Ausgabe 
5.12.1893
 
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(Fortsetzung folgt.)

dann gebe,

denken ohne eine gewisse Bitterkeit, wenn ich ihr auch ziehen habe."

Doctor Fels küßte bewegt die Hand der Gräfin, antwortete er fest:Wenn ich Ihnen mein Ehrenwort . daß ich Therese dem Willen des Vaters geneigt machen will, werden Sie auch dann auf Ihrem Willen bestehen, Frau Gräfin, und uns keinen Abschied vergönnen?"

GeineinirNtzig-s*

Zum Haseueinkauf dürften unseren Hausfrauen fol- gende Winke willkommen sein: Gut erhaltene Augen deuten darauf hin, daß der Hase frisch geschoffen zum Verkauf liegt. Sind die Augen des ThiereS eingefallen, so ist der Hase schon einige Tage tobt. Sind die Nägel an den Zehen, vor Allem aber an den Hinterläufen noch schwarz, etwas spitz und scharf, so hat man es mit einem diesjährigen Hasen zu thun, sind aber die Nägel abgelaufen und etwas grau, so ist es ein äl­teres Thier.

Gegen aufgesprungene Hände. Ein ganz ein­faches und gutes Mittel besteht darin, daß man die Hände Abends mit Glycerin einreibt. Bei tiefen Schrammen in den Händen streiche man jeden Abends die Grübchen mit salzloser Butter aus. Bei oberflächlicheren Hautriffen, welche von der Luft herrühren, rührt man Waffer und Baumöl durchein­ander und bestreicht mit diesem Sälbchen die zu heilenden Stellen Abends und zieht wollene Handschuhe darüber. Mor­gens wird das Nebel geschwunden sein.

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Verschiedene Mittel, um Herrenkragen und Kleider von Tuch zu reinigen. 1. Man überbürstet die schmutzigen Stellen mit einer Mischung von acht Theilen Waffer nnd einen Theil Salmiakgeist. Statt der Bürste kann man auch Flanell oder Leinenzeug verwenden, nur muß dieses stets erneuert werden. 2. Man wendet eine Mischung von Weingeist, Ochsengalle und spanischer Kreide an und bürstet oder reibt mit einem Wolllappen den Rock damit ein- 3- Man wendet Olemseifenlösung, Quillayrindenwaffer oder Gallseifen- lauge an. 4. Man befeuchtet und reibt den Stoff mit Schwefel­äther oder Benzin. 5. Man kocht den billigsten Tabak, 60 Gramm, in l1/2 Liter Wasser gut au» und bürstet mit der noch heißen Brühe den Stoff mit einer harten Bürste tüchtig durch. Ist der Stoff völlig durchzogen, so bürstet man ihn nochmals nach dem Strich aus und hängt ihn zum Trocknen an die Luft- Der Geruch entfernt sich vollständig bei dem Trocknen, und die Farben leiden nicht bei diesem Verfahren.

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Einfache Fischsuppe. Das ausgelöste Fleisch eines Hechtes oder eines Karpfens wird in Stücke geschnitten, die­selben in Mehl gewälzt und in Butter gelb gebraten. Hierauf gießt man 3 bis 4 Liter kräftige, mit Wurzelwerk und Zwie­beln gekochte Fleischbrühe, läßt Alle» zusammen eine halbe Stunde langsam dämpfen, gießt die Suppe durch ein Sieb, wobei die Fleischstücke zerrieben werden, giebt dann etwa» gehackte Petersilie daran und richtet nun die Suppe über ge­röstete Semmelwürfel an.

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Rindfleischwurst. Rindfleisch wird sehr weich gekocht, das beste Fleisch von Haut und Sehnen befreit und ganz fein gehackt. Dann giebt man fette kräftige Fleischbrühe, Salz, Muskat und gestoßene Nelken dazu. Man füllt sie in Rinds­därme, kocht sie 3/4 Stunde in Brühe, legt sie 5 Minuten in kaltes Waffer und hängt sie, völlig erkaltet, an einen lustigen Ort.

Gullasch (ächt ungarisch). Man nehme 100 Gramm frischen Speck, schneide ihn dünnblätterig und lasse ihn mit recht viel geringelten Zwiebeln gelb anlaufen, gebe 1 kg halb, fettes Schaffleisch ober wenn kein» vorhanden, sehnensreier schönes Rindfleisch aber nie Geflügel würfelig geschnit­ten dazu, salze es und lasse es bei mäßiger Hitze eine halbe Stunde dünsten. Nun gebe man abermals rohe, geringelte Zwiebeln dazu, etwas Kümmel und je nach Geschmack Paprika. Alsdann lasse man das Fleisch weich dünsten, gebe zwei bis drei Hand voll geschälte, rohe Kartoffeln, fein geschnitten, dazu, so viel Waffer,-daß das ganze Gemenge zwei Finger hoch über- deckt ist, und kocht es weiter, bis die Kartoffeln halb zerfallen.

Rübenkraut giebt eine* treffliche Zugabe zu Schweine- fleisch. Weiße ober Wafferrüben werben entweder eingehobelt ober eingeschnitten, am besten aber in möglichst feine Fäden ober Rubeln, ähnlich wie bas Sauerkraut geschnitten und im Uebrigen wie dieses eingemacht Für den Gebrauch wird das Kraut dann mit Essig ober Wein gedämpft.

V-pinifchtes.

Nicht sein Geschmack. Stubioses Zech:Na, auch verreist gewesen, Herr Meyer?" Hausherr:Selbstverständ­lich. In Italien war ich l" Studiosus Zech:Wie kann man aber in solche bierlosen Gegenden reisen!"

Hauptmann der Bürgergarde:Hansjörg, i sag' der älleweil, bleib «et so z'ruck und halt an Schritt mit be Andere!"Jo, Hauptmann, Du hoscht gut schwätze, i Han der ja g'sagt, Du sollst mer meine Stiefel net so eng mache, und jetzt drucket se me doch* überall!"

Durchlaucht (bei strömendem Regen):Nun, Herr Bürgermeister, was sagen Sie zu diesem Wetter?" Bürger- meister:Durchlaucht, 's ist'n Borstenthierwetter."

Berechtigte Frage. *,Herr Feldwebel, mein Vater läßt grüßen und schickt dem Herrn Feldwebel hier einen Schinken, wir haben zu Hause Schweineschlachten gehabt." Feld' webel:Na, sage 'mal, mein Sohn, haben denn bei Euch zu Hause die Schweine nur einen Schinken?"

Sehr erfreulich.Al*so abgemacht, Herr Stöckel, ich miethe die Wohnung, sie ist wirklich so schön, daß ich darin auch sterben möchte!"Soll mich ungemein freuen, Herr Oberst!" * ,

Auch ein Grund.Einhundertstebenundfünfzig und ein halbes Pfund wiegen Sie, genau so viel wie ich, o Fräulein Clara, da müffen sie die Meine werden eine passendere Lebensgefährtin finde ich auf dieser Welt nicht mehr!"

Vater stolz. Fremder, in einer dicht besetzten Wirthschaft: :Im ganzen Local ist kein leerer Stuhl mehr zu finden . - - das kleine Kind hier könnte wohl auf den Schooß genommen werden!" Einheimischer:Dös Kind behalt' sein Stuhl! wer weiß, ob's net mehr Bier trinkt wie Sie!"

Ersatz. Herr:. . . Leider ist die Wohnung zu nahe der Bahnstation, und ich kann Lärm nicht vertragen!" Haus­frau !Dafür sieht man aber van der Veranda auf die Leute, die den Zug versäumen und das ist doch so unterhaltend.

! Kasernenhofblüthe. Unteroffizier:Sie, Einjähriger ; Mayer, gucken Sie nicht so neugierig in die Welt herein, atr : ob Sie ein neu erfundener Bacillus wären!"

Achactionr A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.