Ausgabe 
5.8.1893
 
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gießt man lauwarm über die Beeren und stellt sie so 3 bi» n _. .t-f-L _____ Ux AH HVtttAT MO

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tum Kochen, giebt die Beeren dazu, läßt sie eine Weile darin kochen und füllt ste erkaltet^in die ^Gläser.

Preitzelbeersaft. Recht reife Preißelbeeren werden gut verlesen, gewaschen, weich gekocht und in einen ausgekochten Beutel geschüttet. Der durchgelaufene Saft wird nach dem Erkalten klar vom Bodenfatz abgegossen, zu.3% »ttet 1 Pfund Ruder genommen, aufs Feuer gestellt, ausgesihäuml, nach 10 Minuten Kochens kalt gestellt und anderen Tags in Flaschen gefüllt. e e

Kalte Llprikosensauce zu »rate«..Sech» ge- schälte und ausgesteinte Aprikosen werden in einer Messing pfanne mit 1 Glas Wein, 2 Gläser Master und dem nötigen Zucker unter stetigem Abschäumen gekocht, durch einen Seiher getrieben und kalt gegeben. #

Der Goldfisch ist ein Freund wärmeren Masters; bei 17 bis 18 Grad Reaumur sühlt er sich am wohlsten. Zur Waffererneuerung darf nie frisches Brunnenwasser genommen werden, sondern solches, das ebenso warm ck, wie das ab- gelastene- Am einfachsten ist es, stets das frische Master im Zimmer abstehen zu lasten-

Preiselbeeren einzumachen. Zu 2 Pfund aus« gelesenen Beeren i/2 Liter Weinessig, Vr Liter alter Wem und 2 Pfund Zucker; Esstg, Wein und Zucker werden bis Frau zur Auflösung ves Zuckers gekocht, dann wird etwas Zimmet , geguckt hast.

Astronomische Studien. Frau:Aber Mann, Du kommst ja erst wieder um drei Uhr nach Hause. Mann. Allerdings, liebe Frau, aber Du weißt ja, daß nur heute Sitzung im astronomischen Verein hatten, und da wollten einen Stern beobachten, der erst so spät sichtbar wird.

:Mir scheint, daß Du dabei etwas zu tief ins Glas

lein deutend, sagte: ,, I

Da ist Eberbach! - Ich fürchte, Fräulein Monika, Sie werden herzlich froh sein, in zehn Minuten ihres langweiligen Gesellschafters ledig zu werden," - da erhob ste mit sanftem Vorwurf ihre ausdrucksvollen grauen Augen zu seinem Gestcht und sagte im Tone schlichter Aufrichtigkeit: .

Wie mögen Sie nur so sprechen! Mir ist, als waren wir erst seit einer Viertelstunde unterwegs und ich hätte Ihnen ] sicherlich noch lange zuhören können, ohne zu ermüden-"

Aus jedem anderen Munde würden solche Worte vielleicht wie berechnete Cocetterie geklungen haben, hier aber konnte nicht einmal der flüchtige Verdacht auskommen, daß sie etwas Anderes als der Ausdruck ihrer ehrlichen Meinung seien. Mit einem freundlichen Lächeln nickte ihr Doctor Asmus zu:

Sie sind eben die verkörperte Güte und Anspruchsloftg- leit, Fräulein Monika! Für einen ungeberdigen Menschen meines Schlages ist mitunter etwas wahrhaft Beschämendes in Ihrer Sanftmuth und Geduld."

Die junge Dame erröthete wieder, und es war gut, daß der Schlitten eben in die Dorfstraße einfuhr, wo ihr einige johlende Bauernkinder und einige kläffende Hunde Gelegenheit gaben, ihre durch des Doctors Lob hervorgerufene Verwirrung hinter einer rafchen, gleichgültigen Bemerkung zu verbergen. Ein paar Minuten später hielten sie vor dem Wirthshause, das zum Empfange der vorher angemeldeten Gesellschaft fest­lich mit grünen Tannenzweigen geschmückt war, und Monika stützte ihre schmale, leise bebende Hand in die kräftige Rechte des Doctors, deffen Augen forschend umherschweiften, während er seiner Dame auf diefe Art beim Aussteigen behülfltch war.

(Fortsetzung folgt-)

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Güßen.

die lebhafte innere Antheilnahme, mit welcher sie die Geschichten I und Nelken dazu gethan und mch emmal Dies

be/SmWe. nicht mit seinem ganzen gießt man lauwarm.über d'e Beeren und

Herzen bei dem Gespräch war, bemerkte jn: wohl.kaum; denn l 4 Tage hin. Dann gicht a d t 'Weile ^darin als nach etwa zweistündiger Fahrt Hugo Neukamps Schütten war längst ihren Blicken entschwunden die bescheidenen Häuschen eines kleinen Dorfes vor ihnen auftauchten und als Doctor Asmus, mit der Peitschenspitze auf das fchmucke Kirch-

Gemeinnütziges.

Gestrickte Frotttr- Handtücher. Für Bäder und bei kalten Abreibungen sind gestrickte Handtücher sehr zu em- pfehlen. Sie stellen sich billiger als die gewirkten und lassen sich bequemer reinigen. Man strickt sie am besten von starker ungebleichter Hauschild'scher Estremadura mit verhältmßmäßig feinen Nadeln und beginnt mit einem Anschlag von 180 bis 190 Maschen. Die einfachste Art ist, immer rechts hin und her zu stricken, wodurch einfache Rippchen, entstehen, doch nt ein Carreaumustrr vorzuziehen, da bei der erstgenannten Art das Handtuch leicht zipfelig wird. Will man mit dem Hand- tuch ein Geschenk machen, so kann man, um es eleganter her- zustellen, am Anfang und Ende eine breite Bordüre arbeiten. Man strickt dann zuerst mehrere Touren, abwechselnd eine links, eine rechts, hieraus ein einfaches Durchbruchmuster nach Art des Zackenbördchen an Strümpfen, dann wieder einen dichten Streifen und so fort, bis man eine Bordüre von 25 Centi- meter Höhe hat. Den Fond bildet ein aus zwei rechts, zwei links gestricktes Muster, das nach jeder zweiten Tour versetzt wird. Nach Belieben kann man in die dichten Streifen der Bordüre ein einfaches Kreuzstichmuster mit rother Baumwolle sticken; zum Abschluß wird das Handtuch an allen vier Seiten mit einem schmalen gehäkelten Bördchen versehen, an den Schmal- feiten werden Fransen eingeknüpft.

Vermischtes.

Arabisches R-cept für eine gute Ehe. Wenn eine arabische Mutter ihre Tochter verheirathet, grebt sie dieser folgende Rathschläge mit aus den Weg: ,,Du verlaßt letzt D e- jenigen, von denen Du ausgegangen bist; Du entfernst Dich Ä. », d-« Dich s° lange beschütz,. «»*.£ Dich aufgeschwungen hast, um gehen zu lernen, und Du thust

um Dich zu einem Manne zu verfügen, den Du nich kennst, an deffen Gesellschaft Du nicht gewöhnt bist. Ich rath m:r »ine Sklavin zu sein, wenn Du willst, daß er Dir ein Diener sei- Begnüge Dich mit Wenigem- Achte beständig auf Das, was feine Augen sehen könnten, und sorge, daß seine Augen niemals schlimme Handlungen sehen. Wache über seine Nahrung, wache über feinen Schlaf; der Hunger ver ursacht Aufwallung, die Schlaflosigkeit erzeugt böse Laune. Trage Sorge für fein Eigenthum, behandele seine Angehörigen mit Güte. Sei stumm sür seine Geheimnisse; wenn " fröh­lich ist, zeige Dich nicht verdrießlich; wenn er verdrießlichrst, zeige Dich nicht fröhlich - dann wird Allah Dich segnen-

Der Salonlöwe. Ein Löwe nimmt der Löwen­bändigerin ein Stück Zucker aus dem MundeO, das könnte ich auch!" ruft einer der Zuschauer. ,Mas? Sie? er­widert erstaunt die Löwenbändigerin-Gewiß, gerade so gut, wie der Löwe!" * ,

Ein kleiner Verräther-Was willst Du werden, Fritzchen, wenn Du mal groß bist?" "Hus^ren-Lleutenant! Warum denn gerade das?"Well lch s dann bei Tante Emmy so sehr gut haben würde."