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Kumor aus der Jagd-Saison.

Derdicke Neumann" in Berlin ist unter seinen Jagd- freunden sehr beliebt. Er ist ein fideles Haus, steckt voll von Jagdschnurren und kennt die Geheimnisse des edlen Waidwerks' so genau, daß seine sieben Genossen, mit denen zusammen er ein paar Meilen von Berlin Jagdgründe gepachtet hat, auf sein Urtheil schwören und sich ihm willig unterordnen, wenn er das Obercommando beim Jagen übernimmt. Aber der dicke Neumann hat einen unausstehlichen Fehler, er istgniet- schig" über die Maßen und hat eine ausgesprochene Neigung zumNassauern". Im gewöhnlichen Leben erheben sich seine Wünsche selten über Schweinebraten mit Gurkensalat und eine kühle Blonde mit dazu gehöriger Strippe, aber wenn er die Flinte über der Schulter hat, fängt er an,etwas Genuß­mensch" zu werden, wie Herr Friedmann sagt. Da weiß er listig jede Gelegenheit zu benutzen, um einen der Collegen zum Spenden eines kleinenMenus" zu reizen und wenn er dann die Gabel in der entschloffenen Rechten hält und seinen alten Wahlspruch vom Stapel läßt:Ach, ohne einen guten Schluck entbehrt dies Leben jeden Schmuck", dann bleibt den Anderen nichts übrig, als den entsprechenden Rothspon zu bestellen. Herr Neumann drückt sich immer um die Bezahlung, obwohl beim Schmaus Niemand so bei der Sache ist wie er. In diesem Jahre hat sich sein Fehler noch weiter ausgebildet er hat , sich aufsSchinden" der Fahrkarte verlegt. Bald muß Dieser, bald Jener unter irgend einem Vorwande das Geld für ihn auslegen und die Berechnung bleibt nachher immer aus. Das ist seinen Freunden aber schließlich doch zu viel geworden, und sie haben ihn neulich durch einen bösen Streich von dieser Prellerei hoffentlich für alle Zeiten geheilt. Es war eine Brandhitze, als sie sich auf der Anhalter Bahn trafen, um zur Hühnerjagd zu fahren. Als die anderen Sieben mit zwei Jagdhunden schon im Abtheil saßen, kam Neumann schwitzend und keuchend angestiefelt.Rasch, rasch, rin, hier sitzen wir!" ertönte es ihm entgegen, und Herr Neumann wälzt sich mit Hülfe seiner Freunde durch die für seine Körperfülle kaum ausreichende Oeffnung.Kinder", ist sein erstes Wort,Ihr habt mir doch 'n Billet besorgt, ick habe mir wejen der verdammten Pferdebahn verspätet."Nee, wir haben bloß sieben."Herrejott", ruft Herr Neumann, rck bin schachmatt, ick komme nicht mehr hin bis zu'n Schalter Herr Schulze, haben Sie doch die Jüte!"Nee, det jetzt nicht mehr, das klingelt gleich zum dritten Male, wer jetzt noch 'raussteigt, bleibt sitzen!" ,Ja, wat soll ick denn aber machen, ick wer' doch nicht nachher noch Strafe zahlen." I Jott bewahre. Det merkt der Schaffner ja jar nich. Stellen Sie sich man hinter, da sieht Sie keen Mensch!" Nee, dat jeht nich, wie soll er mir denn nich sehen"Na, denn rasch unter die Bank die paar Minuten, man zu, jetzt kommt er schon!" Herr Neumann kämpft einen Augenblick einen schweren Kampf, aber seine Tugend unterliegt, er kriecht unter die Bank.Um Jotteswillen, Kinders, verdeckt mir, wenn det rauskommtPst, sind Se stille, er is schon nebenan!" Herr Neumann liegt unter der Bank. Es ist schon kein Genuß, bei fünfundzwanzig Grad mit sieben Personen und zwei Hunden in einem Abtheil zusammen zu sitzen, aber unter den Füßen der Gefährten zu liegen und gestoßen und getreten zu werden und dabei eine Heidenangst ausstehen zu müssen, das ist unmenschlich. Jetzt wird der Abheil geöffnet. Nitte, meine Herren, die Fahrkarten!" Zwei Hundekarten, eins, zwei, drei, sieben, acht ich sehe ja bloß sieben Herren, für wen ist denn der achte Schein?" Ein fürchterliches Ge­lächter erhebt sich.Dem Herrn is't hier oben zu heiß je» wesen, der kühlt sich hier unten 'n Bischen ab!" Und sie treten zur Seite und zeigen auf den unglücklichen Nassauer. Herr Neumann hat erst schwer gegrollt, dann hat er aber

sm re und als er nach beendeter Jagd zum ersten Male ein paar Flaschen Rothspon hat auffahren lassen,

da haben sich seine Gefährten der wohl nicht unberechtigtes Hoffnung hingegeben, daß der Streich auch für die Zukunft helfen werde.

ÄsMsrnnntzZges.

Ganze Stachelbeeren tn Flaschen aufzubewahren. Bei trockenem Wetter gepflückte unreife, sauber von Stielen und Blumen befreite Beeren bringt man in kurz vor dem Ein­kochen gereinigte und geschwefelte Flaschen, am besten Rheinwein­flaschen. Die möglichst (durch Ausstößen der Flasche) fest ge­füllten Flaschen werden in einem Kessel zwischen und auf Heu so eingepackt, daß sie sich nicht berühren. Dann gießt man so viel kaltes Wasser nach, daß die Flaschen bis an den Hals bespült werden. Das Sieden muß langsam geschehen; zehn bis fünfzehn Minuten muß das Wasser kochen. Dann läßt man die Flaschen erkalten und verschließt sie luftdicht.

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Erdbeerkaltschale. Auf anderthalb Liter sauber ge­pflückte Erdbeeren mische man 200 Gramm gestoßenen Zucker in einem Porzellangesäß und lasse sie eine Stunde lang stehen. Dann gießt man anderthalb Liter Weißwein, anderthalb Liter Wasser und den Saft einer Citrone dazu. Man kann die Schale nach Belieben versüßen. Aromatischer wird die Kalt­schale, wenn man zuerst die Erdbeeren durch ein Haarsieb preßt, dann den Brei mit Zucker versüßt, Wein, Wasser und Citronen- saft zusetzt und bis zum Serviren auf Eis stellt. Man kann statt Wein auch frische, süße Milch verwenden. Man gieße die Milch auf die gezuckerten Erdbeeren und lasse die Kalt­schale eine Stunde stehen, ehe man sie servirt.

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Erdbeerauslauf. Man wasche Erdbeeren, lasse das Wasser rein ablaufen, menge sie mit Zucker und Zimmt und lasse sie einige Stunden durchziehen; dann quirle man zu V2 Liter Rahm 8 Eidotter, 80 Gramm Zucker und zwei gute Eßlöffel voll Kartoffelmehl, mische das zu Schnee geschlagene Eiweiß der 8 Eier und die Erdbeeren dazu, lasse den Auflauf eine Stunde backen und bestreue ihn mit Zucker.

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Abgerahmte Milch als Heilmittel. Die Milch- cur ist nichts Neues; aber viele erwachsene Personen ver­tragen die frische Milch nicht und man schreibt dies mit dem Fettgehalte derselben zu- Die englischen Aerzte verordnen deshalb abgerahmte Milch, und der Erfolg war in vielen Fällen ein sehr befriedigender. Man läßt sie 1218 Stunden stehen und nimmt darauf den Rahm ab. Sie wird dann in der Regel schon eine gewisse Säure angenommen haben. In diesem Zustand wird sie selbst von dem schwächsten Magen gewöhnlich gut vertragen. Der Milchgenuß bildet eine ober mehrere Wochen lang die einzige Nahrung. Man fängt mit kleinen Quantitäten an und steigt auf drei, selbst bis auf fünf Liter täglich. Man wendet diese Cur hauptsächlich bei Magen- und Leberkrankheiten, bei Nieren- und Blasenleiden, sowie bei Asthma und Wassersucht an. Gute Heilungen sind damit er­zielt worden.

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Ghpsfiguren zu brorrciren. Gyprfiguren broncirt man ganz einfach, indem man sie mit flüssiger Goldbronce oder dunkler Bronce anstreicht. Auch kann man Broncepulver kaufen und mit der ebenfalls käuflichen Auflösungsflüssigkeit vermengen, um ebenfalls die Figuren damit zu überpinseln. Broncirte Gyprfiguren sind nicht schön, doch ist das Bronciren ja jetzt sehr modern; auch verliert GypS gar bald feine schöne weiße Farbe. Gegen letzteren Uebelstand weiß jedoch gewiß ein Künstler Rath. Diesen einzuholen würde dringend zu rathen sein; reine, weiße Figuren sind jedenfalls hübscher al« broncirte.

Redactwn: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.