Ausgabe 
7.9.1893
 
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*£ Segen?" rief die Mutter lebhaft,kein Segen bei dem schönsten Gute auf ganz Rügen, wo der Neichthum aus der Erde hervorschreßt, wie das ®ras Im Frühling? Hertha, es kann Deine Meinung nicht fein, daß Du es Erich, der aus freiem Willen die See gewählt hat, zufchieben, und selbst mit Deinem Kinde in die Ferne ziehen wolltest?

Hertha antwortete nicht, aber es schien, als ob bte Worte der Mutter den gewünschten Eindruck verfehlt hätten, denn ein

Bruder bitten." , L .

Die Mutter zuckte ungeduldig mit den Schultern, eine unruhige Angst klang aus ihrer Stimme, als sie antwortete: Willst Du's auf Dich nehmen, daß er Dir unter den Händen stirbt, so mußt Du die Verantwortung tragen für alle Zeit, ich habe Dich gewarnt." _ , _

Einen Augenblick schwiegen Beide, dann sagte Hertha wieder:Es ist noch Eins, Mutter; mir ist so bange, er könnte mir Grashagen verschreiben, und das wäre kein Segen, nicht für mich und nicht für mein Kind, denn es kommt dem

Langsam schlichen die Stunden in Grashagen dahin. Das Gewitter, welches die ganze Gegend überzog, hatte sich auf dem Lande weniger stark entladen, als auf der See, aber doch waren die Blitze leuchtend und die Dounerfchläge heftig genug gewesen, um die Herzen der im Sterbehause Weilenden mit bangem Schauer zu erfüllen. Der Knabe zwar, der im Wohnzimmer am Fenster stand, schien kein Gefühl der Furcht zu kennen, denn er schaute mit hellen, klaren Augen in die zuckenden Flammen hinein, und auch die Frau, welche eifrig umher- wirthschaftete, um die nöthig gehaltenen Vorbereitungen zu v i treffen, war nur mittelbar berührt, denn wenn sie einmal einen i, Augenblick still stand, so las man in ihren gespannten Zügen nur das unruhige Lauschen, mit dem sie auf ein erwartetes Geräusch horchte. Oben in dem Zimmer, welches durch den vorausgeworfenen Schatten des Todes wie geheiligt erschien, lag der Kranke auf seinem Lager. Der Athem ging matt und die Augen waren geschloffen, als ob apathischer Schlummer oder Bewußtlosigkeit seine Sinne gefangen hatte, und doch fuhr er bei jedem lauteren Donner zusammen, und em Ausdruck ver Angst erschien in seinen sonst so stillen Zügen.

Mit gewaltiger Anstrengung überwand dann die sunge Frau den Schauer, der durch ihre Glieder zuckte, indem ste

Gesichts. Ihr ergrautes Haar war schlicht unter eine Mütze | ungewohnter Zug, als ob sie sich mit ihr aestricken deren weißer Rand die Stirn beschattete, und der finde, verschwand nicht aus dem bleichen Gesicht. Er flößte Anru? war wenn auch von feinerem Stoff, als derjenige der I der Mutter Besorgniß em, deshalb trat sie dicht zu ihr und pirJntMien Dorsleute doch in Schnitt und Art diesem gleich. I legte die Hand auf ihren Arm.Hertha," sagte ne eindring' Sebr tücktia und sauber war der ziemlich kurze, schwarze Rock, I kich,wenn der Vater Erich des Besitzes Nicht werth hält, ist über den die breite Leinwandschürze gebunden war, und unter I es dann Deine Sache, daß Du ihn aufmerksam machen solltest, Schuhe hervorsahen. Als sie jetzt vor ihrer Tochter stand, ebenso sein Fleisch und Blut, wie der Sohn, der sich konnte man keinen Zug von Aehnlichkeit zwischen den beiden ^mem E^ithum vergriff

(Metern Beranefinhen nun denen das eine so sanft und er* I Stockend kamen die letzten ^vorte uver ihre Rippen, ov w£nb in Ä«r«n neben einem leichten gleich fie fon» tonet «nb In groß« ^egm, «Ip-°chen

Ausdruck von Kummer sich Erregung und große Unruhe aus« I hatte. War es denn möglich, daß ihr letzt em isegner ent «ua von Härte: die blauen standen war, wo sie ihn am wenigsten vermuthet hatte, in

ÄblÄWÄ geauÄVnÄ An. ber sanften Tech,er, bie M fonfi itaSBfflen nnbeHnjt untee- bÄc*©ÄmeXs^ etS sVbrttdenbes V sie habe, wäh. warfen hatte? In weiter, weiter Ferne hat e sich ihren be, r n! ^^rdrückkr Stimme fragteDu bist allein, gehrlichen Blicken zuerst das Ziel gezeigt, freilich unsicher und

Garten?" unbestimmt, aber sie hatte die ersten Schritte darauf zu gethan.

W'Ser" war b?e # SnÄ ,b Wen Bnb vor Sann war Md« bie Sachlx eine anbere geworben, nnb ' | sie hatte auf dem betretenen Wege weitergehen müssen, rote

einer halben Stmide gegangen. entgegnete die weit mit eigenem, wie weit mit fremdem Willen, was nutzte

$ 9 5 ' das jetzt zu fragen? Jedenfalls stand sie heute dem Ziele ganz

Vater ist jetzt eingeschlafen, aber - hat der Doetor nah, sie mußte es erreichen, und sie wollte es auch, desha b ®lr ^ e?°zu Ende^gehtE'antwortete sie tief schmerzlich Herchas Gesicht, und sie suchttlchnell und gewandt ein anderes

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kannst Du daran denken, Kind? Ich hab es Awagt, st st 8 ..' Sache noch in der letzten Stunde

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können wir's verantworten, daß er dahingeht, ohne ein Wort ntin lint der Verzeihung für ihn zu hinterlassen! Mutter, wenn Du s nicht willst, laß mich ihn um seinen Segen für meinen