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Di« Musik nur hat es ihm angethan, Concerte mußte er oftmals hören, Da hätt' er sich gerne gezeigt mit Ehren. Doch wißt Ihr, was er am besten vertrug? Die Chokolade, die man dabei austrug, Und wenn dann Liszt so 'ne Saite zerschlug, Das war für ihn wie Sphärengesang. Jetzt aber thut er sich baß hervor, Denn nächstens gehört er zum Offizier-Corps; Doch um zu der Würde zu gelangen, Da kostet es noch viel Seufzen und Bangen. Schon Morgens um 5 Uhr glaubt Jhr's wohl? Da sagt er dem Schlafe Lebewohl, Nur um sein Pferd sich selber zu putzen Und seine Montirung zurecht zu stutzen. Mit Leib und Seele exercirt er, Voltigirt, reitet und einstudirt er Und 12 Grad Kälte kaum verspürt er.

So muß es aber auch jeder anfangen, Der will zu hohen Ehren gelangen. Ich kann seine Zukunft Euch prophezeih'n Und wahrlich, die wird glänzend sein.

Jetzt sreilich, Ihr Leutchens, schweigt noch die Geschichte, Doch in dem lieben, hübschen Gesichte, Das glaubt nur, liegt so viel gutes geborgen, Sein Walten wird leuchten wie Sonne und

Morgen, Und jeder im Volke, groß und klein, Wird seines Erscheinens sich herzlich freu'»"!

Du mir unbekannter Leiermann vom Jahre 1847! Laß' sie Ausstellungen machen, so viel sie wollen an Deinem Leierkastenlied, laß' sie, die Dichter von Profession, bemängeln Deine poetische Künstler- schast! Die glänzende Sehergabe, die Du einem Propheten gleich, zum ' Schluffe Deines Liedes offenbarst müssen sie schweigend anerkennen und sich neigen vor Dir. Ja, Du alter Leierkasten­mann, Du hast's wahrlich getroffen, wenn Du von dem Jüngling von anno 1847, sagst:

Jeder im Volke, groß und klein, Wird seines Erscheinens sich herzlich freu'»!"

Und so möge es Deutschland vergönnt sein, noch recht lange Kaisers Friedrich sich zu erfreuen.

Das walte Gott!

Vermischtes.

Wie alt sind dieOstereier? Die Sitte, sich mit Eiern zu beschenken, reicht zurück bis in's vor-christliche Alterthum; galt doch bei den Alten schon dar Ei als etwas Heiliges, Geheimnißvolles, unv al» ein Symbol der Schöpfung und der Frucht- barkeit. So verpflanzte es sich auf das Christen« thum, in neuerer Form und Bedeutung, um das Sinnbild des Erlösers darzustellen, der vom Grabe auferstand zum Leben, auf daß die Menschheit die Sünden abstreifr, zur Wiedergeburt, zur Hoffnung der Unsterblichkeit. Und wie man einst der Früh« lingt'Göttin Ostara Eier zum Opfer darbrachte, so

brachten später die Christen den Geistlichen als Ostergaben Eier, bunt gefärbt nach altem Brauch, besonder«: roth und gelb, doch später auch verziert mit christlichen Emblemen: Engeln, dem Christkind, ode dem Lamme mit den rothen Friedensfahnen.

Da zur Frühlingszeit am Osterfest die Natur erwacht zu neuem Leben, so wuchs die Sitte mehr und mehr, just zu Ostern sich mit Eiern zu beschen­ken, dem Symbol der schöpferischen Kraft. Außer­dem besaß die Sache auch als Revers noch eine praktische äußerliche Sitte! Zn jenen fernen Zeiten nämlich, da das Goldland Amerikas noch nicht entdeckt war, stand das edle Metall noch in größerem Werths in Europa, und Gold war noch ein rarerer Artikel, wie in unserer Gegenwart. Folglich mußte man sich oft mit Naturalien dafür helfen, auch betreffs der üblichen Gaben an dis Geistlichkeit, zu verschiedenen Jahreszeiten, und weil im Ostermonat es schon viele Eier gab, so entstand eine Schenkung:Das Osterei" genannt, welches die Geistlichen ihrerseits oft in so großer Zahl erhielten, daß sie nicht nur den Armen den gewohn­ten Anthetl zukommen ließen, sondern auch sonst davon abgeben konnten. Dies Alles verbunden mit manch' anderer alter, znm Theil uralter Sitte, bür­gerte das Ei immer mehr zum Attribut des Oster­festes ein, wozu noch kam, daß auch die Taufpathen bei verschiedenen Gelegenheiten darunter auch zu Ostern ihren Pathenkindern:Wasch-Eier" zu schenken pflegten, wohl in Beziehung zurgeistigen Abwaschung durch die Taufe" stehend. Wieviel Freude, Spiele, Lust und Scherz sich für Groß und Klein an das Bescheeren, Verstecken. Suchen und Finden der Ostereier knüpft, ist ja allgemein bekannt, ebenso in welch' hohem Grade die Industrie» ja so­gar die Kunst, sich der Verzierung und Verfertigung von Eiern aller Art und Größe bemächtigt hat. Um schließlich noch der besonders für dis Kinder- | weit hochwichtigen Persönlichkeit zu gedenken, deren viel in Anspruch genommene Thärigkeit darin besteht, zu Ostern die unzählig vielen Eer zu legen, so sei zur Biographie des berühmten, allbelievten und gekannten:Oster-Häslein" nur constatirt, daß er diesen verantwortungsvollen Posten seiner großen Fruchtbarkeit zu verdanken haben soll. Jedenfalls besteht das Ehrenamt des heißersehnten Osterhasen darin, möglichst schöne und süße Portraits von sei­ner werthen Person zu verschenken, sowie möglichst viele und schöne Eier zu verstecken, für Jeden, welcher sie zu finden weiß: Viel Vergnügen 1

Das Iuöikäum der Krau Kartoffel.

Das gegenwärtige Jahr 1888 ist bekanntlich un­gewöhnlich reich an Jubiläen der verschiedensten Art und unter ihnen ragt ein ganz eigenartiges Jubiläum hervor; In diesem Jahre sind drei Jahrhunderte