hitt ganz 3 Du mit Dir reden lassen wirst. Wo
das Kapi ,gt, ist schließlich gleichviel."
Wo ; Seite. „Selbst wenn ich mich einer
Pflichtoe ig machen wollte," versetzte er mit ruhigem No iäre ja doch eine derartige Abstcht vollkommen c. Du vergißt den zweiten Vormund."
izrath Gebhardt? Lieber Gott, der Mann hat cif ibt, er ernährt eine große Familie und
schlägt lich durch das Jahr. Ich nehme es als
leichte ich, ihn mit einigen tausend Thalern will
fährig
Ich habe schon Schwereres fertig gebracht. Dar nur ganz allein sorgen."
zum ersten Male, aber mit einem Ausdruck, der ,... m nicht eben sehr schmeichelhaft erschien.
„Hans," sagte er, „Du sprichst da von einigen tausend Thalern. Zwölf nach Deiner Meinung für mich, etwa vier oder fünf für den Justizrath — das Alles wolltest Du von Ruths Vermögen so ohne Besinnen verschenken?"
Der Baron wechselte die Farbe. „Es muß sein," antwortete er. „Ruth selbst hat Alles bis zum letzten Pfennig in meine Hände gelegt."
„Ach — Ruth ist ein Kind. Nach anderthalb Jahren kann sie verfügen, aber früher in keinem Fall."
Es wurde nach diesen Worten zwischen den beiden Männern sehr still; erst im Hotel erkundigte sich Wolfram, ob der Baron gleich nach dem Diner zu reisen gedenke- „Wir ersparen damit drei oder vier Stunden," fetzte er hinzu.
Hans Adam sah ihn an. „Du wolltest heute schon fort?" rief er. „Nicht möglich."
„Natürlich, mein Bester. Ich habe hier nichts mehr zu suchen."
„Aber man will sich doch, wenn man schon einmal hier ist, auch die Stadt ansehen, will ein, wenig Vergnügen haben. Laß uns zusammen losgehen, Erich, so wie damals, als wir Beide noch die Uniform trugen. Ach, das waren noch herrliche Tage."
Wolfram bezahlte feine Rechnung. „Sie waren es, Hans, aber sie find es nicht mehr. Kommst Du mit?"
„Nein, nein, auf keinen Fall; wohl aber solltest Du hier bleiben. Was können denn ein paar lustige Abende kosten? Allenfalls hundert Thaler."
Mit denen ich aber doch Besseres anzufangen weiß, Hans. Bedenke, daß ich mich vor Schulden in Acht nehmen muß."
„Du bist ein Erzphtlister geworden, Kerl- Weiß Gott, so könnte ich nicht denken, und ob es meine ganze Existenz kosten müßte."
„Das wird es!" dachte Erich, aber er ließ das harte Wort unausgesprochen, und so trennten sich die Beiden; der Eme, um mit schwerem Herzen nach Hause zu fahren und der Andere, um vor allen Dingen eine Gesellschaft zu suchen, in der man aufathmen, das heißt seinem Uebermuth die Zügel schießen lassen konnte.
Wenn Hans Adam jetzt nach Hause kam, dann mußte Cäcilie alle diese Einzelheiten erfahren, dann gab es Thränen und Ohnmächten, vielleicht sogar mehr oder minder deutliche Vorwürfe, dann drohte die Auseinandersetzung mit dem Bankdirector, der Kampf auf Tod und Leben gegen Erichs philisterhafte Anschauungen von Recht und Gewissen — dergleichen schiebt ein vernünftiger Mensch so weit als nur möglich hinaus.
Und der Baron blieb in Frankfurt, nachdem er täglich eine Depesche nach Hause geschickt hatte, bis das Geld verbraucht war; dann erst kehrte er zurück, abgespannt und in denkbar schlechtester Stimmung.
Diesmal hatte ihm Ruth die Wege geebnet; als er kam, wußte Cäcilie schon Alles. Sie lag, kaum noch athmend, blaß wie eine Todte auf dem Ruhebett; ihr Blick voll Verzweiflung war scheu und ängstlich.
„Ach Hansi! Hansi!"
Und dann weinte die unglückliche Frau ; etwas, das er so sehr fürchtete. „Hansi, wie gern hätte ich das armselige Geld
66 -
verloren, Alles, Alles, nur um Dein Leben erträglich zu gestalten."
Er beugte sich über sie und küßte ihre wachsbleiche Stirn. „Das weiß ich ja, Maus. Du darfst Dich deswegen keinen Augenblick aufregen."
„Siehst Du, Cilli," warf Ruth ein. „Hans denkt ganz wie ich, und überdies haben wir ja nun das Geld erhalten, gleichviel unter welchem Rechtstitel. Das ist doch jedenfalls die Hauptsache!"
„Natürlich, Cilli, natürlich. Ruth wird bei dieser Gelegenheit vielleicht binnen Kurzem eine Millionärin werden — ich setzte Dir die Sache ja unlängst schon auseinander."
Das junge Mädchen lächelte fröhlich. „Du hast große Pläne, Hans?"
„Sehr große. Wir werden Gefchäfts-Compagnons, Du und ich."
Es war ein seltsamer Blick, mit dem Cäcilie zugleich ihren Mann und ihre Schwester ansah, nicht böse oder traurig, aber voll stiller Ergebung wie Jemand, der für sich selbst resignirt hat, den es aber doch mit tiefer Wehmulh erfüllt, nun Andere im Besitze des verlorenen Glückes zu sehen.
„Gott segne Dich, Ruth," sagte sie mit leisem, innigem Tone-
„Uns Alle, Cilli. Die Sorgen sind ja nun gebannt."
„Du solltest aufstehen," setzte sie dann hinzu, „solltest in's Wohnzimmer kommen. Es schneit zum ersten Male und der Wind wirft das Flockengeriesel gegen die Scheiben — es ist dabei so gemüthlich am warmen Ofen."
Die Baronin schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht, Ruth. Adele bleibt bei mir. Du und Hans müßt Euch allein unterhalten. Er liest Dir vor, denke ich."
„Und vielleicht kommt der Bankdirector," setzte Ruth hinzu. „Er möchte Dich sprechen, Hans."
Ein heftiger Schmerz zuckte durch den Kopf des Barons. „War Willibald hier?" fragte er mit heimlicher Unruhe.
„Dreimal sogar. Was habt Ihr miteinander?"
„Nichts. Es ist ein bloßer Besuch."
Aber die Kniee des Barons versagten doch, als er sich jetzt erhob, beinahe den Dienst. Wie lange würde es möglich sein, den betrogenen Mann zu täuschen?
Es mußte ja Rath geschafft werden, koste es, was es wolle. Und Hans Adam wußte auch schon, wie. Seine Gedanken arbeiteten rastlos; er schickte noch zur selben Stunde einen Reitknecht in die Stadt und ließ fragen, ob der Corn- merzienralh Liffauer von der Reise zurückgekehrt sei?
Die Antwort lautete bejahend. Der Geldmann war mit Vergnügen bereit, den Herrn Baron am nächsten Morgen zu empfangen.
Hans Adam lächelte schon wieder. Ein wenig den Mephisto zu spielen, das liebte er sehr und er hatte es häufig mit großem Geschick ausgeführt. Jetzt galt es, einen geriebenen Fuchs zu fangen; das sollte gelingen, und wenn sich alle Schwierigkeiten der Welt dem Plane entgegenstemmen würden.
War einmal der Gedanke an Willibalds unruhiges Gesicht vom Herzen abgeschüttelt, dann fand sich alles Weitere von selbst.
Was sind denn auch anderthalb Jahre? Man schwindelt sich durch, bis diese kurze Frist verstrichen ist, und kann nachher ausruhen.
Llssauer hatte mit großer Lebhaftigkeit den Besuch der Barons erbeten, er wollte also horchen, sondiren, ein wenig Umschau halten und womöglich herausbringen, wie für ihn die Dinge standen. Das konnte der gute Mann immerhin versuchen; vielleicht genügte schon ein halbes, hingeworfenes Wort, um ihn geschmeidig zu machen.
Vielleicht! — Ein Wechsel ohne Bürgen, eine Forderung, die der Schuldner noch nicht anerkannt hat-
Am späten Nachmittag bestellte Ruth den Wagen, um in die Stadt zu fahren. Sie hatte verschiedene Besorgungen zu machen und war während der Abwesenheit des Barons nicht aus denl Hause gekommen; jetzt stand sie im knappen, dunkelgrauen, mit Pelz verbrämtem Costüme, frisch wie eine Rose,


