verlieb ibn auch nicht, als er sein Bündel schnürte, um in s Weite w gehem Er wollte es ihr und sich erleichtern und sür's Erste auch nicht zufällig ihren Weg kreuzen und ihren I Frieden stören. . I

Nun war er wieder daheim und fühlte sich doch verbannl I und in der Fremde, heute mehr als je: es war Leonorens Geburtstag. Götz hatte ihm erzählt, er solle durch ein groß­artiges Gartenfest gefeiert werden.

Der kleine Lieutenant war wieder lustig und guter Dinge- Er hatte mit Steffeck eine Aussprache gehabt und war über dessen Pläne im Reinen. Ruler hatte ihm mrtgetheilt, daß er demnächst um seinen Abschied einzukommen gedenke und sein einige Meilen von der Stadt gelegenes Rittergut bewrrthschaften wolle. Es sei höchste Zeit sür ihn, die Zügel dort selbst in die Hand zu nehmen. Führe er den bisherigen Schlendrian noch eine Weile so weiter, vermöge er aus dem pekuniären und sonstigen Schiffbruch nichts mehr ru retten. Felicitas scheine ihm nicht abhold zu sein, seitdem er ihr dabei hatte Götz den üblichen Rippenstoß des Langen erhalten - von un- | qefähr beigebracht, das ihr beim ersten Austreten geworfene Bouquet sei von der Braut des Herrn von Gütz gewesen.

Heinz hatte in verstelltem Erstaunen die Augen aufgerissen. Keinen Humbug, Bruderherz," sagte R.uler,schau Dirdurch die RippenI Knurrtest mich an wie em Bür, dem man die Beute vor dem Rachen wegreißen will, weil ich der Kleinen das Bouauet gestiftet. Und sie na ist bis über die Ohren in Dich verliebt, wär' auch sonst nicht so kühn gewesen, sich bloß zu stellen! War geradezu rührend, wie sie das Donnerwetter über mein unschuldiges Haupt ergehen lreß und »um Entsetzen der Frau Mama Deine Leib» und Magenrede herbetete von dem Nähen um Geld bei Tag und dem nächt- lichen Rollenausschreiben, von dem Kampf um s Dafein und bet ^Ruler^nichsi si"fftlieb, ist einzig?" unterbrach ihn Götz

feUri®et Lange nickte beifällig.Sagte ja schon: ist ein Engel! Werdet ein glückliches Paar werden, Ihr Zwei! Wir aber auch $u geonorens Geburtstag sollte zugleich I

eine Art nachträglicher Einweihungsfeier für den neuen Wohnsitz bedeuten, welche seinerzeit durch Strehlens Krankheit und bie darauf folgende Badereise unmöglich gemacht worden war. Der Oberst war über die Maßen regsam, er bewegte sich mit I der Raschheit früherer Tage und die besorgte Leonore mußte ibn beständig mahnen, er solle des Guten nicht zu viel thun I und sich schonen. Es war ein wundervoller Septembertag, an dem die Sonne eine wahre Junihitze entwickelte, Muster und I Thüren des russischen Schlößchens umkränzten heute Guirlanden-

Die Bäume um den langgezogenen, halbmondförmigen I Teich waren durch Bogen mit farbigen Lampions verbunden, die gleich dem Feuerwerk des Dunkelwerdens harrten. Sogar I der üerliche, grün und weiß gestrichene Nachen und das Ruder trugen ein Festgewand. Franz hatte auch sie mit Laubschmuck 6el>a<$)te Geladenen waren am frühen Nachmittag fast voll» »äblig erschienen. Frau von Malten, die sich schon am Morgen bei ihrer Tochter eingesunden, vermißte mit Befremden unter | d-n Gratulanten den Maler. L .

Ich fürchte, wir haben Herrn Werner mit der Einladung vergessen," entschuldigte ihn Leonore.

Wie fatal," klagte Frau von Malten, nur ihrer Tochter norMiA er bat erst ganz kürzlich Aufmerk amkeiten für Ä£FÄtaÄi «-'Md»'-»-- Schuld und umgehen ihn bei solcher Gelegenheit Laut sagte rte dann : , Das müssen wir sofort gut machen! Schicke Jemand von den Leuten in's Stift, dort hält er sich meistens auf. Drücke ihm unfern lebhaften Wunsch aus, ihn möglichst bald zu begrüßen, er sei auch im braunen Ateliersrock willkommen. Ich vertrete Dich unterdessen- Nein, laß, corrigirte sie sich, ich will die Karte lieber selber schreiben- m .. .

Der Oberst wagte keinen Einwand; er hatte keine Gründe,

den Wunsch seiner Schwiegermutter abzulehnen, noch dazu vor Anderer Augen und Ohren-

Er kommt nicht!" flüsterte Leonore ihrem Mann zu, als sie das Billet ihrer Mama in Empfang nahm und zur Be- forde In g einer »Niederung des Parkes waren Teppiche und Decken ausgebreitet. Feldstühle standen in Menge umher. Dor lagerte und faß, größere und kleinere Cirkel bildend, dieheitere Gesellschaft. Unter einer mächtigen Elche war eine Art Mar- ketenderzelt aufgeschlagen, in besten durch e^nLozverchag verdeckten Hintergrund Feuer prasselte und Master kochte und dienende Geister hantirten. Elsa von Toffsky m weißer, durch dunkelrothen Sammet gehobener Toilette und noch eme andere der ewig jungen Damen hatten von der Hausfraui die unum- aänalich nöthige Schürze entliehen und warteten der auf sich genommenen Amtes. Sie verwalteten Wein und Champagner, füllten die Tasten und Gläser mit Mocca, Chocolade und Thee, und waren emsig bemüht, die Streifen der bereits zerlegten

1 Kuchen und Torten auf Crystalltellern unterzubringen. Für ihre Mühe hatten sie die Genugthuung, von den Herren um- lagert zu werden, welche ihre Damen versorgten. Es war eme unbezahlbare Gelegenheit, vor vielen Zuschauern ihre Anmuth und Gewandtheit in hausfraulichen Pflichten und Wmdenzu entfalten, unter freiem Himmel wie poetisch im Schat.en

I der Eiche die Hebe zu spielen.

Die Zeit bis mm Hereinbrechen der Dämmerung verging I den älteren Damen und Herren unter lebhaftem Geplauder I und Rückerinnerungen an vergangene Tage ihrer Glanzperiode, die jüngeren ergötzten sich mit Gesellschaftsfti^ durch sprudelnde Laune und unermüdliche Erfindungsgabe

I vor Üebermuth Toffsky» Elsa die Cour geschnitten, speculirt «I nüch sür die Promenade. So ipielt man nun d-n Don

I c>uan die langen Gesichter, wenn Aul

1 3 Man hatte beschlossen, sich nach einem halbstündlichen ge müthlichen Spaziergang durch den Park, bei dem Jeder seh sollte, wo er blieb und die sür sich angenehmste Geschäft fand in der Nähe des Teiches zu treffen, dann sollten die Lampions angezündet und das Feuerwerk abgebrannt werden. Darauf wollte man im Hause da» Abendbrod einnehmen, dem Ctn ^Die Gesellschaft schwirrte durcheinander und vertheilte^st-h in die Gänge. Scherzend und lachend stob die lustige Jugeu davon, bedächtig räumten die Aelteren das Feld, 4°«» war in dem Gewirr an Leonorens Seite gekommen. Er beschwor sie ihm fünf Minuten Gehör zu fchenken. Es ware feit der Brautzeit das erste Mal; er müsse sie unbedingt sprechen. Di Hand, welche so oft in der ihren geruht hatte und ^tzt m zitterndem Druck ihre Finger preßte, war kalt. Ihr Bl « irr übe'- ibn bin. Er hatte sehr verloren, fand sie. Wie Halle sich' das dichte Kraushaar gelichtet? Die Gesichtsmuskeln waren welk und schlaff, die Augen, dunkel umrändert, lagen «es in den Höhlen Sie sah da» Alles, ohne es zu wollen, und bejahte, von Mitleid ergriffen, seine Bitte. Ihre Augen I s»chten den schmalen, dunklen Laubengang, der zum Waste I bmführte ihm wortlos bezeichnend, wo er sie erwarten solle.

Der Menschenknäuel entwirrte sich und der Platz wurde leer- Der Oberst, welcher pflichtschuldizstseine Schwiegermamaführte nahm noch im Vorwärtsgehen wahr, daß Herr von Götz semer I ^»Mocht?es nun»von der tagsüber gehabten Anstrengung herrühren oder war ihm durch das längere Sitzen letzt Bein stets geworden, genug, Strehlen fühlte sichsezwung, , nach einer kurzen Strecke Frau von Malten zu bitten, umkehren und ihr einen besseren Cavalier besorgen zu dürfen. Ms man sich umwandte, fiel ihm sofort ein Offizier iNsAuge.derem am, plan- und zwecklos über den vormaligen Lagerplatz schlenderte. Er erkannte sofort in ^en kleinen Llmtena . Wo haben Sie denn meine Frau gelassen? rief er bettoff u Die gnädige Frau hatte etwas anzuordnen vergessen, behauptete Götz mit edler Dreistigkeit und so überlaut, d ß