620

Wermischtes.

mit der Harfe, die einen Ton sphärenhafter Himmels­musik zu uns heraufsandte.

Nun waren unten auch die letzten Lichter erloschen, in tiefer Ruhe schlummerte alles, alles was Leben hatte. Sogar der Mond zog sich hinter einer schwarzen Wolke zurück, so daß auf einmal das ganze liebliche Landschaftsbild meinen Augen entschwunden war.

Ich blickte zurück in das Zimmer und sah, wie mein Onkel die Hände der theuren Tobten ergriffen hatte, wie heiße Thränen männlichen Schmerzes von seinen Backen herunterfielen und lebhafter denn je stand das Bild aus demblauen Zimmer" heute vor mir. .

Der enge Raum begann sich zu werten; mächtige Marmorfließen deckten den Fußboden, auf prächtigen Säulen ruhte ein silberglänzender Kuppelbau: die Familiengruft meines Onkels erschien vor meinen ^U9$)er Sarkophag in der Mitte, um den hohe Wachs­kerzen brannten, trug eine liebliche junge Frau, aus deren friedlichen Zügen nun himmlische Seelenruhe sprach. Und auch den Mann zu ihren Füßen sah ich knien, unsäglicher Schmerz klagte aus seinen thränenfeuchten Augen, als er immer nur das eme Wort finden konnte:Marias

wieder aufleben.

Gift war es, was er einsog, Gift, was er aus- athmete. Sie hatte ihn nie geliebt! Das klang immer und immer wieder vor feinen Ohren. Gelogen all' die Kosenamen der Flitterwochen, geheuchelt all' die Liebe der ersten Ehetage, vergiftet all' die Küsse.

Armer, armer Onkel!

Und krampfhaft ballten sich die Hände, eine finstere Macht drängte und schob sie vorwärts. Schon berührten sie den weißen Hals der scheinbar leblos Daliegenden. Wie die Krallen eines Raubvogels in das weiße Fleisch einer Taube sich schlagen, so sah er mit glühenden Augen seine Hände sich krümmen.

Wieder tönte es sie hat dich nie geliebt und wieder berührte er ihren Hals da öffnete sie noch einmal die Augen, ein so bittender Blick traf ihn, daß er entsetzt die Hände zurückzog dann ein kurzes Aufstöhnen, noch einen Seufzer und das müde Auge brach.

Vor ihrer Leiche sank er zusammen und lag lange, lange wie leblos.

Von der offenstehenden Balkonthür her wehte wieder jene süße Luft herein und brachte wohlthuende Erfrischung in das dumpfe Krankenzimmer.

Leise, ganz leise spielte der Wind noch einmal

Siebaction: A. Sche « da. Druck unb Verlag der Brübl' schon Druckerei (Fr. Cbr. Pietsch) in Gicen

in seinen Armen und konnte nicht liebende Worte genug finden, um ihr zu zeigen, was sie noch jetzt für ihn sei. v

Da winkte sie, daß sie sprechen wolle.

Schwer rang die Brust nach Athem. Sie litt furchtbar. Schien es doch, als kämpfe sie noch mit sich, ob sie sprechen solle. Aber das nahe Vor- gefühl des Todes ließ sie erzittern, sie wollte befreit sein von dem beengenden Gefühl der Schuld.

Und sie sprach langsam, in abgebrochenen Sätzen, und mit leiser, oft kaum hörbarer Stimme befreite sie ihr belastetes Gewissen.

Wie er bei jedem Wort erzitterte und sich zwang, ruhig auszuharren und alles erst anzuhören. Was Wunder auch! Erfuhr er doch, daß sie ihn nie ge­liebt habe, daß sie einst seine Hand nur angenommen habe, um ihren Vater vom Ruin zu retten. Klagte sie sich mit zitternder Stimme doch weiter an, daß sie ihn einst nur verlassen hätte, um dem Manne zu folgen, den sie liebte, und der sie jetzt so schmählich betrogen und verlassen habe.

Wer? fragten seine Augen, und aus dem Innern eines Medaillons, das sie ihm vorhielt, sah ihm das Bild seines besten Jugendfreundes, des alten Haus­lehrer Fischer's Sohn, entgegen.

Das kostbare Krpstall fiel zur Erde und zerbrach j unten klirrend. Hohnlachend trat er auf die feinen | Scherben, auf das Bild des Falschen, der ihm einst ? sein ganzes Glück gestohlen.

Furchtbare Gedanken tobten durch sein erregtes | Hirn. Jedes ihrer Worte klang noch wieder in seiner l Brust und machte all' die alten Schmerzen von Neuem

Zofenwitz. Fräulein Arabella:Heut kommt der Baron zu Besuch; welches Kleid soll ich anziehen?" Zofe:Das unbezahlte; in einem paffenden Augen­blick kann man das Gespräch darauf hinüberleiten!"

Unteroffizier zum Einjährigen Dr. Müller:Gar nix verstehen Se, 'n Dickschädel sind Se vor lauter Jelehrsamkeit. Js dat wahr, bat Se schon zwei Bücher jeschrieben haben, wie?" Nein, nur eins."Dat wollt ick Ihnen aber ooch jeraten haben!"

Nur nobel.Haben Sie ein Bad 1. oder 2, Klasse genommen?"Natürlich erster, wissen Sie, lieber seltener, aber dann auch gleich fein, das ist mein Grundsatz".

Umschrieben. Dr. med. X. spricht in seiner Familie über die neueste Endeckung, daß der Tabak­rauch die Bakterien vertreibe. Diese Gelegenheit nimmt sein ältester Sohn, ein Sekundaner, wahr, indem er ausruft:Papa, darf ich mir ein bischen meine Bakterien vertreiben?"

So oder so: A.:Lieber Freund, was die Kinder Einem für Last machen! Hätt' ich meinen Sohn erst so weit wie Sie; könnte ich ihn doch erst auf die Universität bringen!" B.:Ach, dann fängt das Leid erst an ich kann meinen Sohn nicht wieder 'runter kriegen."