden, mich aus der Gunst der gnädigen Frau zu verdrängen, wo es Ihnen möglich war."
Ruths sanfte Augen blitzten. „Und hätte ich Sie nie- mals gern gesehen, Fräulein Malten, hätte ich gesucht, Sie ans dem Hause zu entfernen, wären Sie deshalb auch schon berechtigt, mich für eine Mörderin zu halten? ' k. »Habeich bas gethan?" fragte mit spöttischem Achselzucken die Gesellschafterin. „Habe ich ein derartiges Wort gesprochen oder Sie selbst, Fräulein Aßmann?"
Der Baron streckte den Arm aus. „Es ist hier für solche Auseinandersetzungen nicht der Ort," sagte er so ruhig, als es feine eigene gewaltige Aufregung zuließ. „Uebrigens wird stch M die ganze unselige Angelegenheit hoffentlich ausklären; daß der Herr Doctor in seiner Annahme irrte, halte ich für 9etölp-" - (Fortsetzung folgt)
Kürstkiche Kochzeiten.
Das „Reue Wiener Tagebl." erzählt: Fürstliche Hochzeiten bilven selbst in unserer, an rauschenden Festlichkeiten durchaus nicht armen Zeit ein Ereigniß, dem wochenlange Vorbereitungen gewidmet zu werden pflegen — doch was bedeuten sie allesammt gegen jene Aufregung und Sensation, die einer fürstlichen Höchst früherer Jahrhunderte vorausgingen! Wenn dazumal ein Prinz oder gar ein Thronfolger auf die „Freite" ging, so kam das einer Staatsaction von imposanter Ausdehnung gleich.
Gesandten wurden nach den Höfen all' jener Potentaten ausgeschickt, welche heirathsfähige — oder wie es damals hieß: „vogtbare" — Töchter befassen, Erkundigungen über den Kha- ber ins Auge gefaßten Prinzessin wurden eingezogen. Bildnisse, Medaillons, Schattenrisse und dergleichen zu erlangen, raurbe keine Mühe gescheut und nicht zu den unwichtigen Agenden der Heirathsbotschaster gehörten die unter der Hand betriebenen Erkundigungen nach der Höhe der Mitgift.
Ueber diesen langwierigen Geschäften vergingen, zumal wenn auf eine große Distanz operirt werden mußte, Monate und wieder Monate. Wenn alsdann alle die ausgesandten Vertrauensmänner eingerückt waren, unterzogen der Kanzler und die anderen Räihe das herbeigeschaffte Material einer genauen Prüfung, bei der auch die Bildnisse von einer hierfür ernannten Schönheitscommission mit einander verglichen wurden- Und schließlich war es nicht einmal immer der Bräuti- gam, der die Wahl traf, dieselbe hing vielmehr in den meisten Fallen von ganz anderen Factoren ab. Nun war der Entschluß, eine bestimmte Prinzessin zu heirathen, gefaßt, bas Hin und Her der Botschafter konnte von Neuem angehen. Es galt ja die Vorbereitungen zu treffen, den Heirathscontract anszu- setzen und bei diesem sich ja nicht übervortheilen zu lassen. So mancher Eimer Tinte und manches Ries Pergament ging drauf, bis endlich Alles zur beiderseitigen Zufriedenheit geordnet und auch der Heirathstermin festgesetzt war.
. Aber meint man wohl, daß die große Angelegenheit fortab einen glatten unb ruhigen Verlauf nahm? Weit gefehlt, denn letzt hatte man wohl die Braut, aber leider vorerst blos auf bem Papier, sie mußte geholt werden und das versetzte wiederum ganze Länder, welche die Auserwählte auf ihrem Brautzüge SU queren Hatje, in nicht geringe Aufregung. Reisige Männer hatten für freie Passage zu sorgen, hin und wieder auch Räuberhorden, welche der Glanz des Auszuges mit magnetischer Kraft auM, zu verscheuchen. War ja doch zu jener Zeit sogar die deutsche Kaiserin Eleonore anläßlich eines solchen Hochzeitszuges überfallen worben.
Ein getreues Bilb ebensowohl von den Reifestrapazen wie auch anderseits von dem Glanz einer fürstlichen Hochzeit im Mittelalter gibt der Brautzug der Jagellonentochter Jadwiga von Polen, welche sich im Jahre 1475 mit Jörg dem Reichen, dem Nabob des 15. Jahrhunderts, vermählte. Was die alten Chroniken von ihrer Fahrt aus dem Herzen des Sarmaten- lanbes nach Landshut, der damaligen Residenz der bayerischen Herzoge berichten, liest sich wie ein Kapital aus einer Odyssee- Es war auch eine solche.


