Gemeinnütziges.

Das im Garte« eingeschlagene Gemüse, als Rothkraut, Weißkraut, Wirsing, Endivien, Sellerie, Gelbrüben, Retttge u. A., werden am besten mit langem Stroh oder mit Tannenreis bedeckt, welche Bedeckung bei gutem Wetter ab­genommen wird; das Einschlagen im Keller oder Erdmiethen ist ähnlich; Knollengewächse, wie Rettige, Rüben, Gelbrüben, auch Sellerie, werden am besten in Erdlöchern überwintert, ohne Deckung verbleiben im Freien: Rothkraut, Rosenkohl, Brokkoli, Meerrettig, Schwarzwurzel, Stachys, Haferwurzel u. A.

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Gedörrte Zwiebeln. Alljährlich kommen im Früh­jahrgeräucherte" russische Zwiebeln auf den Markt, die sich außerordentlich lang halten, da sie nicht austreiben. In Wirk­lichkeit sind aber diese Zwiebeln nicht geräuchert, sondern ge­dörrt. Die Zwiebeln werden erst an Schnüren an einem warmen, vor Regen geschützten Ort an der Luft bündelweise aufgehängt und kommen dann auf den großen russischen Ofen, der ganz aus Ziegelsteinen gemacht ist und auf seiner oberen Fläche, auf die man die Zwiebeln dann zum vollständigen Ab- trocknen legt, 40 bis 60 Grad Reaumur warm wird. Also allmälige» Trocknen ist die Hauptsache.

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Verwendung unreifer Weintrauben. An man- chen Spalieren reifen oft wegen ungünstiger Lage die Wein­trauben nicht aus. Man kann diese zu einem vorzüglichen Gelse verwenden, indem man die Beeren abwäscht, die Stiele entfernt und sie wie andere Früchte behufs Gelsebereitung in einem Kupfergefäß kocht. Auf ein Liter Saft gibt man zwei Pfund Feinzucker.

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Kürbis einzusalzen. Man schält den Kürbis, ent- fernt die Kerne und zerschneidet ihn auf dem Gurkenhobel, legt ihn mit Salz in Steintöpfe, drückt ihn fest ein und be­schwert ihn. Zum Gebrauch wird er abgekocht, abgeschüttet und mit Butter, Mehl und Zwiebel eine Einbrenne gemacht, in welcher er nochmals durchgekocht und mit Rahm oder Ei abgerührt wird.

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Apfelkraut. 100 Pfund Obst zerkocht man mit fünf Liter Wasser langsam zu einer gleichförmigen Masse. Letztere läßt man aufgedeckt bis zum andern Tage stehen und erkalten. Sodann wird der Brei langsam durch ein nicht zu feines leinenes Tuch gepreßt und der hierdurch ausgeschiedene Saft unter be­ständigem Rühren zu Syrupdicke eingekocht. Das Anbrennen ist sorgfältig zu verhüten, weshalb bei größeren Quantitäten von Obst in den unteren Theil des Kessels einige glatte Steine gelegt werden. Aus demselben Grunde ist zu starkes Feuer zu vermeiden. Faule Aepfel, besonders schwarzfaule, sind aus­zulesen. Bet gefallenem Obste, besonders wenn kein süßes, z. B. Birnen, dabei ist, kann etwas Zucker zugesetzt werden, was am Besten während des Einkochens geschieht, da hierbei eine Probe am leichtesten ist. Sind Birnen oder süße Aepfel unter der Masse und ist das Obst vollständig reif, so ist ein Zusatz irgend welcher Art überflüssig.

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Aepfel trockne an der Sonne. Man schält die Aepfel, sticht das Kernhaus aus und schneidet sie in fingerdicke Scheiben. Dann spannt man auf einem Platze, denn die Sonne möglichst lange bescheint, Bindfaden, auf welchen man die Scheiben zieht. Dieselben können ziemlich dicht hängen, well sie in der Sonne bald sehr zusammentrocknen. Auf diese Weise kann man große Mengen Aepfel trocknen, spart jegliches Brenn­material und kann dies sehr wohlschmeckende und appetitliche Obst Jahre lang aufbewahren, ohne daß es schimmelt oder sonst verdirbt. An einem sonnigen Fenster lassen sich die Aepfel, fall» sie hier nicht genieren, besonders schön trocknen.

Der Schweiß ans farbigen Stoffen wird am besten mit warmem Wasser ausgewaschen, wodurch, wenn die Farben ächt sind, der Stoff nicht gefährdet wird. Auf letztere Beschaffenheit ist eine zuvorige Prüfung an einem Läppchen oder, wenn irgend möglich, an einer nicht sichtbaren Stelle des betreffenden Stoffes räthlich, ob er die Operation auch aus­halten kann. Besonders bei Seide findet man so flüchtige Farben, die sehr leicht darunter leiden, und darf dann von einer Wiederherstellung keine Rede mehr sein. Kommen Säuren zur Verwendung, so ist immer die gereinigte Stelle auszuwaschen.

Vermischtes.

U e b e r t r o f f e n. Der als sehr geizig bekannte Kammer­gerichtsrath Berg in Potsdam (gest. 1787) litt eines Tages heftig an Zahnschmerzen. Er sandte zum Zahnarzt Weyer, der als noch größerer Knauser bekannt war; derselbe befreite ihn bald von dem lästigen Störenfried. Run dachte der Ge­heilte darüber nach, wie er den Arzt ablohnen könne; Geld wollte er ihm auf keinen Fall geben- Endlich kam er auf den originellen Einfall, zwölf leere Champagnerflaschen, deren Eti» quetten theure Marken anzeigten, mit Wasser zu füllen, die- selben wieder so zu verschließen, als ob sie nie geöffnet gewesen wären, und sie dem Doctor zu schenken. Er calculirte näm­lich, daß dieser in seinem Geiz weder den vermeintlichen Wein selbst trinken, noch seinen Freunden vorsetzen werde, und der Wein jedenfalls älter als fein Besitzer werden würde. Und er hatte richtig gerechnet. Rach ein paar Jahren starb Weyer, und die Erben fanden in den sämmtlich unversehrten zwölf Flaschen Wasser, welches noch dazu faul geworden war.

Schrecklicher Verdacht. Lehrling:Herr Buch­halter, wir brauchen neue Tinte." Buchhalter:War macht Ihr denn mit der vielen Tinte. Ich glaube, Ihr wascht Euch das Gesicht damit!"

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Entschuldigt. Kunde (wüthend):Zum Kuckuck, der Junge hat mich ja schauderhaft geschnitten!" Barbier (be­gütigend):Ja, wissen Sie, dem müssen Sie schon etwas zu gut halten, er war nämlich bei einem Fleischer in der Lehre." *

Zusammengeschossen."Denke Dir, mein Schätz« chen, ich war heute mit dem Amtsgerichtsrath Schlauroth auf der Rehjagd!"Run, was habt Ihr da zusammen ge­schossen?"Fünf Mark zu 'ner Waldmeister-Bowle!"

Derbe Zurechtweisung. Eine zanksüchtige Ehefrau sagte zu ihrem Manne, als er sich eben eine ihr mißliebige Farbe zu einem Kleide gewählt hatte:Du wählst Dir aber immer das Schlechteste!"Jawohl," versetzte er,und mit Dir habe ich angefangen!"

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Gleicher Ansicht. Vater:Du mußt doch selbst ein­sehen, daß das Kneipenlaufen nicht mit ernsten wissenschaftlichen Studien vereinbar ist." Sohn:Das habe ich mir auch gesagt und habe au» diesem Grunde da» lästige Studieren längst aufgegeben."

Au» dem Literatur-Unterricht. Professor:Hier begegnen wir dem Citate:Es giebt im Menschenleben Augen­blicke!" Wer sagt das und an welcher Stelle?" Schüler: Wallenstein im zweiten Acte seines Todes!"

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Böse Verwechselung.Sie reden immer von sieben Musen ... es sind aber doch neun!"Jaso! Ich hab' sie halt mit den sieben mageren Kühen verwechselt!"

Redaction: I. V.: Hermann Elle. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.