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ob es ein altes, verfallenes Jagdschloß wäre. Bleibe hier, Hefter, während ich meine Erkundigungen einziehe I"

Er öffnete die Wagenthüre, sprang heraus und näherte sich allein dem Hause.

Die Jalousien eines Fensters waren offen und Lowder schaute durch dieselben in eine Helle und kleine Küche. Auf sein Klopfen erschien eine ältliche Frau an der Thüre. Sie war eine große, hagere Person, M einem ehrlichen, gutmüthigen Gesichte und sehr reinlich gekleidet. Er war die Wittwe des früheren Pächters von Gloan-Fell.

Seid Ihr Frau Tooker?" fragte Lowder. ,Die Wittwe von Jakob Tooker?"

Die Frau antwortete bejahend.

Ich komme von Herrn Trefstlian, dem Besitzer dieses Ortes", sagte Lowder.

Die Frou legte ihre Hand an das Ohr.

Ich bin ein wenig schwerhörig", sagte sie. Wollt Ihr nicht herein kommen, Herr?"

Lowder folgte ihr in die Küche.

Ich komme von Herrn Guy Trefstlian, Ma­dame", sagte er etwas lauter;ich bringe einen Brief von Herrn Trefstlian."

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Wie alt sind unsere Bäume? Es sind schon alte, theilweise sogar sehr alte Herren, die ihre ehrwürdigen, bemoosten Häupter Hochrecken und strecken jetzt zum blauen, sommerlichen Himmel und die zu den Liedern der kleinen Sänger, die sich um ihre Kronen schaaren, auch ihre eigenen Lieder uns ent­gegen rauschen, Lieder die gleich ihnen etwas vom Zauber-Elixir ewiger Jugendfrische in sich tragen. Und doch was Alles haben sie schon erlebt, diese Baumriesen, welche noch niemals sich vom Fleck gerührt' wieviel Menschen und Zeiten haben sie überdauert! Alt genug dazu sind sie freilich, denn wenn sie auch nicht gerade 1000 Jahr erreichen, wie Frau Fama gern behauptet, so ist ihr Alter doch oft recht respectabel. Der Nestor deut­scher Waldbäume ist aber nicht die Eiche, wie man gern zu glauben pflegt, sondern ein bescheidener Nadelholzbaum: unsere Fichte, der Traum unserer Jugend in weihnachtlichem Lichterglanze, die Jugend­wärme unseres Alters in rother Ofengluth! Ja treu sind seine Blätter, obwohl sie eigentlich nur Nadeln sind! Bei einer Fichte wäre ein Wiegenfest von 800 Jahren nichts Unwahrscheinliches, unser Liebling jedoch: die Zier unserer Wälder, die viel­besungene deutsche Eiche, dürfte kaum öfter thr 600 jähriges Geburts-Jubiläum feiern, als ein Mensch den hundertsten Geburtstag. - Ihr zunächst stehend

an Alter und Weisheit sind Kiefer und Lärche, eben­falls Nadelhölzer also, dagegen wird die herrliche Edeltanne nicht über 500, Buche, Ulme, Ahorn nicht mehr als 300 Jahre. Auch des Südens Bäume sollen sich nicht durch viel höheres Alter auszeichnen, nicht einmal die Cedern des Libanon! Nur Einer macht eine Ausnahme: der schlichte Oel- oder Oliven­baum, welcher geradezu unglaublich alt wird, da er, wenn man ihn umhaut, stets wieder neu ausschlägt und treibt. Auf diese Weise sollen in Italien bei Palermo noch Oelbäume vorhanden sein, die über 800 Jahr alt sind, folglich noch auf die Saracenen sich besinnen können; bei Athen befindet sich ein Olivenwald, dessen Exemplare von der Blüthezeit Griechenlands zu berichten vermöchten, und die Oel­bäume zu Gethsema am heiligen Oelberg bei Jerusalem werden wohl dieselben sein, unter denen einst der Erlöser wandelte, litt und kämpfte. Ja, wenn die Bäume erzählen könnten!Wohl rauschen und flüstern sie uns zu von vergangenen Tagen, wer aber kann die Sprache deuten? Nur ihr lispelnd Lied weckt ein Echo in der eigenen Brust, und klingt dort wieder, als Nachhall aus vielleicht so ferner Kindheit, Jugend und Liebeszeit.

Eigenthümliche Art, Stahlröhren aus massivemStabeisenherzustellen. In einer kürzlich abgehaltenen Versammlung der physikalischen Gesellschaft in Berlin erstattete der Präsident, Pro­fessor Du Bois Reymond, Bericht über eine Mittheilung Siemens bei der letzten Sitzung der Akademie der ! Wissenschaften. Eine 10 Fuß lange Stahlröhre mit vollkommen glatten Innen- und Außenoberflächen und äußerst gleichmäßiger Bohrung, bereit Wände augen­scheinlich auf allen Punkten von vollkommen gleicher Dicke waren, mar nach folgender, von Maunermann in Remscheid patentirten Methode hergestellt worden. Zwei gegen die unteren Enden leicht konische Walzen läßt man in der gleichen Richtung neben einander sich drehen, worauf man einen rothglühenden Stahl- cylinder zwischen diese beide bringt, der sofort durch die rotirenden Kegel ergriffen und aufwärts getrieben wird. Aber die Stahlmasse kommt auf der Höhe nicht als fester Kern empor, sondern in Gestalt der hohlen Stahlröhre, welche Siemens der Versammlung vorlegte. Professor Reefen gab folgende Erklärung dieses überraschenden Resultates. In Folge der Eigenschaften des glühenden Stahles packen die roü- renden Walzen nur die äußere (Schicht-) Lage des Stahlcylinders und drängen diese nach oben, während gleichzeitig die mittleren Theile des Cylinders zurua- blei'oen. Das Resultat ist demnach genau dasselbe, wie man es bei dem Prozesse der Herstellung von Glasröhren aus Glasstäben beobachten kann.

Thr. Pietsch) in Gießen«

Redaction: A. Sche yda. Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr.

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