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Mit lautem Aufschrei brach der Alte ohnmächtig zusammen.

Sein Diener stürzte herbei, mehrere Männer kamen zu Hilfe. Sie trugen ihn auf sein Bett und waren bemüht, ihn in das Bewußtsein zurück zu rufen.

Der Mann hatte die Wahrheit gesprochen: er» schoflen lag der junge Berger im Walde. Die ganze Stadt war schon von dieser traurigen Nachricht erfüllt. Viele wollten es nicht glauben sie tonn- 2en er r icht glauben, und dennoch war an der Wahr­heit nicht mehr zu zweifeln, denn zwei Männer, welche den jungen B-rger sehr gut kannten, hatten seinen Leichnam gesunden und der eine von ihnen hatte die Nachricht nach der Stadt gebracht.

Der Schr-cken war allgemein. Alle hatten den jungen Mann ja gekannt er war bei Allen be- Uebt gewesen.

Noch war nichts Näheres bekannt. War er ermordet, war er durch Zufall um'« L-ben gekom- men, hatte er sich dasselbe selbst genommen? Nie­mand wußte Antwort auf diese Fragen, obschon sie fast von einem J-den ausgesprochen wurden.

Die Arbeit ruhte für eine Zsit lang, das ganze Leben der Stadt stockte, gruppenweise standen die Menschen vor den Häusern, auf den Straßen, und sprachen von dem Unglück da rollte ein Wagen rasch durch die Stadt hin zum Thore hinaus, zum Walds.

Drr Richter und ein Actuar saßen darin. Es war sofort von dem Unglück beim Gericht Anzeige gemacht, und sie eilten hin zur Untersuchung. Dar schien auch unter viele der Dastehenden Leben zu dringen, denn sie eilten dem Wagen nach zum nahen Walde. Sie wollten sich selbst von dem Geschehenen überzeugen.

Unmittelbar aus dem nach Alldorf durch den Wald führenden Fußwege lag der junge Berger er- schoflen. Der Weg war nur schmal, er führte durch Buchenwald und war zu beiden Seiten mit Gras bewachsen. Die Stelle, wo der Todte lag, selbst das Gras in der nächsten Nähe war durch Blut gerölhet.

Etwa fünf Schritte von dem Tobten entfernt faß ein Mann auf einer hervorragenden Baumwurzel. Es war ein Ho'zarbeiter. Mit einem Kameraden war er zur Arbeit gegangen und sie hatten hier den Tobten gefunden. Während sein Kamerad zur Stadt geeilt war, um tem Gericht Anzeige zu machen, war er als Wärter zurückgeblieben. Sicherlich hatte vor ihnen noch Niemand den Tobten gefunden. War hier ein Verbrechen geschehen, so konnte vielleicht ein geringfügiger Nebenumstand zur Entdeckung des Mör­der« führen. Bei einem ähnlichen Falle hatte er diese Erfahrung gemacht.

Erwartungsvoll blickte er den Weg hinab. Da kam der Richter mit dem Actuar, von einigen Män­nern aus der Stadt begleitet. Der Wagen, der sie in den Wald gebracht, hatte nicht bis hierher fahren iönren. Sie gingen rasch. Der Holzarbeiter, der ihnen die Nachricht überbracht hatte, führte sie.

Dort ist es da liegt er", sprach er, als sie kaum noch fünfzehn Schritte von dem Tobten ent­fernt waren.

Hastig trat der Richter heran. Forschend blickte sein Auge nieder und erschreckt zuckle er zusammen.

Es ist wirklich wahr er ist es l" rief er. Er ist der junge Berger!"

Er schien an der Nachricht, die er erhalten hatte, gezweifelt zu haben. Auf seinem Gesichte prägte sich Schmerz und Bestürzung au?. Ec kannte ja des Tobten Vater, ihn selbst er war mit Beiden befreundet war ost in ihrem Hause gewesen.

Hier li gt ein Verbrechen vor", fuhr er fort, dies wird dem Alten den Tob bringen!" Der Actuar und die Männer, welche mit ihm gekommen waren, traten dicht an den Tobten heran es war der junge Berger, auch sie erkannten ihn.

Der Richter schwieg. Er mußte dir ersten Ein­drücke des Schreckens und des Schm>rzes erst über­winden, ehe er zur Untersuchung schritt. Sein eigenes H-rz sprach hier ja mit, denn auch er hatte den Tobten lieb gehabt.

Er faßte sich. Sein Auge blickte umher, auf den Tobten. Er suchte nach einer Waffe, dem In­strument , mit welchem Hugo getödtet war. Er sah nichts.

Hier ist ein Mord geschehen", sprach er.

Der Totte lag auf dem Rücken. Die Züge seines Gesichts waren durch den Tod nicht entstellt. Sie waren die eines Schlafenden. Nur dir starre, bleiche Farbe verrieth, daß kein Leben mehr in drm Körper war. Der Hut war dem Tobten entfallen er lag vielleicht zwei Schritte von ihm entfernt.

In der Brust hatte er die Todeswuade erhalten, das verrieth das Blut, mit welchem Rock und Weste bedeckt waren, auf den ersten Blick.

Wann habt Ihr den Tobten hier gefunden?" fragte der Richter den Holzarbeiter, der ihm die Nachricht überbracht und ihn hierher geführt hatte.

Heute Morgen, als ich mit meinem Kameraden dort zur Arbeit ging", erwiderte der Mann.

, Um welche Zeit? 1

Wir waren um sielen Uhr von Haus forige- gangen, von Allborf, es mochte also nach sieben und ein halb sein, als wir hier ankamen."

Geht Ihr so spät erst zur Arbeit?" warf der Richter ein.

Wir arbeiten in Accord, da ist un« keine Zeit vorgeschrieben. Wir fangen gewöhnlich früher an. Heute hatten wir UN« verlpätet meine Frau liegt krank darnieder."

Wie fandet Ihr den Tobten?"

Genau so, wie er jetzt noch liegt."

Habt Ihr ihn nicht berührt?"

Nur mit der Hand habe ich ihn auf die Stirn gefaßt und an den Arm es konnte ja noch Leben in ihm sein. Die Stirn war inbefc kalt und der Arm steif."

(Fortsetzung folgt.)