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zu den verschiedensten Salaten als Zusatz gebraucht werden, während des Winters zu erlangen, säe man jetzt Samen in einige Blumentöpfe. Die nicht gebrauchten jungen Pflanzen weiden später in's Mistbeet gesetzt.
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Ein gutes Wintergemuse. Wer Schwarzwurzeln in seinem Garten angebaut hat, den machen wir darauf aufmerksam, daß man dieselben den ganzen Winter über zur Bereitung des jetzt so knappen Gemüses benutzen kann. Sind die Wurzeln gefroren, so lasse man sie in kaltem Waffer allmälig auf- thauen.
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Milchgefätze reinigt man am besten, indem man dem dazu benutzten Waffer etwas Soda zusetzt. Er wird dem andernfalls leicht entstehenden ranzigen und sauren Gerüche vorgebeugt.
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Rostflecke in der Wäsche entstehen durch Berührung der nassen Wäschestücke mit Eisentheilen (Nägeln, Reifen rc.) an Waschapparaten, beim Aushängen der Wäsche und aus ähnlichen Ursachen. Man entfernt solche Flecke durch Einwirkung von Kleesalz, Citronensäure oder Salzsäure. In besonders hartnäckigen Fällen wendet man Schwefelammonium mit Erfolg an. Man erhält die genannten Ingredienzien in jeder Apotheke. Die Hauptsache ist, daß die befleckten Stellen nach Emwiikung der Säuren wiederholt gründlich mit reinem Waffer ausgewaschen werden, damit das Gewebe nicht leidet. — Ein anderes Verfahren; Man befeuchte die Rostflecken mit Kleesalz-Lösung, die man in einem zinnernen Löffel erwärmt hat und reibe dann den Flecken auf einem verzinnten Blechdeckel, welcher über einem stark kochenden Waffer liegt. Das Befeuchten mit der Kleesalz-Lösung und das Reiben wird so lange wiederholt, bis der Flecken verschwunden ist. Rach Entfernung der Flecken müssen die befeuchteten Stellen mit reinem Waffer tüchtig ausgewaschen werden, damit das angewandte Mittel auf den Stoff nicht nachtheilig wirken kann.
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Flecke von Kaffee lassen sich aus Schafwolle und Seide durch geruchloses Glycerm entfernen, indem man den Fleck damit bestreicht und nach einer Viertelstunde mit lauwarmem Waffer mittels eines Schwammes abwäscht. Es zieht sowohl den Fettstoff der Sahne (des Rahms), als die Gerbsäure des Kaffees aus, ohne die Farbe zu schädigen.
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Schleimige Badeschwämme. Verschiedene Seifen machen mit der Zeit die Badeschwämme schleimig und unansehnlich. Um diesen Uebelstand zu beheben, möge man die Schwämme in lauwarmem Waffer, dem man ein wenig Soda hinzugesetzt hat, tüchtig auswaschen. Heißes Waffer vermeide man, da dieses, mit Soda vermischt, die Badeschwämme mürbe macht.
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Alte Oelfarbe und Lackanstriche zu entfernen. Hierzu eignet sich, wie die „Fdgr." mittheilt, wenn auch die Anwendung starker Lauge ohne Erfolg blieb, eine Mischung von zwei Theilen Salmiakgeist mit einem Theil Terpentinöl. Ehe man die Mischung auf den zu entfernenden Anstrich aufträgt, ist sie gut zu schütteln. Nach einigen Minuten kann man den Anstrich mit Holzwolle oder sonst hierzu geeignetem Material abreiben.
Oevmischtss.
Verrathen. „Emil, es ist schauderhaft, was ich von Dir hab' hören müssen — Du seiest gestern Abend total betrunken gewesen! ' — „Ha, Verleumdung! Wer verbreitet eine solche Lüge?" — „Herr Müller hat's seiner Frau erzählt!" — „Was, der! Der lag ja bei mir unter'm Tisch!"
Vergriffen. „Angeklagter, Sie sind beschuldigt, den Zeugen an den Ohren gerissen zu haben!" — „Ach nee, Herr Richter! Er hatte mir eben Zahlung einer Schuld versprochen und da wollte ich ihn beim Wort nehmen, erwischte aber statt dessen in meiner Kurzsichtigkeit feine Ohren." * » *
Bei der Kaserne-Vifite. General: „SindSie mit der Kost zufrieden?" — Rekrut: „Zu Befehl, Herr General!" — General: „Genug zu essen? Hm, und dann — erhält nicht am Ende der Eine 'ne große und der Andere 'ne kleine Portion?" — Rekrut: „Große kriegt gar Keiner, Herr General!" * *
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Auf dem Markt. Frau: „Den Fisch mag ich nicht, der ist schon tobt!" — Händlerin: „Wenn Sie sich Rindfleisch kaufen, ist da der Ochs vielleicht lebendig?"
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Anzüglich. Herr: „Hören Sie, der Gimbel, den Sie mir neulich verkauften, pfeift ja gar nicht." — Vogelhändler: „O, er ist zunächst nur etwas schüchtern; pfeifen Sie ihm nur etwas vor, dann denkt er, cs ist noch ein Grmbel da, und er pfeift gleich." * * ♦
Begriffsverwirrung. A.: „Sie reden von sieben Musen, es sind doch neun!" — B.: „Ach ja, ich habe sie eben mit den sieben mageren Kühen verwechselt!" * * *
Der schrecklichste der Schrecken. Gefangenwärter: „Warum wollen Sie denn durchaus nicht in die Zelle vierundvierzig?" — Sträfling: „Weil man dort die Töchter vom Gesängnißdirector singen hört!"
Erlkönig.
(Parodie.)
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? — Es ist ein Lieutenant, der sausest geschwind, Er hält den Zügel wohl in der Hand, Er saßt ihn sicher und lenket gewandt. — „Mein Roß, du zögerst in eilendem Lauf?" „„Hörst, Herr, denn noch immer mit Reiten nicht auf? Das Reiten, es währet jetzt Nacht und Tag."" „Nur weiter, bald bist du ledig der Plag'.
Du gutes Thier, o daure nur aus, Gar schönes Futter gibt es zu Haus; Du kannst dann ruhen, so lang du begehrst, Wenn deinem Herrn du den Ritt nicht erschwerst." ,,„O Ritter, o Ritter, und merkst du nicht, Wie die Last mir fast den Rücken zerbricht?"" „Geduld, nur Geduld, du treues Pferd, Bald sind wir am Ziel und hochgeehrt. — Willst, edles Roß, du nicht weiter geh'n? Meine Ehre erlaubt es nicht, abzusteh'n, Meine Ehre — du hörst es — sie ist engagirt, D'rum schneidig weiter! — Nicht so geziert!" „„Herr Ritter, Herr Ritter, und sehet Ihr nicht, Schon wieder sich senket des Tages Licht!"" „Mein Pferd, mein Pferd, geschwind, nur geschwind, Früh Morgens wir sicher am Ziele sind.
Nur schneller noch, schneller! Jetzt gibt's keinen Halt, Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt." Schon schwingt er die Gerte in sausender Wucht Und geißelt das Roß und wettert und flucht. „,,O Herr, o Herr mit dem Herzen von Stahl, Nicht länger mehr trag' ich die gräßliche Qual."" Den Reiter nicht kümmert's. „Vieh! glaubst du, ich sei Mitglied des Vereines gegen Thierquälerei? Lauf' oder krepir' nur! Hoch lebe der Sport!" Drei Sporen dem Pferd in die Weichen er bohrt, Erreicht das Ziel mit Mühe und Noth, Der Sieg war dem Ritter — das Roß war tobt!
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.
Die nächste Nr. der Familienb lütter erscheint Mittwoch Nachmittag.


