gegen seine Gewohnheit war. „Ich weiß, daß Sie meine Unschuld kennen," hatte er leise gesagt, „Sie ahnen nicht, wie da« mich stärkt unter all' diesen Menschen, die mich mit miß- Iranischen Blicken betrachten," und al« Pastor Helfer immer noch zögerte, hatte er hinzugefügt: „Die Testamentseröffnung ;oll noch heute erfolgen, und — mir ist, als ob Ihre Gegenwart mir beistehen werde, das Rechte zu thun."
Pastor Helfer hatte der dringenden Aufforderung des Mannes, der in den letzten Tagen mehrmals fein Haus aufgesucht hatte und ihm in längerem Gespräche sehr lieb geworden war, nicht widerstehen können und, neben ihm am Tische sitzend, hatte Erich seinen Platz in der Gesellschaft eingenommen. Aber nur ein geringes Einlenken in freundlichere Bahnen war dadurch bemerkbar geworden, und mit einem Gefühl der Erleichterung sah Erich, wie einer nach dem anderen sich verabschiedete und den Heimweg antrat.
Als der Nachmittag sich dem Abend zuneigte, hatte der letzte Gast das Haus verlaffen bis auf Pastor Helfer, gegen dessen von Erich erbetene Gegenwart bei der Verlesung des Testaments keiner der Betheiligten einen Einspruch erhob. So versammelten sie sich denn in dem großen Wohnzimmer, au« welchem man vor wenigen Stunden den Sarg des Vaters getragen hatte. Die Frauen in ihren dunkeln Kleidern nahmen auf dem Sopha Platz, Hertha bleich und zitternd, die Mutter mit vor innerer Unruhe hochgerötheten Wangen. Malte saß neben semer Schwiegermutter. Er spielte mit der großen, schweren Uhrkette, welche aus seiner Westentasche heraushing während ein Ausdruck triumphirender Erwartung auf seinem schlauen Gesichte lag. Der Pastor hatte sich auf einen Stuhl am Fenster gesetzt, und neben ihm, etwas von der herab- hängenden Gardme verborgen, lehnte Erichs hohe Gestalt. Mit langsamer Bewegung, als ob er die Würde des Actes hervorheben wolle, legte der Notar das verhängnißvolle Schrift- öu Msch rnw schickte sich an, das Siegel zu erbrechen. Aber er hielt noch einmal inne, und seine Augen nach einander auf den Gesichtern der Anwesenden ruhen lassend, begann er «mm »Wenn ich Ihnen, verehrte Versammlung, den letzten Willen des Verstorbenen noch einige Secunden vorenthalte, so L ich dar in bester Absicht. Ich möchte, ehe ich mit dem s-L. Äne' bemerken, daß unter uns vielleicht Einer, viel- leicht Mehrere sein mögen, denen die Bestimmungen dieses Testaments als ungerechtfertigte erscheinen werden. Deshalb I beeile ich mich, hierdurch zu erkennen zu geben, daß sie mir ebenso vorgekommen fein möchten, und ich mich gewiß auf Ihre Seite gestellt haben würde, wenn nicht ganz bestimmte Veranlassungen, die er mir nicht vorenthalten hat, meinen Clienten bestimmt hätten, so und nicht anders zu testiren. Daß er trn Besitz seiner vollen Geisteskräfte war, ist mir nicht zweifelhaft gewesen, und diese Meinung würden auch Diejenigen getheilt haben, welche zu dem Wunsche Ursache haben, daß seine Anordnungen anders ausgefallen wären."
Erich konnte nicht zweifeln, daß die etwas orakelhaften Aussprüche, welche der Rechtsgelehrte mit stockender Stimme gab, eine von dem rechtlich denkenden Manne ihm ertheilte Benachrichtigung fein sollten. Sie kam ihm nicht überraschend. Von dem Augenblick an, wo ihn Pastor Helfer über die Sachlage in Grashagen aufklärte, hatte er vermuthet, welches der geheime Zweck des Anschlags gewesen war, den man dort gegen ihn ins Werk gesetzt hatte. So hob er denn das Haupt trotz g empor, aber er konnte nicht verhindern, daß er bis in die Lippen erbleichte, als der Notar die kurzen Be- strmmungen vorlas, welche das Testament enthielt. Nach der üblichen Vorrede folgte zuerst die Vertheilung einiger kleinen Summen, die an Freunde oder Verwandte gezahlt werden sollten, dann war ein beträchtliches Capital namhaft gemacht, von dem seiner Frau die Jahresrente zustehen, das selbst aber auf Grashagen eingetragen bleiben sollte. Und nun kamen die eigentlich gewichtigen, mit Spannung erwarteten Worte- „Grashagen ist bisher Sohneserbe gewesen, aber als mein Sohn dem Hause seiner Voreltern als Verbrecher entsiob bat er alles Recht darauf verloren, wie er, wenn die Stunde der Erkenntniß kommt, die ich nicht aufgehört habe, für ihn zu
Kürbis eittzumachen. Hierzu nehme man den Kürbis wie zum deutschen Ingwer, richte ihn vor, wie bemerkt worden, und rechne auf jedes Pfund % Pfund Zucker, zwölf ganze weiße Pfefferkörner, eine Muskatblüthe und -/« Liter halb scharfen Weinessig, halb Wasser. Bieressig wird zum Kochen gebracht und der Kürbis in kleinen Portionen, so daß alle Stücke auf der Oberfläche liegen, hineingethan, nur eben aufgekocht und bis zum nächsten Tage trocken hingestellt. Alsdann läßt man den Zucker mit etwas Weinessig und Wasser sieden,
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I ^.flehen, sich in tiefer Beugung selbst sagen wird. Ich be- I stimme deshalb, daß es mit all' meinem anderen Besitz auf mene Tochter Hertha übergeht und nach ihrem Tode ungJ FE auf ihre Kinder oder deren Erben. Erst in dem Falle, daß keine solchen vorhanden sind, sollen mein Sohn Erich oder seine Hinterlassenen zur Erbfolge berechtigt sein"
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
» Deutscher Ingwer von Kürbis. Nr. 1. So viel I Kürbis auch zum Einmachen empfohlen werden, so ist
»» der große gelbe Centnerkürbis mit röth-
lich-gelbem Fleisch vorzüglich. Stellt man denselben nach der I Reise an einen kalten, luftigen Ort und verzieht mit dem Ein- machen einige Wochen, so steht er der Melone ziemlich gleich. I Za deutschem Ingwer wurden indeß vorzugsweise der neue chinesische hellgrüne Riesenkürbis und im Uebrigen Valparaiso ^^edenenSorten der zarten Beschaffenheit und des reinen Geschmacks des Fleisches wegen als die allerbesten Speisekürbisse ^^fohlen. Zum nächstfolgenden Recept rechne man auf zwei Pfund Kürbisstücke 2 Pfund Zucker, 2 Gramm pulveristrten Ingwer (der nicht durch langes Liegen an Kraft verloren hat) uad eben so viel gestoßenen weißen Pfeffer, nach Gefallen auch
s??n^@er^i6L6a9ennepfeffer- Der Kürbis wird bis an das Fleisch abgeschält, durchgeschnitten, das Kerngehäuse
A"bm Eßlöffel vollständig herausgemacht und in Stücke von der Größe eines kleinen Fingers geschnitten, die man, nachdem A,6,» stark siedendem Wasser einmal
aufkochen läßt. Dann lasse man solche auf einem Siebe ab- lausen, lege sie m eine porzellanene Schüssel, streue das bemerkte Gewürz und den geriebenen Zucker darüber und lasse sie über Am nächstfolgenden Tage bringe man !^n Zuckersaft zum Kochen, lege den Kürbis hinein und lasse ! ihn nur eine kleine Weile darin kochen, bis er klar wird, weich darf er nicht werden. Darauf fülle man ihn in ein Glas, den Saft fyrupähnlich ein und gieße ihn abgekühlt da- ruber. Sollte derselbe nach einigen Tagen wieder dünn gewor-
7'u, so wird er noch ein wenig eingekocht und erkaltet der Kürbis damit bedeckt.
hrtä ^"tsch-r.Jngwer. 2* diesem Eingemachten, da« dem ostindrschen Ingwer täuschend ähnlich sein soll, wurde des grünen Kürbis, der vorstehend benannt ist, 8- i» M U "ach bemerkter Vorrichtung die Kürbis- stücke in Wasser halb gar kochen, zum Abläufen auf ein Sieb Ä' ™eLner P°rzellanschüssel stark mit sehr feingestoßenem weißem Pfeffer und pulverisirtem Ingwer bestreuen und sie zu- gedeckt eine Nacht stehen lassen. Anderen Tages, heißt es, werden auf 2 Pfund Kürbis 2 Pfund echter Farinzucker (nicht von Runkelrüben) mit etwas Wasser gekocht, die Kürbisstücke
wrenben gelegt und dann herausgenommen. Hierauf oll man den Saft, um ihn zu klären, durch ein Haar- fieb (welches nicht zum Durchgießen von Bouillon gebraucht wurde) fließen lassen, dann mit 2 Pfund Zucker abermals aufkochen und zum Erkalten hinstellen, welches Aufkochen und Er- kalten des Saftes so oft geschehen soll, bis derselbe die Dicke des Syrups erhalten hat, wo er nun über den zuvor in das bestimmte Glas gelegten Kürbis gefüllt wird.


