Gemeinnütziges.
Vermischtes.
Bereitung von Liqneuren ans Beeren und Steinfrüchten. Besonders geeignet sind die Walderdbeeren. Man nimmt einen Teller voll, den man mit 1 Liter besten Spiritus 8 Tage stehen läßt, filtriert dann und gießt 1 Liter Waffer, worin ’/i Kilogramm Zucker geläutert ist, hinzu. — Himbeer-Liqueur wird bereitet, indem man auf V2 Liter Himbeeren 1 Liter Spiritus gießt und einige Tage stehen läßt: nach Filtrieren der Flüssigkeit gießt man l1/2 Liter Wasser, worin V« Kilogramm Zucker geläutert ist, hinzu. — Kirsch-Liqueur. 1 Kilogramm Kirschen werden entsteint, die Steine gestoßen und mit" dem Kirschfleisch in einen Topf geschüttet. Dann wird 1 Liter Spiritus zugesetzt. Nach 3 Tagen wird filtriert und 1 Liter Wasser zugegoflen, worin V2 Kilogramm Zucker geläutert ist.
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Schwarzer Johaunisbeer - Syrup wird aus schwarzen Johannisbeeren, die auch wild in sumpfigen Wäldern wachsen, auf folgende Weise bereitet: Man zupft die Beeren ab, zerdrückt sie und stellt sie an die Wärme bis der Saft sich heraus gezogen. Man kann sie auch auskochen. Zu 1 Liter Saft nimmt man Vj2—2 Pfund Zucker, bis er Fäden zieht, und dann den Saft etwas mitkochen und füllt ihn in starke Flaschen. Dieser Syrup ist sehr erfrischend und auch bei Krankheiten nützlich. — Joha.nnisbeeren ohne Zucker auf gekocht, geben einen vorzüglichen Syrup, der kühlend und heilsam ist und bei Kindern gute Dienste leistet. Beim Gebrauche wird er mit heißem Wasser übergossen.
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Die Goldfische, diese für die Zimmer-Aquarien so beliebten Fische, erreichen ein hohes Alter (zehn bis zwölf Jahre), wenn sie richtig behandelt werden. Am meisten wird bei der Fütterung gesündigt, indem die Fischchen vielfach überfüttert werden und daran zu Grunde gehen. Um sie gesund zu erhalten, darf man sie im Sommer nur alle drei Tage füttern, und zwar niemals mit Brod, Semmel und dergleichen, sondern nur mit Ameiseneiern, Oblaten, Eigelb und ähnlichen Stoffen, hin und wieder gebe man ihnen etwas Salat, den sie gern fressen. Das Waffer muß im Sommer alle Tage, im Winter alle drei Tage gewechselt werden, doch muß immer dieselbe Wasserärt, also immer Brunnenwasser genommen werden. Das Absterben der Goldfische kann man dadurch verhindern, wenn man einige Dutzend Pflänzchen von Wasserlachen, die man auf jedem stehenden Gewässer findet, in die Gefäße bringt.
Verschicken der Eier. Wenn mit der Post versandte Eier nicht heil an den Bestimmungsort gelangen, so kommt die Postverwaltung nicht nur nicht für den Schaden auf, sondern sie veranlaßt auch entweder den Absender oder Empfänger noch zum Schadenersatz etwaiger anderer durch die ausgelaufenen Eier beschädigten Postsachen. Darum ist es für Diesen oder Jenen vielmehr wissenswerth, wie ich bisher Eier verschickte. Werden die Eier getragen oder vorsichtig von einem Orte zum nächsten gefahren, so genügt Häcksel als Ver- Packung. Mit der Post versandte ich die Eier, indem ich jedes einzeln in Papier wickelte und etwa 3—4 Stieg in Kisten fest aneinander packte; zwischen die einzelnen Schichten legte ich Gras oder Heu. (Häcksel weicht zu leicht aus.) Die Eier stehen alle auf hoher Kante; wenn sie dann wirklich einmal hart anstoßen sollten, schadet es ihnen weniger; denn bekanntlich können sie in die Länge einen starken Druck aushalten. Und sollten, auf diese Weise verpackt, doch einige entzwei gehen, so bleiben sie immer in Papier, und ihr Inhalt ist so noch verwerthbar.
k Satirische und andere Aphorismen. (Nach- druck verboten.) Ein leeres Portemonnaie ist eine Bonbonniere ohne Einlage, und hat darum der Besitzer eines solchen bei den Damen, welche Süßigkeiten (des Lebens) lieben, wenig Glück. — Man sammelt heutzutage Alles, nur sich selbst nicht. — Was das eiserne Kreuz für den gedienten Soldaten, ist der eiserne Geldschrank für den Geschäftsmann: die Legitimation, daß er sich im Kampfe gut gehalten. — Auch die schärfste Couponscheere versagt, wenn die Coupons nicht gut sind. — Das Non plus ultra von Thierdveffur ist ein lebender Hummer, der mit seiner Scheere Coupons abschneidet. — Je weniger Rentiers er gibt, desto besser befinden sich Diejenigen, welche es sind. — Darin, daß die Natur den Menschen nackt und bloß in die Welt setzt und aus der Welt gehen läßt, hat sie schon angedeutet, daß der Mensch für sich selber und nicht für Andere sorgen muß. — Die Selbstsucht ist der edelste Trieb im Menschen, denn sie bringt ihn zum Bewußtsein seines „Ich". — Eine eiserne Stirn besitzt den Vortheil, daß sie nicht erröthet und vor keinem Hinderniß zurückbebt. Daher machen Leute mit eisernen Stirnen gewöhnlich rasche Carriere. — Der Rentier ist kein Rennthier. Er nimmt sich zu Allem Zeit. — Ein magerer Speculant steht im Verdacht einer mageren Börse. — Ein verlumptes Genie ist ein Aristokrat des Geistes, der seine reichen Gaben so verschwendet hat, daß ihm keine mehr übrig bleiben, um mit ihrer Hilfe sein Leben zu fristen. — Der schrecklichste Fall ist der Fall des Zinsfußes. Da hat schon Mancher den Hals gebrochen. — Aufschneider haben meistens nichts weniger wie Schneidigkeit. — Auch der Rentier kann in Nothlage gerathen, wenn er nämlich Roth hat, seine Kapitalien sicher unterzubringen. — Die altegyptische Staatsweisheit, daß män gleichzeitig das Krokodil als noch- wendiges Nebel und den Ibis als Krokodileierfrefler verehrte, gilt auch heute noch: man verehrt die Priester des goldenen Kalbes, aber man gönnt ihnen einen heimlichen Puff. — Rentiere ist der werthvollste Titel für eine Frau und ersetzt alle Bildung. — Der Lorbeer im Maul eines servirten Eberkopfer ist oft mehr werth, wie der auf dem Haupte eines Künstlers, denn er v-rspricht den Genuß der Gegenwart, während der letztere oft nur von vergangenen Genüssen erzählt. — Ein Dichter soll stets in höheren Regionen schweben. Darum Hausen die meisten im Dachstübchen.
Postfindigkeit. In Mottenburg lief eines Tages bei der Post eine Correfpondenzkarte ein mit der Adresse: „An den Tyrannen von Mottenburg." „Tyrannen gibt's hier nicht," schrieb der Sourant darauf, „also unbestellbar!" Der Herr Jnspector aber streicht diesen Vermerk weg und schreib! darunter: „Versuchsweise dem Herrn Bürgermeister zuzustellen!" -
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Ein Städter. „Du," sagt der eine Knecht zum andern beim Mittagessen, an dem auch des Bauern Sohn, der Student, Theil nimmt, „der Hans is fcho' a' sak'risch feiner Herr wor'n in der Stadt; der ißt nur mehr fünf Knödel!" —
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Guter Rath. Rekrut: „Herr Feldwebel, ich möchte mich über meinen Unteroffizier beschweren." — Feldwebel (gemüthlich): „Weißt Du was, laß das lieber sein, mein Jung'. Beschweren kannst Du Dich wohl mit so was . .. aber erleichtern nicht." • ♦
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Das kleine Gänschen. Er: „Ei, mein kleines Gänschen, Du schläfst noch?" — Sie (entrüstet): „Wie kannst Du mich, so nennen?" — Er (lachend): „Weil Du so lange in den Federn steckst!"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
Nr. 67.
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